Dudweiler

Muslimin darf wegen Kopftuch nicht im Fitnessstudio trainieren

Eine junge Muslimin durfte wegen ihres Kopftuchs nicht in einem Dudweiler Fitnessstudio trainieren. Daraufhin stellte sie ein Video online und berichtete über ihre Diskriminierungserfahrung. Das Video ging in wenigen Stunden viral.

30
06
2020
Muslimin darf wegen Kopftuch nicht im Fitnessstudio trainieren
Muslimin darf wegen Kopftuch nicht im Fitnessstudio trainieren

Wegen ihres Kopftuchs durfte die 23 jährige Studentin Dženeta Ć. aus Saarbrücken nicht in dem Fitnessstudio Smile X in Dudweiler trainieren. Am Sonntagmorgen wollte Dženeta Ć. mit ihrem Ehemann das Studio für ein Probetraining besuchen. Am Empfang habe die Mitarbeiterin der Studentin dann gesagt, dass sie ihr Kopftuch ausziehen müsse oder nicht trainieren könne. Daraufhin beklagte Dženeta Ć. den Vorfall bei den anderen Mitarbeitern, die Dženeta Ć. ebenfalls den Zutritt zum Studio verweigerten.

Daraufhin habe die junge Muslimin das Angebot bekommen, eine Mütze tragen zu können, wenn sie weiterhin trainieren wolle. Auf die Frage, weshalb denn eine Mütze in Ordnung sei, habe die Mitarbeiterin freundlich erklärt, dass es die Regeln des Unternehmens sei.

Geschäftsführer bedauert Vorfall der jungen Muslimin

Nach dem Vorfall stellt die junge Studentin ein Video online, welches binnen wenigen Stunden viral geht. Dort berichtet sie über ihre Diskriminierungserfahrung im Fitnessstudio. Gegenüber IslamiQ erzählt Dženeta Ć., dass im Nachhinein sowohl der Filialleiter des Studios, als auch der Geschäftsführer kontakt zu ihr aufgenommen hätten. In einem Schreiben an Dženeta Ć. des Geschäftsführers heißt es, dass sie den Vorfall sehr bedauern und nicht dulden würden.

„Mit großem Bestürzen haben wir Ihre Nachricht erhalten und sind schockiert über das Vorgehen des Smile X Clubs in Dudweiler. Wir sind bei smile X weder religiös, noch politisch und lehnen jede Form von Diskriminierung ab. Der Smile X Club in Dudweiler ist ein Franchisenehmer von Smile X. Aus den genannten Gründen haben wir leider nicht das Recht, dem Club in Dudweiler seine Aufnahmekriterien vorzugeben, auch wenn das von Ihnen dargestellte Vorgehen dieses Betreibers in absolutem Widerspruch zu unseren Werten und unserer Philosophie steht“, so das Unternehmen.

„Es ist einfach verletzend“

Doch die 23 jährige Studentin wolle trotz der Kontaktaufnahme des Unternehmens weiter gegen das diskriminierende Verhalten des Studios vorgehen. „Es kann nicht sein, dass wegen meines Kopftuchs, was ich voller Stolz trage, mir der Zutritt verweigert wird. Es ist einfach verletzend und dreist, wie die Mitarbeiter mit mir umgegangen sind“, erhält Dženeta Ć. IslamiQ.

„Am schlimmsten war jedoch die Argumentation des Filialleiters des Studios, der den Vorfall im Nachhinein abstritt und es damit erklärte, dass die Mitarbeiterin kein Deutsch spreche und verstehe und daher ein Missverständnis entstanden sei. Aber leider entspricht das überhaupt nicht der Wahrheit, da alle in der Filiale sehr gute Deutschkenntnisse hatten und mir mehr als verständlich klar gemacht haben, dass ich unerwünscht bin“, so die junge Muslimin.

Auch habe sie die antidiskriminierungsstelle FAIR international kontaktiert und mit ihnen über den Vorfall gesprochen. „Ich habe mich ausführlich beraten lassen und werde jetzt schauen, wie ich weiter gegen die diskriminierende Haltung des Fitnessstudios vorgehen kann. Ich möchte nämlich nicht, dass anderen muslimische Frauen mit Kopftuch die selbe schlimme Erfahrung machen müssen wir ich“, so die Studentin.

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Mittlerweile produzieren Sportartikelhersteller (z.B. Nike) Sportkappen für muslimische Sportlerinnen, bei denen nur das Gesicht offen bleibt. Damit ist das Problem gelöst. Wenn der Filialleiter selbst das nicht akzeptiert, dann hat er wahrlich ein Problem. Wegen solchen Idioten macht es Sinn, Fitnessstudios mit Sichtschutz zu etablieren, in welchen nur Frauen Zutritt haben.
30.06.20
18:08
Kritika sagt:
Liebe Leser Es gibt viele gute Gründe, den Islam und den Koran abzulehnen. Verschiedene Blogger z.B. Frau Fabel, ich auch haben in diesem Zusammenhang schon viele Argumente vorgebracht. Daher gibt es ebensoviele Gründe, Islam Propaganda mit Hilfe des dem Kopftuch abzulehnen. An einem neutralen Ort, der einem nicht gehört, wie ein Fitnessstudio, ohne Zustimmung des Managers Propaganda für eine menschenverachtende Ideologie zu betreiben, erscheint mir schon arg dreist. Den beschriebenen freundlichen 'Raussschmiss hätte die aufdringliche miss von mir auch bekommen. --------- Nichts Anderes als in muslimischer Sturm in ein Deutsches Glas Wasser. Gruss, Kritika
01.07.20
20:00
Ute Fabel sagt:
„Es kann nicht sein, dass wegen meines Kopftuchs, was ich voller Stolz trage, mir der Zutritt verweigert wird.“ Im größten Wiener Freibad haben im Vorjahr Badegäste ebenso voller Stolz einen blauen Sonnenschirm mit den Logo der rechtspopulistischen FPÖ aufgespannt. Als sie sich beharrlich weigerten, ihn wieder zuzuspannen, wurden sie schließlich aus dem Bad geworfen. Sie maulten dann auch lautstark, dass es in Österreich politische Diskriminierung und Verfolgung gebe, was ein Skandal sei. Aufdringliche ideologische Symbole haben in Freizeitbetrieben nichts zu suchen. Das ist rücksichtslos Andersdenkenden gegenüber. Wer sich daran kompromisslos klammert, manövriert sich selbstverschuldet ins Abseits.
01.07.20
20:01
Nadia H. sagt:
Finde absolut unmöglich nicht direkt mit den Betreibern zu sprechen und das Alles so Viral zu machen, dass die Mitarbeiter dieses Studios Morddrohungen und Gewaltdrohungen bekommen. Die Opferrolle kennen wir ja Mittlerweile Alle. Ganz großes Kino was die Dame hier gemacht hat! Wer sagt denn auch, dass das was die Dame sagt stimmt? Gab es Kameras? Eine Sprachaufzeichnung? Natürlich nicht! Sie hetzen hier wieder schön und veröffentlichten vielleicht etwas, was so garnicht stattgefunden hat. Sie sind kein Stück besser als die, die die Mitarbeiter gerade bedrohen. Super Religion! Religion des Friedens, Ironie aus!
04.07.20
1:21