Freitagspredigten, 03.02.2023

Takwâ, Ehe und Scheidung, Sauberkeit

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Freitagspredigt
Symbolbild: Minbar, Freitagspredigt, Hutba

Die Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) behandelt die Takwâ. Im Islam werden Menschen nicht nach ihrer Herkunft, Rasse, ihrem Status oder Besitz bewertet, sondern nach ihrer Gottesfurcht. Mit „Furcht“ sei hier eher Ehrfurcht gemeint, nämlich in dem Sinne, dass der Muslim sich fürchte, die Liebe zu Allah zu verlieren. Ehrfurcht sei ein Gefühl von Verantwortung und Respekt gegenüber dem Schöpfer.

In diesem Sinne bezeichnen die Gelehrten Takwâ auch als Verantwortungsbewusstsein gegenüber Allah. Praktisch bedeute das, dass Muslime Allah dienen und sein Wohlgefallen anstreben.

Es sei falsch, Menschen allein wegen ihrer weltlichen Stellung zu achten und zu ehren. Jeder Herrscher, Reiche und Mächtige werde einmal sterben und alles zurücklassen. Dinge wie Schönheit, Jugend und Gesundheit seien vergänglich. Daher sollte sich niemand von der vergänglichen Welt täuschen lassen. Die wahre Würde und Ehre eines Muslims zeigt sich demnach nicht an seiner Stellung in der Gesellschaft, sondern an seinem Wert bei Allah.

Tugenden der Ehe und Scheidung

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) widmet sich in ihrer Freitagspredigt dem Thema Ehe und Scheidung. Das Erwünschte in einer muslimischen Familienstruktur sei, dass die Ehe ein Leben lang fortdauere; und dass die Ehepartner den schweren und schwierigen Umständen gemeinsam die Stirn bieten, sowie einander bei Freude und Leid unterstützen. Niemand sei perfekt. Jeder habe sowohl gute als auch makelhafte und fehlerhafte Seiten. Die Fortdauer der Familie sei daran gebunden, dass sich beide Seiten gut kennen, einander so akzeptieren wie sie seien und sich gegenseitig respektieren.

Obwohl sich die Ehepartner beharrlich bemühen, ihre Ehe fortzuführen und trotz aller getroffenen Maßnahmen diesbezüglich könne es manchmal wegen zwingender Gründe erforderlich werden, die Ehe zu beenden. In diesem Fall sollte das eheliche Leben unter besonders hoher Beachtung und Wahrung der Rechte und Intimitäten beendet werden, bevor noch größere Wunden bei den Ehepartnern, Kindern und dem gesellschaftlichen Leben hervorgerufen werden. Wenn die Ehe trotz aller Maßnahmen mit einer Scheidung getrennt werde, sollten die Ehepartner ihre gegenseitigen Rechte, die aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit resultieren, respektieren und ihre Intimitäten ebenso mit Loyalität wahren.

Sauberkeit

In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um die Sauberkeit. Sauberkeit sei ein untrennbarer Teil des Islams.  Es gebe kein System, dass der Sauberkeit so eine umfangreiche Bedeutung beimesse wie der Islam. Der Islam betrachte die Sauberkeit sowohl aus der materiellen als auch aus der geistigen Perspektive. Sie sei ein Schutzschild für die körperliche Gesundheit und den Charakter.

Im Islam beschränke sich die Sauberkeit nicht nur auf die Reinigung von unansehnlichen Dingen wie Schmutz, Rost, Staub und Erde, sondern auch die Reinigung des Körpers, der Kleidung und der Umgebung von Substanzen, die nach unserer Religion, als rituell unrein, bezeichnet werden, sei nötig. Die Sauberhaltung der Umwelt gehöre ebenso zu den notwendigen Dingen im Islam. Hierzu gebe es verschiedene Empfehlungen des Propheten Muhammad (s). Ein Muslim sei stets bemüht, seine Umwelt nicht zu verschmutzen.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.