Sachsen-Anhalt

Kirchen weisen AfD-Vorwurf der Ausgrenzung zurück

Einer Pressemitteilung der AfD-Fraktion in Sachsen Anhalt zufolge versuchen Kirchen die AfD in der Gesellschaft auszugrenzen. Die evangelische Kirche weist diese Vorwürfe zurück.

05
04
2018
AfD
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Die evangelischen Kirchen in Sachsen-Anhalt sind Ausgrenzungsvorwürfen der AfD-Landtagsfraktion entschieden entgegengetreten. „Die Unterstellungen zur Haltung der Kirchen weisen wir mit der gebotenen Klarheit zurück. Die Vorwürfe sind ganz überwiegend einfach hanebüchen“, sagte der Beauftragte der evangelischen Kirchen bei Landtag und Landesregierung, Albrecht Steinhäuser, am Dienstag in Magdeburg.

„Wenn die Kirchen sich gegen alle Versuche wenden, andere zu stigmatisieren oder zu kriminalisieren, dann ist das kein unbotmäßiges Einmischen in Politik, sondern originärer Auftrag der Kirchen.“

Die AfD hatte zuvor in einer Pressemitteilung geschrieben: „Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche ebenso wie kirchliche Vereine betreiben eine immer stärkere Ausgrenzung der AfD in der Gesellschaft.“ Und der neue Fraktionschef Oliver Kirchner wird zitiert: „Ganz offensichtlich versuchen Kirchenvertreter hier selbst Politik zu machen. Sie sind sich noch nicht einmal zu schade, offiziell angemeldete Demonstrationen der AfD durch Glockengeläut zu stören und als Hautprofiteure der Asylkrise die AfD schlechtzureden, wann immer es geht.“

Der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Tobias Rausch kündigte seinen Austritt aus der evangelischen Kirche an. Steinhäuser sagte, er nehmen das mit Bedauern zur Kenntnis, wie er den Austritt eines jeden Christen aus der Kirche bedauere.

Die Kirchen gehören zu einem breiten gesellschaftlichen Bündnis, das ein zunehmendes Klima von Angst und Denunziation beklagt. Sie engagieren sich dort gemeinsam mit Kulturschaffenden, Gewerkschaftern, Jugendhilfe-Vertretern und Wohlfahrtsorganisationen. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Dieser nunmehrige AfD-Vorwurf der gesellschaftlichen Ausgrenzung erinnert stark an das bereits gewohnte Gejammer von Islamvertretern über "Islamophobie" und "antimuslimischen Rassismus". Beiden Gruppen rate ich zur intensiven Selbstkritik, anstatt bequemen Schuldzuschreibungen an andere. Jede Gesinnungsgemeinschaft und ihre Anhänger sind für die Imagepflege selbst verantwortlich.
05.04.18
14:03