Berlin

Steinmeier trifft Hinterbliebene des Brandanschlags in Mölln

Am Dienstag empfing Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Hinterbliebenen des rechtsextremen Brandanschlags in Mölln. Am 23. November jährt sich der Anschlag zum 30. Mal.

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Bundespräsident Frank Walter Steinmeier empfängt Angehörige des Brandanschlags in Mölln © AA, bearbeitet by iQ.
Bundespräsident Frank Walter Steinmeier empfängt Angehörige des Brandanschlags in Mölln © AA, bearbeitet by iQ.

Dreißig Jahre nach den rassistischen Brandanschlägen von Mölln hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 15. November Betroffene und Hinterbliebene zu einem Gespräch in Schloss Bellevue empfangen. Wie ein Sprecher des Bundespräsidialamts nach dem Gespräch am Dienstag auf Anfrage von evangelisch.de mitteilte, habe Steinmeier mit den Angehörigen darüber gesprochen, „was sie damals erleben mussten, welche Unterstützung sie erfahren haben und auf welche Schwierigkeiten und Rückschläge sie nach den Anschlägen gestoßen sind“.

In der Nacht auf den 23. November 1992 hatten zwei Männer aus rechtsextremer Gesinnung Brandanschläge auf zwei Häuser in Mölln verübt, die von türkeistämmigen Familien bewohnt wurden. Im Feuer starben drei Menschen: Bahide Arslan (51), ihre Enkelin Yeliz (10) und deren Cousine Ayşe Yilmaz (14). Viele weitere wurden verletzt, teilweise schwer.

Der Bundespräsident nahm den anstehenden Jahrestag zum Anlass für ein persönliches Gespräch mit den Betroffenen und Hinterbliebenen der Familie Arslan. Nach dem Treffen erklärte Faruk Arslan gegenüber Medienberichten, dass er etwas enttäuscht war, dass es 30 Jahre gedauert hat, bis er eine Einladung des deutschen Bundespräsidenten erhielt. „Trotzdem haben wir gemerkt, dass wir nicht vergessen wurden. Aber ich denke, es wäre besser gewesen, wenn wir uns früher getroffen hätten. Wir haben uns zusammengesetzt und über unsere Probleme gesprochen“, sagte Arslan.

Bereits am 25. August in seiner Rede zum 30. Jahrestag der rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen hatte der Bundespräsident die Mahnung an Staat und Gesellschaft ausgesprochen, denjenigen Schutz zu bieten, die potenziell Opfer von kollektiver Wut, Hetze und Gewalt sind: „Der Staat muss jederzeit alles ihm Mögliche tun, jeden einzelnen Bürger in der offenen Gesellschaft gegen Angriffe zu schützen.“