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Nach Verhaftung: Neue rechtsextremistische Drohmail aufgetaucht

Wer verschickt an Behörden und Personen E-Mails mit rechtsextremistischen Drohungen? Nach der Verhaftung eines Tatverdächtigen soll eine weitere Mail aufgetaucht sein.

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Symbolbild: Drohmails © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Nach der Verhaftung eines Tatverdächtigen im Fall der bundesweit verschickten Mails mit rechtsextremistischem Inhalt soll eine weitere Drohmail aufgetaucht sein. Sie sei gegen die Berliner Generalstaatsanwältin Margarete Koppers gerichtet und von einem sogenannten „Staatsstreichorchester“ kommen soll, berichtete der Berliner Sender RBB am Montag. Die E-Mail liege dem ARD-Magazin „Kontraste“ vor, hieß es.

Die Berliner Staatsanwaltschaft jetzt von mindestens einem zweiten Verdächtigen aus. Das sagte Sprecher Martin Steltner der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag unter Bezug auf die neue Drohmail, die sich gegen die Berliner Generalstaatsanwältin Margarete Koppers richtet. „Diese Mail ist uns bekannt, wir nehmen sie sehr ernst und gehen dem mit Hochdruck nach.“

Das „Staatsstreichorchester“ sei aus anderen Mails bekannt, sagte Sprecher Steltner der dpa. Ob es einen Zusammenhang zwischen der möglichen Gruppierung und dem Tatverdächtigen gebe, der seit Samstag in Schleswig-Holstein in Untersuchungshaft sitzt, sei Gegenstand der Ermittlungen. Für diese hat Berlin die Federführung.

„Sie möchten sicher nicht, dass eines Tages Frau Generalstaatsanwältin Margarete Koppers etwas zustößt, oder?“ zitierte der RBB aus der Mail. Eine angebliche Gruppe „Staatsstreichorchester“ fordere darin 100 Millionen Euro in der Kryptowährung Monero. Anderenfalls werde eine neue Terrorgruppe entstehen. „Wir werden alles daran setzen, dass es bald wieder Pogrome in diesem Land gibt und dass sich kein Jude, Moslem (…) oder auch linke Journalisten und Politiker sicher fühlen“, heiße es in dem Schreiben.

Die Mail soll am Sonntagabend verschickt worden sein, also nachdem der Tatverdächtige bereits in U-Haft gesessen habe. Am Samstag hatte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft noch gesagt: „Nach dem bisherigen Stand hat er offenbar alleine gehandelt“. Die Ermittlungen hätten keine Anhaltspunkte ergeben, dass der Verdächtige Komplizen hat.

Ein in der Mail ebenfalls angesprochener Kölner Rechtsanwalt sagte dem Magazin „Kontraste“ dagegen, er gehe von einem Netzwerk hinter den mehr als 200 bekannten Drohmails aus.

Kriminalpolizisten aus Berlin und Schleswig-Holstein hatten am vergangenen Donnerstag die Wohnung des Verdächtigen in Schleswig-Holstein durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Die Mails, die seit April 2018 verschickt wurden, seien unter anderem mit „Nationalsozialistische Offensive“ unterzeichnet gewesen. Sie gingen den Angaben zufolge an Behörden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg. Gedroht wurde mit Bomben, aber auch mit Exekutionen auf offener Straße. (dpa/iQ)