Karlsruhe

Stadt prüft Bauantrag für Karlsruher Moschee

Die Karlsruher DITIB-Gemeinde plant den Bau einer repräsentativen Moschee. Der Bauantrag wurde bei der Stadt eingereicht. Doch sind die Pläne seit Jahren umstritten.

22
02
2018
aktuelle DITIB-Moschee in Karlsruhe
aktuelle DITIB-Moschee in Karlsruhe © Facebook, bearbeitet by iQ.

Über den Antrag der DITIB-Gemeinde zum Bau einer repräsentativen Moschee in Karlsruhe wird voraussichtlich nicht vor April entschieden. Üblicherweise dauere die baurechtliche Prüfung etwa drei Monate, sagte der Karlsruher Baudirektor Michael Obert. Der Bauantrag war Ende Januar bei der Stadt eingereicht worden. Geprüft werde etwa, ob genügend Parkplätze vorgesehen seien.

Da das Grundstück in einem Industriegebiet der DITIB gehört, hat sie dort ohnehin Baurecht, wie ein Stadtsprecher am Mittwoch sagte. Da gebe es keinen politischen Spielraum. „Wir sind an die baurechtlichen Vorgaben gebunden.“

Die bisherige Moschee steht mitten im Gewerbegebiet in der Karlsruher Oststadt, eingezwängt zwischen einem Umstandsmoden-Geschäft und einem Biolebensmittelladen, gegenüber von einem Baumarkt und direkt hinter dem Karlsruher Energieversorger EnBW. Es ist eine ehemalige Tresorfabrik, in der die gläubigen Muslime seit vielen Jahren beten. Das Gebäude soll nun einem repräsentativen Moscheebau weichen, Kuppel und ein bis zu 35 Meter hohes Minarett inklusive. Wenn alles wie geplant läuft, wird noch dieses Jahr mit dem Bau begonnen.

Streit um geplante Moschee

Um die Moschee gibt es seit langem Zoff. So war auch diskutiert worden, ob sie mitten in der Stadt im Stadtteil Mühlburg entsteht. Nach heftigem politischen Streit hatte die DITIB davon jedoch Abstand genommen und plant die Moschee nun auf ihrem eigenen Grundstück. Im Gemeinderat sehen etwa CDU, AfD sowie die Gruppierung „Gemeinsam für Karlsruhe“ das Bauvorhaben weiterhin kritisch.

„Einem würdigen Gebetshaus stellen wir uns nicht entgegen. Aber so ein überdimensioniertes Projekt möchten wir nicht“, sagt die Karlsruher CDU-Stadträtin Rahsan Doğan. Ein Minarett sei ausdrücklich nicht gewünscht. Ihre Fraktion unternimmt gerade einen weiteren Versuch, auf den Neubau Einfluss zu nehmen. Bürger hätten kritische Fragen, das Vorhaben werde stadtweit diskutiert. Auf einer Info-Veranstaltung der DITIB-Gemeinde und des Bürgervereins (BV) Karlsruhe-Oststadt ging es im Januar hoch her. „Heftig und emotional“ sei die Debatte gewesen, heißt es. „Dabei ist der geplante Bau auch nicht höher, als das EnBW-Gebäude“, sagt der BV-Vorsitzende, Jürgen Scherle.(dpa, iQ)

Leserkommentare

Andreas sagt:
Wer soll denn entscheiden, ob das Projekt überdimensioniert ist? Eine Moschee darf durchaus repräsentativ sein, dagegen ist nichts einzuwenden. Und was spricht gegen ein Minarett?
22.02.18
14:23
Dilaver Çelik sagt:
Überall das gleiche Theater. Wer sich selbst an einer Moschee im entlegenen Industriegebiet stört, verrät den hohen Grad seiner geistigen Unsicherheit. Erstaunlich: Mittlerweile spricht eine Landesverräterin, die der CDU in den Allerwertesten kriecht, sich gegen eine repräsentative Moschee aus. So weit sind wir also schon. Armes Deutschland.
22.02.18
15:27
Dilaver Çelik sagt:
Kleine Ergänzung: Spätestens nachdem die neue Moschee fertiggestellt ist, verstummt die ganze Scheindebatte und Ruhe ist. Eine Torheit, der falschen Hoffnung zu verfallen, dass das Gegenteil eintreffen wird.
22.02.18
16:33
Johannes Disch sagt:
@Andreas (Ihr Post vom 22.02.18, 14:23) Dass die ´DITIB dort bauen darf, ist unstrittig. Ihr gehört das Gelände. Und wenn Muslime in den Räumlichkeiten sowieso schon lange beten, ´macht es Sinn, das endlich in eine reguläre Moschee umzuwandeln. Strittig ist nur wie gebaut wird. Und das ist der Einwand wegen den Minaretten oder deren Höhe durchaus legitim. (Man erinnere sich an den Streit über die Höhe der Minarette beim Bau der Kölner Moschee). Das hat folgenden Hintergrund: Ein Minarett ist nicht einfach nur ein Minarett, sondern es steht für etwas. Überhöht das Minarett die örtliche Kirche, so heißt: Der Islam ist dem Christentum und der christlichen Kirche überlegen. Eine Moschee braucht nicht unbedingt ein überdimensionales Minarett. Muslime könnten hier ihre Kompromissbereitschaft zeigen und damit Ängste und Vorbehalte in der Bevölkerung zerstreuen. Beharren sie hingegen auf einem überdimensionalen Minarett, so müssen sie sich nicht wundern, wenn die Bevölkerung skeptisch bleibt. Ähnliches wie für das Minarett gilt auch für die Namensgebung der Moscheen. Auch diese ist nicht zufällig, sondern hat Symbolcharakter. Nenne ich eine Moschee "Sultan-Selim-Moschee"-- wie beispielsweise hier bei uns in Mannheim-- so wähle ich damit den Namen eines Eroberers. Will heißen: Mit dieser Moschee erobern wir quasi symbolisch die Stadt. Wie angenehmer ist hingegen eine "Ibn-Rushd-Moschee", wie sie Seyran Ates in Berlin gegründet hat. Sie führt den Namen eines der größten rationalen Philosophen des Islam. Es würden sich durchaus noch weitere Möglichkeiten anbieten: Eine "Ibn-Khaldun-Moschee", eine "Averroes-Moschee", etc. Aber seltsamerweise entscheiden sich die Moschee-Bauer immer für den Namen eines Eroberers. Ein Schelm, wer böses dabei denkt... Also Andreas: Damit will ich sagen, weder der Name einer Moschee, noch die Zahl und Höhe der Minarette sind vernachlässigungswerte Kleinigkeiten.
23.02.18
13:35
grege sagt:
Es gilt nun mal hierzulande ein Baurecht, was von allen einzuhalten ist. Auch mir sind schon Bauvorhaben von Seiten der Behörden verwehrt worden, was mich dennoch nicht berechtigt, den veranwortlichen Baurat als rassistisch zu verunglimpfen. Zudem sollten sich die Erdowahnpaladine mit ihren großmäulöigen Beschwerden zurückhalten und stattdessen für Rechte von Christen in der Türkei eintreten, die für Moslems hier selbstverständlich sind.
23.02.18
21:06
Charley sagt:
Was soll denn ein Minarett, wenn kein Muszzin davon rufen darf? Denn das wird in der Gegend als extrem störend empfunden werden. ....... Und das EBW-Gebäude ist durchaus nicht so nah! Achritektonisch würde ein Minarett sehr aus dem Baurahmen der Umgebung fallen. Jeder kann auf google man suchen nach "DITIB Türkisch Islamischer Kulturverein e.V. Karlsruhe" streetview. Das EnBW-Gebäude hat max 6 Stockwerke.... das wären bei 35m ca 6 m pro Stockwerkt... hallo Islamq, bitte erst mal rechnen lernen! Es geht doch um etwas anderes, nämlich die Impertinenz, mit der der Islam immer noch als alleinig selig machende Religion sich aufdrängen will. Dagegen wehren die Menschen sich und empfinden zu recht dieses intolerante Sendungsbewusstsein des Islam als Belästigung,... mithin also auch ein unbescheidenes Bauen. Wäre der Islam in Europa bereit, sich als eigener Folkloreverein zu verstehen, wie es die sog. christlichen Kirchen auch inzwischen machen - eben in einer säkularen Gesellschaft - würde er toleriert werden. Denn so vieles, was da gepflegt wird im Islam hat wirklich nur folkloristisch-sektiererische Bedeutung und ich würde sofort kämpfen, wenn diese Verhaltensmuster, die im Islam als zwingend angesehen werden, als allgemeinverbindlich propagiert werden. Ein bisschen mehr Demut wäre angesagt!
25.02.18
11:43