Zwischen dem Genozid in Gaza, der Bundestagswahl und gesellschaftlichen Spannungen war das vergangene Jahr auch für Muslime geprägt von zentralen Themen. Unser Jahresausblick versammelt wichtige Termine für 2026.

Neben den dauernden Genozid in Gaza sowie den Bundestagswahl und die umkämpfte Brandmauer standen auch weitere Themen für Muslime im Mittelpunkt. Beim Übergang ins neue Jahr ist es nicht nur sinnvoll Revue passieren zulassen, sondern auch auf das kommende Jahr zu blicken.
In unserem Jahresausblick haben wir Jahrestage und Termine zusammengestellt, die 2026 für Muslime wichtig sind.
19. Februar – 6 Jahre nach dem Anschlag in Hanau
Am 19. Februar 2020 hatte ein 43-jähriger Rechtsextremist in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen, unter anderem in der Arena-Bar und in dem benachbarten Kiosk. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst. Ein Untersuchungsausschuss, klärte ob es rund um die Tat zu einem Behördenversagen kam. Der Täter wurde zu einer Geldstrafe, nicht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.
19. Februar 2026 – Beginn des Monat Ramadans
20. – 22. März 2026 – Ramadanfest
29. Mai – 33 Jahre nach dem Brandanschlag in Solingen
Am 29. Mai 1993 wurde in Solingen das Haus der Familie Genç von Rechtsextremisten in Brand gesetzt. Der Brandanschlag gilt als eine der folgenschwersten rassistischen Taten in der Geschichte der Bundesrepublik, er löste weltweites Entsetzen aus. Das Ehepaar Genç verlor zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte. Schon kurz nach dem Attentat hatte Mevlüde Genç zur Versöhnung aufgerufen und immer wieder gemahnt, dass dem Hass Einhalt geboten werden müsse.
27. – 30. Mai 2026 – Kurbanfest
01. Juli 2026 – Todestag von Marwa El-Sherbini
Am 01. Juli 2009 wurde Marwa El-Sherbini Opfer eines islamfeindlichen und rechtsextremen Angriffes im Dresdner Landgericht. Die 31-jährige Pharmazeutin sollte vor dem Landgericht Dresden als Zeugin aussagen. Der spätere Täter hatte sie auf einem Spielplatz unter anderem wegen ihres Kopftuches beschimpft und beleidigt. Sie musste sterben, weil sie Muslimin war. Marwa wurde nur 31 Jahre alt.
11. Juli 2026 – 31 Jahre nach Genozid in Srebrenica
Am 11. Juli 1995 wurde Srebrenica zum Schauplatz der grausamsten Tat in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Während des Genozids (1992-1996) in Bosnien und Herzegowina marschierten serbische Truppen im Juli 1995 in die Stadt ein. Die stationierten UN-Blauhelm-Soldaten konnten die Bevölkerung vor den Serben nicht schützen. Mehr als 8.000 muslimische Bosniaken wurden an diesem Tag zusammengetrieben und getötet. Die UN erklärte nun den 11. Juli zum Gedenktag des Völkermords von Srebrenica.
03. Oktober – Tag der offenen Moschee
Seit 1997 laden mehr als tausend islamische Gemeinden interessierte Nichtmuslime in ihre Moscheen ein und bieten Moscheeführungen, Vorträge, Ausstellungen, Begegnungsmöglichen und Informationsstände. Beim TOM bekommen Moscheebesucher die Möglichkeit, Muslime und ihre Moscheen näher kennenzulernen.
24. November – Jahrestag des Brandanschlags in Mölln
In der Nacht zum 23. November 1992 hatten zwei Neonazis Brandsätze auf zwei von türkischen Familien bewohnte Häuser in der Möllner Altstadt geworfen. Dabei wurden die 51 Jahre alte Bahide Arslan sowie ihre Enkelinnen Yeliz Arslan (10) und Ayşe Yilmaz (14) getötet. Neun weitere Menschen wurden verletzt. Die Attentäter wurden ein Jahr später vom Oberlandesgericht zu Höchststrafen verurteilt. Ein 26-Jähriger erhielt wegen dreifachen Mordes, 39-fachen Mordversuchs und besonders schwerer Brandstiftung eine lebenslange Freiheitsstrafe.