Dortmund

„Iftar2Go“ – wenn der Ramadan zur Hilfe für andere wird

Mit dem Projekt „Iftar2Go“ verteilt die Anadolu-Moschee in Dortmund während des Monats Ramadan täglich hunderte Mahlzeiten. Was als spontane Hilfe begann, hat sich zu einer festen sozialen Initiative in der Stadt entwickelt.

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03
2026
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Symbolbild: Muslim, der alleine zu Iftar isst.
Symbolbild: Muslim, der alleine zu Iftar isst © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Die Dortmunder Anadolu-Moschee der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) setzt ihr soziales Projekt „Iftar2Go“ auch in diesem Ramadan fort und baut die Initiative weiter aus. Was einst aus einer spontanen Hilfsaktion entstand, hat sich nach Angaben der Gemeinde zu einem festen Bestandteil ihres sozialen Engagements entwickelt.

„Der Ursprung von ‚Iftar2Go‘ war keine strategische Planung“, sagt der Vorsitzende der Gemeinde, Hamza Kuri. Auslöser sei die Begegnung mit einem Gemeindemitglied gewesen, das dringend Unterstützung benötigte. Aus der Hilfe für eine einzelne Person sei mit der Zeit ein strukturiertes Projekt entstanden. Inzwischen findet die Aktion bereits zum neunten Mal statt.

Das Angebot richtet sich vor allem an ältere Menschen, Alleinstehende, Studierende fern der Familie sowie Menschen in schwierigen Lebenssituationen – unabhängig von Herkunft oder Religion. Während des Ramadan werden täglich mehr als 400 Iftar-Pakete vorbereitet. Ein Teil wird direkt an über 100 Haushalte ausgeliefert, andere Pakete können vor der Moschee abgeholt werden.

Die Organisation erfordert eine umfangreiche Vorbereitung. Bereits mehrere Monate vor Beginn des Ramadan werden Bedarfe ermittelt, Listen aktualisiert und Anfragen geprüft. Einkauf, Zubereitung, Verpackung und Verteilung werden von einem ehrenamtlichen Team übernommen, das teils mit Fahrrädern, teils mit Autos unterwegs ist.

„Iftar2Go“ als Plattform der Begegnung

Finanziert wird das Projekt ausschließlich durch Spenden sowie Eigenmittel der Gemeinde. Unterstützung komme zudem von lokalen Partnern und engagierten Einzelpersonen. „Wir verstehen uns als Teil der Stadtgesellschaft“, sagt Kuri. Eine Moschee solle im städtischen Umfeld nicht belasten, sondern stabilisieren und verbinden.

Besondere Bedeutung gewinnt die Initiative in diesem Jahr auch durch den zeitlichen Zusammenfall des Ramadan mit der christlichen Fastenzeit. Für die Gemeinde ist „Iftar2Go“ daher nicht nur eine soziale Hilfsaktion, sondern auch eine Plattform der Begegnung. Vertrauen entstehe vor allem dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen, so Kuri abschließend.