Rassismus bei der Polizei

Technische Universität untersucht Rassismus bei der Polizei

Das Problem von möglichem Rassismus und Diskriminierungen bei der Berliner Polizei wird jetzt von der Technischen Universität untersucht.

29
05
2021
Polizei Gewerkschaft Rassismus
Symbolbild: Polizei © Shutterstock, bearbeitet by iQ

Das Problem von möglichem Rassismus und Diskriminierungen bei der Berliner Polizei wird jetzt von der Technischen Universität untersucht. Sie soll dazu eine unabhängige Studie erstellen. Innensenator Andreas Geisel (SPD) erteilte einen entsprechenden einjährigen Forschungsauftrag ab dem 1. Juni, wie am Freitag mitgeteilt wurde. Das Land Berlin beteiligt sich daneben auch an einer Studie des Bundes zu Motivation, Einstellung und Gewalt im Alltag von Polizisten, die das Bundesinnenministerium bei der Deutschen Hochschule der Polizei in Auftrag gegeben hat.

Teil zur Bekämpfung möglicher extremistischer Tendenzen

Die Berliner Studie ist Teil eines Elf-Punkte-Plans zur Bekämpfung möglicher extremistischer Tendenzen aus dem vergangenen Jahr. Geisel betonte, die Untersuchung solle zeigen, wie die Polizei von Gruppen, die „von Rassismus und Diskriminierung“ betroffen seien, wahrgenommen werde. Außerdem solle sie den Alltag und bestimmte Prozesse bei der Polizei beleuchten sowie deren Organisationsstruktur darstellen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mahnte, die Untersuchungsziele dürften nicht vorverurteilend sein. Das sei in diesem Fall gegeben. „Das Studiendesign wird entscheidend sein, liegt uns aber bisher nicht vor. Entscheidend ist auch, wie die Ergebnisse final eingeordnet werden und was daraus folgt.“

Polizeigewalt sorgt für Debatten

Kein Einzelfall: Eine Studie liefert bereits zahlreiche Hinweise auf rassistisches Verhalten von Polizisten. Für die Studie „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamte“ wurden seit 2018 insgesamt 3370 Menschen befragt und 63 Experteninterviews geführt. Im November letzten Jahres wurden die Daten nochmals neu ausgewertet und auf diskriminierendes Verhalten hin untersucht. Im jüngsten Vorfall ist in einem Video zu sehen, dass zwei Polizisten einen 43-Jährigen Duisburger mit Handschellen von hinten gefesselt mit dem Knie auf den Boden drücken. Immer wieder ruft der Mann, dass es ihm weh tut. In sozialen Medien wurde empört über den Polizeieinsatz in Duisburg diskutiert und der Polizei unverhältnismäßige Gewalt vorgeworfen. (dpa, iQ)

Leserkommentare

ABM sagt:
Studien sind teuer, langwierig und solange keine strukturellen Veränderungen zwecks Zuführung zu Staatsanwaltschaften auch praktisch wirkungslos und Scheinaktionen.
29.05.21
23:21