KRITIK

Verleger kritisiert neues Sarrazin-Buch über Islam

Zwei Wochen vor Erscheinen des neuen Buchs von Thilo Sarrazin über den Islam hat sein früherer Verleger sich kritisch über das Werk geäußert. Das Buch sei „argumentativ schwach“.

19
08
2018
Sarrazin Buch Cover
Sarrazin Buch Cover, bearbeitet by IslamiQ.

DVA-Verleger Thomas Rathnow hält Thilo Sarrazins neues Buch „Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“ für ein „argumentativ schwaches Buch“.

Rathnow sagte, in dem Buchmanuskript, das er abgelehnt habe, werde ein Bild des Islams entworfen, das „einer Geißel der Menschheit gleichkommt“. Auch werde „jemandem mit einer korangeprägten Mentalität (…) kaum eine individuelle Entfaltung zugestanden“. Er habe deshalb die Gefahr gesehen, dass durch die Veröffentlichung des Buchs „antimuslimische Ressentiments verstärkt werden“ könnten und eine «umfassende Überarbeitung» gefordert.

„argumentativ schwach“

Er habe, so Rathnow weiter, Sarrazin bisher immer verteidigt, auch in dem Streit um sein erstes Buch „Deutschland schafft sich ab“. Das neue Buch sei aber „argumentativ schwach“. Rathnow sagte auch, dass er die politisch aufgeladene Stimmung im Blick hatte. „Es kann schon sein, dass die allgemeine Stimmungslage Einfluss auf die Entscheidung hatte, das Buch nicht zu verlegen.“

SPD-Politiker wollen Mitgliedschaft von Sarrazin erneut prüfen

Sarrazin wies in der „Zeit“ die Vorwürfe zurück. „Alle Zitate in meinem Buch sind belegt, die Quellen sind renommiert.“ Durch die Verschärfung des politischen Klimas im Land fühle er sich eher bestätigt. „Wenn Sie meine bisherigen Bücher lesen, dann stellen Sie leicht fest: Es war nie übertrieben. (…) Leider hat sich alles bewahrheitet, was ich in „Deutschland schafft sich ab“ geschrieben habe.“

Einige SPD-Politiker hatten bereits angekündigt, nach dem Erscheinen des Buchs erneut Sarrazins Parteimitgliedschaft prüfen zu wollen. Mit seinem Bestseller «Deutschland schafft sich ab» und umstrittenen Thesen zur Einwanderung im August 2010 hatte der frühere Berliner Finanzsenator Entrüstungsstürme und Debatten über Islamkritik und Vererbung von Intelligenz ausgelöst. Mit dem Versuch, Sarrazin aus der SPD auszuschließen, war die Parteiführung im Jahr 2011 jedoch gescheitert. (dpa, KNA, iQ)

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Wenn 90% der Deutschen so denken würden wie Sarrazin, dann wäre ich für die Abschaffung Deutschlands. Und zwar vehement.
19.08.18
21:06
Johannes Disch sagt:
Dilaver (19.08.18, 21:06) Da kann ich Sie verstehen. Aber zum Glück steht Sarrazin nur für eine Minderheit.
20.08.18
14:04
Johannes Disch sagt:
So, das neue Buch von Sarrazin ist "argumentativ schwach", so sein Verleger... Na, da bleibt sich der Thilo doch immerhin treu. Das gilt nämlich für alle seine Bücher, ob über den Euro, ob über die angebliche Selbstabschaffung Deutschlands oder über den angeblichen "Tugendterror."
20.08.18
14:07
Frederic Voss sagt:
An meinen lieben Vorredner: Es wäre wohl viel gesünder und friedensstiftender, wenn man den Islam abschaffen würde...und zwar wirklich vehement.
21.08.18
10:35
Frederic Voss sagt:
Ein Verleger kritisiert ein Buch. Und ein Buchschreiber kritisiert Islam & Islamisierung. Wo ist da welches Problem?
23.08.18
1:04
Emanuel Schaub sagt:
Ich auch gruss emanuel
23.08.18
11:38
Dilaver Çelik sagt:
@Frederic Voss Es wäre viel vernünftiger und gesünder, wenn Sie und Ihresgleichen einfach mal die Fresse halten. Und wir hätten keine Kriege und Konflikte mehr auf der Welt.
24.08.18
17:24
Ute Fabel sagt:
Die erfolgreiche Bekämpfung des Islams, der einen völlig unwahren Aberglauben mit großem Gefahrenpotential darstellt, ist möglich. Antiislamisch zu sein halte ich für genauso wichtig wie den Kampf gegen den Rechtspopulismus. Vor dreißig Jahren stand ganz Osteuropa noch unter dem Joch einer marxistisch-leninistischeb Staatsideologie, die der Bevölkerung als ewiggültige Wahrheit eingetrichtert wurde. Binnen kürzester brachen diese Systeme zusammen wie ein Kartenhaus. Eine Welt ohne islamische Religionsdiktaturen und ohne islamischen Einfluss auf die Politik ist keine Utopie.
24.08.18
19:21
Ute Fabel sagt:
@ Dilaver Celik: „Es wäre viel vernünftiger und gesünder, wenn Sie und Ihresgleichen einfach mal die Fresse halten. Und wir hätten keine Kriege und Konflikte mehr auf der Welt.“ Islam heißt auf Deutsch übersetzt „Unterwerfung“, salopp ausgedrückt eben „Fresse halten“. Darum halte ich den Aufruf des Kabarettisten Dieter Nuhr aus dem Jahr 2015 für immer wichtiger: „Der Islam ist ausschließlich dann tolerant, wenn er keine Macht hat. Und da müssen wir unbedingt für sorgen, dass das so bleibt.“
25.08.18
19:35
Johannes Disch sagt:
Viel bedenklicher als seine konfusen Ausführungen über den Islam sind Sarrazins praktische Vorschläge: Einresestopp für Muslime, Rückführung abgelehnter Asylbewerber in ihre Herkunftsländer, auch gegen den Willen dieser Länder, notfalls auch durchzusetzen mit militärischen Mitteln. Diese "Lösungen" sind eindeutig verfassungswidrig.
19.09.18
9:21