Stadtbild-Debatte

Studie: Mehrheit erwartet Integration – Kopftuch stößt auf Ablehnung

In Deutschland reagieren Menschen unterschiedlich auf sichtbare Unterschiede im Alltag. Eine neue Studie zeigt: Kopftuch und Rechtsextreme sorgen für unterschiedliche Reaktionen in Deutschland.

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Muslime Österreich Kopftuch
Muslime in Österreich © shutterstock, bearbeitet by iQ.

In Deutschland wird über Integration lebhaft diskutiert – und manchmal fällt die Reaktion auf Zugewanderte sehr konkret aus. Eine neue Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung zeigt, wie Menschen auf sichtbare Unterschiede reagieren. Untersucht wurden Deutsche ohne Migrationshintergrund, Deutsche mit Migrationshintergrund sowie Ausländerinnen und Ausländer.

Besonders auffällig: Muslimische Frauen mit Kopftuch stoßen auf mehr Ablehnung als andere sichtbare Minderheiten. 13 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich durch eine Frau mit Kopftuch im öffentlichen Raum gestört fühlen. Vor allem Deutsche ohne Migrationshintergrund äußern hier Ablehnung. Zum Vergleich: Auf schwarze Hautfarbe reagierte nur ein Prozent der Befragten negativ.

Begegnungen mit Rechtsextremen sorgen hingegen bei einer großen Mehrheit für Ablehnung: 40 Prozent stimmten der Aussage zu, dass sie sich gestört fühlen, weitere 25 Prozent stimmten eher zu. Nur 14 Prozent gaben an, dass ihnen eine Begegnung mit einem Rechtsextremen nichts ausmacht.

Die Einstellungen zur Integration sind zwischen den Gruppen ähnlich: Die meisten Menschen halten Deutschkenntnisse für unverzichtbar. 72 Prozent der Deutschen ohne Migrationshintergrund sagen, dass Zugewanderte unbedingt Deutsch lernen sollten, bei Ausländerinnen und Ausländern sind es 83 Prozent. Auch bei der kulturellen Anpassung fordern Zugewanderte und Deutsche mit Migrationshintergrund stärker Integration als Deutsche ohne Migrationshintergrund.

Die Forschenden unterteilen die Befragten in drei Haltungen: „Integrationsoffene“ sind tolerant und offen für Kontakte, „Integrationsaktive“ legen besonderen Wert auf Begegnungen, während „Integrationsfordernde“ vor allem die Anpassung der Zugewanderten erwarten, selbst aber wenig Kontakt suchen. Die Umfrage wurde von Oktober 2024 bis Januar 2025 durchgeführt und umfasste 3015 Erwachsene in Deutschland.