Abrahamisches Forum

Religionen wollen gemeinsam die Natur schützen

Religiöse Gemeinschaften in Deutschland wollen ihre gesellschaftliche Reichweite künftig stärker für den Schutz von Natur und Artenvielfalt nutzen. Ein neues interreligiöses Projekt setzt auf konkrete Maßnahmen.

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02
2026
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Moschee in Berlin © shutterstock, bearbeitet by IslamiQ.
Moschee in Berlin © shutterstock, bearbeitet by IslamiQ.

In Deutschland wächst laut aktuellen Studien die Bereitschaft zu einem grundlegenden Wandel im Umgang mit Natur und Klima. Gleichzeitig klafft weiterhin eine deutliche Lücke zwischen Umweltbewusstsein und praktischem Handeln. Ein neues interreligiöses Projekt will genau hier ansetzen und das Engagement religiöser Gemeinschaften für Biodiversität und Naturschutz stärken.

Initiiert wurde die Arbeitsgruppe „Religionen schützen die Natur“ vom Abrahamisches Forum, in dem seit 2001 jüdische, christliche und muslimische Akteure zusammenarbeiten. In der neuen Initiative engagieren sich neun Glaubensgemeinschaften – darunter Aleviten, Bahai, Buddhisten, Christen, Hindus, Muslime, Sikhs und Juden – gemeinsam für den Schutz von Natur und Artenvielfalt. Ziel ist es, das ökologische Potenzial religiöser Gemeinschaften sichtbar zu machen und in konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Das bis 2031 angelegte Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) finanziell gefördert. Nach Einschätzung der Behörde können insbesondere große Weltreligionen durch ihre ethischen Traditionen und Schöpfungsvorstellungen einen wichtigen Beitrag zur sozial-ökologischen Transformation leisten. Religiöse Bezüge zu Bäumen, Pflanzen und Tieren böten Anknüpfungspunkte für nachhaltiges Handeln.

Mehrere Naturprojekte geplant

Geplant sind unter anderem die ökologische Umgestaltung von Moschee- und Gemeindegrundstücken zu biodiversitätsfördernden Grünflächen sowie Schutzräume für bedrohte Arten. Auch interreligiöse Aktionstage und Bildungsangebote sind vorgesehen. So startet am 21. März die Kampagne „Fünf Wochen für Bäume“, im September folgen bundesweite interreligiöse Naturschutztage.

Bei der Auftaktveranstaltung am 13. Februar in Mainz betonten Vertreter aus Politik und Religionsgemeinschaften die gesellschaftliche Reichweite von Kirchen, Moscheen und Gemeinden. Religiöse Institutionen könnten viele Menschen erreichen und ökologische Verantwortung ethisch begründen. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.