Großbritannien

Muslimin ist jüngste Trägerin der Ehrendoktorwürde

Die 19-jährige Muslimin Fahma Mohamed ist die jüngste Trägerin der Ehrendoktorwürde in Großbritannien. Ausgezeichnet wurde sie für ihr Engagement gegen die Genitalverstümmelung von Frauen.

27
07
2016
Youth Summit - Fahma Mohamed © by DFID - UK Department for International Development auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

Der muslimischen Jugendlichen mit somalischen Wurzeln, Fahma Mohamed wurde am Freitag die Ehrendoktorwürde, für ihr Engagement gegen die Genitalverstümmelung von Frauen, verliehen. Die 19-jährige Aktivistin erhielt den Ehrentitel von der University of Leicester und gilt damit als die jüngste Trägerin des Ehrendoktortitels, die jemals in Großbritannien ausgezeichnet wurde.

Im Fokus ihrer Ehrung stand ihre Kampagne gegen die Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen, die insbesondere in einigen afrikanischen Ländern und Kulturen, aber eben auch in Großbritannien noch praktiziert wird.

Im Alter von 14 Jahren begann Mohameds wohltätiges Engagement, zunächst eher in lokalen Gemeinden. 2011 startete sie schließlich eine nationale Kampagne gegen die Praxis der Genitalverstümmelung von Frauen und für die Gleichstellung von Frauen und Männern. Sie startete eine Petition und sammelte 230.000 Unterschriften. In einem Brief an den britischen Bildungsminister Michael Gove, fordert sie ihn auf, britisches Lehrpersonal für dieses Thema zu sensibilisieren, damit Sie an den Schulen über das Thema weibliche Genitalverstümmelung aufklären und das Tabuthema aufbrechen. Vor zwei Jahren hatte Mohamed eine Begegnung mit dem UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, um ihm ihre Kampagne vorzustellen, der ihr Engagement lobte.

Mohamed berichtet, sie sei schockiert darüber, wie wenig die Menschen über dieses „Tabuthema“ wüssten, obwohl es auch in Großbritannien praktiziert werde, und sei froh darüber, dass ihre Kampagne so viel Gehör und Anklang finde. „Ich habe darüber nachgedacht, wie hilflos die betroffenen Mädchen sind. Dieser Gedanke hat mich stets motiviert mich weiter zu engagieren“, sagte sie gegenüber britischen Medien.

Die Zeremonie fand am Freitag am Wills Memorial Building, der University of Leicester statt.

Leserkommentare

Rerun sagt:
Wer in diesem Thema Gleichstellung haben möchte, der müsste bei uns §1631d BGB und §226a StGB geschlechtsneutral formulieren. Wer Kinderrechte für Mädchen fordert, bekommt eine Ehrendoktorwürde, wer dieselben Rechte auch für Jungen einfordert, wird diffamiert und in die rechte Ecke gestellt. Das ist das eigentliche Tabuthema. Unversehrte Genitalien und sexuelle Selbstbestimmung sind ein Menschenrecht.
27.07.16
15:49
Ute Fabel sagt:
Ich würde meinen, dass die Dame Hirn hat und sich ihres Hirns bedient, wofür sie zu bewundern ist. In ihre Religion wurde sie hingegen zufällig hineingeboren, wie die meisten von uns. Wären ihre Eltern Inder, wäre sie wahrscheinlich Hindu, wäre sie in Polen geboren, dann wäre sie wahrscheinlich katholisch. So gesehen tut die Religion wenig bis nichts zur Sache, was ihre Leistungen betrifft - eher eine Frage der Geographie.
28.07.16
11:10
Mareike sagt:
Stimmt, es gibt in Großbritannien Genitalverstümmelung an Mädchen. Aber praktiziert wird sie von Zuwanderern und deren Nachkommen. Das sollte auch klar gesagt werden. Und es sind hauptsächlich Muslime. Leider sind Muslime ja für Verbote nicht sehr empfänglich. Ebenso verlogen ist es, wenn eine Kampagne für die Gleichstellung von Mann und Frau gestartet wird. Männer und Frauen sind in Großbritannien nämlich gleichgestellt. Nur eben nicht bei Muslimen. Damit zeigen die Muslime aber auch, dass sie keineswegs zu Europa gehören. Muslime haben sich an unsere Gesetze zu halten. So einfach ist das. Ansonsten gehören sie eben bestraft und ggf. auch in ihre Heimatländer abgeschoben.
28.07.16
13:21
Iman sagt:
Genialverstümmlung von Mädchen ist kein islamisches, sondern ein afrikanisches Phänomen, das auch von afrikanisches Christen praktiziert wird. Das auf eine Religion zu schieben, wie Mareike es hier tut ist viel eher 'verlogen', weil es eine Verdrehung der Tatsachen ist. Außerdem ist es absurd zu behaupten, dass ea verlogen ist, wenn eine Muslimin sich gegen etwas einsetzt, was in der islamisches Welt vorherrschend ist. Ist es nicht genau das, was man tun sollte? Intern gegen die Fehler seiner Gesellschaft ankämpfen? Aber man kann Menschen, wie Mareike ja eh nicht zufrieden stellen, denn stellt man sich dagegen, ist man verlogen, lässt man es geschehen, ist man unterdrückt/ unintegriert.
29.07.16
10:23
Ute Fabel sagt:
@Iman: Genitalverstümmelung von religionsunmündigen Jungen ist aber offensichtlich weiterhin ein islamisches Dogma, oder? Wie wärs, wenn man sich einmal von diesem bevormundenden Aberglauben löst und es erwachsenen Männern und Frauen selbst überlässt zu entscheiden, ob sie an ihren Genitalien operative Eingriffe durchführen lassen wollen oder nicht. Die Beschneidung von Kindern und Kleinkindern - egal ob männlich oder weiblich - ist ein unerhörter Eingriff in die Religionsfreiheit von Religionsunmündigen und deren körperlichen Integrität. Eine Amputation dann mit dem Erziehungsrecht der Eltern legitimieren zu wollen, ist beschämend. Minderjährige müssen besser davor geschützt werden, dass Religion an ihnen ausgeübt wird.
29.07.16
12:29
Mareike sagt:
@Iman: Ja, sollte man. Dann aber auch unter Benennung des Übels und der Gruppe, die dieses Übel begeht. Aber so zu tun, als sein es ein Problem, das nicht etwa nach Großbritannien von Muslimen gebracht worden wäre ist Desinformation und nicht hinnehmbar. Denn die Genitalverstümmelung gibt es in Großbritannien, weil Muslime das importiert haben. Insofern ist es natürlich löblich, dass die junge Frau sich dagegen engagiert. Nur dass sie so tut, als sei es ein gesamtgesellschaftliches Problem, behagt mir nicht.
29.07.16
15:44
Manuel sagt:
@Iman; Der Islam soll endlich einmal in seinem eigenen Haus aufräumen, wieso werden Salafisten und sonstige Islamisten, entweder nur halbherzig oder gar nicht reihenweise ausgeschlossen oder offen bekämpft Wenn das endlich einmal passieren würde, dann wären auch Beteuerungen glaubwürdiger.
29.07.16
18:29
Tülay sagt:
@ Ute Fabel: Beschneidungen von Jungen sind bei den Juden genau so üblich wie bei Muslimen. In den USA zum Beispiel ist die Beschneidung bis heute ein Routine-Eingriff. Während nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation weltweit rund 30 Prozent aller Jungen und Männer beschnitten sind, liegt der Anteil in Amerika bei rund 70 Prozent. Warum wird mit zweierlei Maß gemessen?
31.07.16
22:15
Enail sagt:
@Imam Zu Genitalverstümmelung: Da stimme ich Ihnen zu. Dies hat nichts mit Religion zu tun. Und es ist anerkennenswert, dass sich ein junges Mädchen dagegen engagiert. Es gehört viel Mut dazu, darum bekommt diese junge Frau auch meinen Respekt. Und wie schon meine Vorredner schrieben, ist es ja wirklich so, dass diese Praxis ja von Zugewanderten gehandhabt wird. Leider! Und ich weiß nicht was ich von Gläubigen halten soll, die mit dem, wie Gott sie schuf, und es als gut befand, umgehen. Jungen müssen beschnitten werden, weil der Mensch mit dem, was Gott schuf, nicht zufrieden ist. Hat man sich das schon mal überlegt, stellt man sich da nicht über Gott, in dem man sein Werk durch Beschneidung von Jungen verändert? Wenn ich ein gläubiger Muslim wäre, hätte ich echt ein schlechtes Gewissen, Gott in das Handwerk zu pfuschen. Denn mit dieser Beschneidung mache ich gegenüber meinem Gott kund, dass ich mit dem, was er schuf, nicht zufrieden und einverstanden bin.
01.08.16
0:10
Ute Fabel sagt:
@Tülay: Nur weil etwas lange üblich war, heißt das nicht, dass das deshalb ethisch richtig ist. Die noch immer weit verbreitete, aber in den letzten Jahren stark rückläufige Beschneidung in den USA hat ihren Ursprung in der Prüderie der 19. Jahrhundert. Mit der Beschneidung wollte man den Jungen damals die Selbstbefriedigung erschweren, die man als unmoralisch ansah. So gesehen ist die Jungenbeschneidung der Mädchenbeschneidung nicht sehr wesensfremd, beides ist ein Eingrifff in die körperliche Intergrität und Selbstbestimmung und gehört vehement bekämpft.
08.08.16
13:19