Bundesinnenministerium

813 Übergriffe gegen Muslime und Moscheen

Nach Angaben der Bundesregierung wurden 2018 mehr als 800 islamfeindliche Übergriffe gemeldet. Muslime fordern nun einen Bundesbeauftragten gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit.

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2019
Mit Lichtinstallationen ein Zeichen gegen Islamfeindlichkeit setzen. © CLAIM Berlin
Mit Lichtinstallationen ein Zeichen gegen Islamfeindlichkeit setzen. © CLAIM Berlin

Im vergangenen Jahr hat es bundesweit 813 Übergriffe gegen Muslime und Moscheen in Deutschland gegeben – das waren deutlich weniger als 2017 mit 1075 islamfeindlichen und antimuslimischen Straftaten. Allerdings stieg die Zahl der Verletzten deutlich von 32 auf 54. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) vorliegt. Die Bundesregierung verweist darauf, dass durch Nachmeldungen die endgültigen Zahlen noch höher liegen dürften.

Bei fast allen Straftaten gehen die Behörden davon aus, dass es sich bei den Tätern um Rechtsextremisten handelt. Es sei dabei um Nazischmierereien, Drohbriefe, Beleidigungen, Sachbeschädigung und Volksverhetzung gegangen. Über die Höhe des Schadens konnte das Ministerium keine Angaben machen.

Die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke, die die Anfrage gestellt hatte, geht von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Die in der Statistik enthaltenen Straftaten seien nur die Spitze des Eisbergs. „Viele alltägliche Übergriffe, Beleidigungen und Diskriminierungen gegen Muslime werden gar nicht erst erfasst.“

Muslimische Vertreter besorgt über Islamfeindlichkeit

„Wir sehen, dass in Deutschland eine konstant hohe Zahl an islamfeindlichen Straftaten in den letzten Jahren begangen worden sind. Die Tatsache, dass die Zahlen etwas rückläufig sind, täuschen nicht darüber hinweg, dass der Alltagsrassismus zugenommen hat. Es ist zu registrieren, dass sehr viele Muslime Straftaten und Diskriminierungen nicht zur Anzeige bringen. Deshalb ist die Dunkelziffer weitaus höher“, erklärt Burhan Kesici, Vorsitzender des Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland.

„Wenn wir mit Betroffenen reden dann hören wir relativ oft, dass keine Strafanzeigen gestellt worden sind, weil sie ohnehin davon ausgingen, dass die Täter nicht gefasst werden. Und vor allem sind die Hürden bei einer Anzeige relativ hoch. Vielleicht müsste man darüber reden wie man diese Hürden senken kann, damit alle Straftaten auch erfasst werden können. Und wir sehen auch dass wie in dem Bericht dargestellt die Dimension der Diskriminierung größer wird. Denn Menschen kommen mehr zu schaden als vorher. Und dieser Zustand ist beängstigend“. so Kesici weiter.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, forderte die Einsetzung eines Beauftragten gegen Muslimfeindlichkeit. „Ein solcher Beauftragter von Bund und Ländern ist notwendiger denn je, weil es eine latent anti-muslimische Stimmung in Deutschland gibt“, erklärt Mazyek. Vorbild könnten andere Minderheitenbeauftragte der Bundesregierung sein wie etwa der Antisemitismusbeauftragte.

Die selbe Ansicht vertritt der Jura-Student Mulla Cetin, weshalb er eine Online-Petition hierzu startete. , die von diversen Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft unterzeichnet wurde. „Islam- und Muslimfeindlichkeit betreffen uns alle, denn sie sind Türöffner in die bürgerliche Mitte. Dort angelangt, ebnen sie den Weg für Hass und Gewalt gegenüber weiteren Minderheiten bis hin zu politisch Andersdenkenden. Es ist ein Hass, der das gesellschaftliche Klima in unserem Land vergiftet und die Menschen spaltet. Ein Hass wiederum, der sich zunehmend in gewalttätigen Übergriffen äußert, ist eine große Gefahr für unsere Gesellschaft, ihren Zusammenhalt und die Demokratie“, begründet Cetin seine Initiative. (KNA/iQ)

Leserkommentare

Bea McL sagt:
Wenn mich ein Mensch nicht mag, dann denke ich mir nicht viel dabei. Wenn mich 2 Menschen ablehnen, dann hinterfrage ich mich selbst. Wenn 3 Menschen sich klar gegen mich positionierten (welche dann die Mehrheit darstellen), dann muss ich definitiv erkennen, dass ich eventuell meine Aussendarstelllung überdenken sollte. Spätestens bei 4 Menschen ändere ich etwas an meiner Haltung oder ich verlasse die demokratische Gruppe. Niemals käme ich auf die Idee mich als Opfer zu stilisieren um aus Mitleid anerkannt zu werden, und dann sie Mehrheit zu unterjochen. Ich würde gerne noch weiterschreiben aber mir ist übel.....
02.04.19
20:55
Dilaver Çelik sagt:
Polizeischutz für Moscheen, Unterbindung antimuslimischer Medienberichterstattung, Gefängnisstrafe für aktive Religionsfeindlichkeit sowie eine Charme-Offensive durch die Moscheegemeinden in der Bevölkerung würden mehr bringen, auch wenn ich die Idee eines Islamfeindlichkeitksbeauftragten grundsätzlich begrüße. Einen Terroranschlag wie in Neuseeland darf es hier nicht geben.
03.04.19
14:18
Kritika sagt:
L.S. Der Header lautet: » Im vergangenen Jahr hat es bundesweit 815 Übergriffe gegen Muslime und Moscheen in Deutschland gegeben. « Kritika fragt nach: Wenn man die Kopftuch-Belästigung davon einmal abzieht - -, ( denn wer keine nicht Belästigung möchte, kann einfach normalgekleidet herum laufen ) Und wenn man Farb-Eier und Spraydosen-Sprüche auch mal abzieht, ( denn wenn der Mufti Farbtopf und Pinsel bekommt - - , ist die Schmiererei schneller weg als gekommen ) - - bleibt dann überhaupt noch etwas übrig, wo man sich d'rüber aufregen könnte? Gruss, Kritika
03.04.19
17:56
Kafira sagt:
An Bea McL. Gut getroffen ! Aber so, wie ich den ZielVerein einschätze ist zu befürchten dass: der gemeinte PersonenKreis - - - es nicht auf sich bezieht - stur so weitermacht. - und weiterhin Selbstmitleid geniesst. Schade, Kafira Kafira
04.04.19
16:04
Gunder sagt:
ein gutgemeinter Rat an Bea: kein Blick in den Spiegel vermeidet Übelkeit beim Gesindel! Und was die Innendarstellung angeht: einfach mal die Peddigreepal im Regal stehen lassen.
04.04.19
19:22
Kritika sagt:
L.S. „Islam- und Muslimfeindlichkeit betreffen uns alle, so sagt der Header. Nein - findet Kritika, es betrifft nur Muslims, welche die Folgen ihrer eigenen Verbrechen und den Verbrechen der Ideologie, den sie hinter her laufen, zu spüren bekommen. z. B. Vergewaltigung und Mord von Deutsche Frauen. Aber auch typisch Muslimische Grausamkeiten, welche im Islamischen Brunei angekündigt sind: Hand Amputation für Diebstahl, Steinigung für Schwule und Lesben. Haben die obige Berichteschreiber schon die Pakistanische "Bibi " vergessen? Die Frau hat 8 Jahre in der Muslimisch-Pakistanische Todeszelle gesessen, dafür, dass sie ein Muslimisches Trinkglas verunreinigt hat. Angesicht derartige furchtbare Muslimische Grausamkeiten, sollten sich Muslims schämen, die sich über Lappalien wie Kopftuch Belästigung oder ein Farbei an der Moscheemauer aufzuregen. Kritika meint: Ohne Muslims wäre Deutschland wesentlich sicherer, Ohne Islam wäre die Welt wesentlich friedlicher. Gruss, Kritika
07.04.19
1:43
Frederic Voss sagt:
Wann wird hier auch mal ein Artikel über die gigantische Anzahl feindlicher Übergriffe und Verbrechen IM NAMEN DES ISLAM weltweit - der Wahrheit wegen und zur Buße - veröffentlicht? Und wegen dieser berechtigten Frage soll ich schon wieder als rechtsradikal tituliert und beschimpft werden? Da lachen ja die Hühner über diese perfide Strategie.
07.04.19
10:43
Prinzessin Rosa sagt:
@kafira Bitte definieren Sie „normal gekleidet“.
07.04.19
19:25
Kafira sagt:
An P. Rosa Sie fragt: Bitte, definieren Sie " normal gekleidet " Gerne, liebe Rosa Der Duden, ( der Koran der Deutschen Begriffe ) sagt: Normal ist gewöhnlich - durchschittlich - üblich - geistig gesund - Ich interpretiere folgerichtig Normal gekleidet: " so, wie die übergrosse Mehrheit sich kleidet". Trüge eine übergrosse grosse Mehrheit der Frauen hier eine blaue Bademütze in der Fussgänger Zone, dann wäre eine Frau ohne Kopfbedeckung nicht normal gekleidet. Trüge eine Frau im Frühling ein Kopftuch und Strassen-fegenden langen formlosen, farblosen Mantel, darunter ein ebenso langes formloses Kleid und sicherheitshalber darunter auch noch eine lange Hose - - Während 99 % aller Frauen offenes Haar und schicke, hübsche, knielange bunte Kleider tragen, dann wäre die mit dem strassenfegenden Mantel und Kleid und Hose nicht normal gekleidet. Vielleicht möchte diese Frau damit ausdrucken, dass sie Sympatie hegt für eine menschenunwürdige Ideologe? Wer weiss? Ich hoffe, dear P. Rosa, ich konnte Ihnen meine Definition deutlich machen. Und was verstehen Sie unter " normal gekleidet " Gruss, Kafira
09.04.19
0:04