Heribert Hirte

CDU-Abgeordneter: Kein Problem der Islamisierung in Deutschland

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Heribert Hirte sieht keine Gefahr der Islamisierung in Deutschland. Der wachsende Atheismus stelle eine größere Herausforderung dar.

25
08
2017
Christlich Demokratische Union Deutschlands. bearbeitet by IslamiQ.

Zunehmender Atheismus ist nach den Worten des CDU-Bundestagsabgeordneten Heribert Hirte eine größere Herausforderung als die Furcht vor einer möglichen Islamisierung. „Ich vertrete entschieden die These, dass wir in Deutschland kein Problem der Islamisierung, sondern vielmehr ein Problem der Entchristlichung und des wachsenden Atheismus haben“, sagte Hirte, der Vorsitzender des Stephanuskreises der Unions-Bundestagsfraktion ist, in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview des Portals katholisch.de. Alle Religionen täten sich mit dieser Entwicklung schwer.

„Der Widerstand gegen Minarette, Kreuze oder andere religiöse Zeichen im öffentlichen Raum ist immer dort am stärksten, wo auch der Atheismus am stärksten ausgeprägt ist“, sagte Hirte. „Beispielhaft für dieses Problem kann man den geplanten Bau der Ahmadiyya-Moschee in Erfurt nennen, aber auch die Debatte um das Kuppelkreuz auf dem Neubau des Berliner Stadtschlosses.“

Mit Blick auf das Thema Religionsfreiheit, das ein Anliegen des Stephanuskreises ist, kündigte der Christdemokrat an, dass sich die Gruppe in der nächsten Legislaturperiode für den Posten eines Regierungsbeauftragten für Religionsfreiheit einsetzen werde.

Hirte regte zudem an, dass Religionsfreiheit weltweit zu einer Bedingung für eine Zusammenarbeit mit anderen Staaten gemacht werden solle – „im Bereich der Entwicklungspolitik ist dies bereits teilweise der Fall“. Angesichts der Flüchtlingsdebatte sagte Hirte, dass Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt würden, auch künftig in Deutschland Zuflucht gewährt werden müsse. „Dies war ja auch ein wichtiger Aspekt der Flüchtlingspolitik der vergangenen Jahre.“

Hirte sieht es nach eigenem Bekunden als „größte Herausforderung“, dass Flüchtlinge „unser Modell der religiösen Toleranz und des friedlichen Miteinanders der Religionen erlernen und für sich übernehmen“. Wer seine Religion selbst frei ausüben wolle, müsse das auch anderen Menschen ermöglichen. „Dies ist der Kern der Religionsfreiheit und die zentrale Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben.“ (KNA/iQ)

Leserkommentare

Manuel sagt:
Gut, wenn das Bedinung sein soll, dann darf mit keinem islamischen Land mehr zusammengearbeitet werden, denn dort ist Religionsfreiheit nicht vorhanden, sonderen das Gegenteil!
25.08.17
18:55
Ute Fabel sagt:
Im 4. Jahrhundert wurde das Christentum ab Konstantin aus politischem Kalkül zuerst hofiert, ab Theodosius allen aufgezwungenen. Das war ganz im Geiste von Jesus, der sich in den Evangelien ständig als einzigen wahrheitsbringenden Erlöser preist. Renaissance und Aufklärung sowie die moderne Forschung haben das Christentum zurechtgestutzt und das war gut so. Die Welt wäre besser, wenn die Menschen mehr denken und hinterfragen und weniger glauben würden. Wie brauchen mehr und nicht weniger Trennung von Staat und Religionen. Nicht überraschend ist, dass ein Politiker einer Partei, die das C im Namen trägt, davon nichts wissen will. Da schmiedet man noch lieber Allianzen mit einer anderen Religion mit starken politischen Ambitionen.
25.08.17
18:56
Johannes Disch sagt:
Heribert Hirte ist völlig auf dem Holzweg. Da macht wohl einer auf christlicher Fundamentalist, von wegen Atheismus als Gefahr. Atheismus ist völlig okay und auf jeden Fall weniger gefährlich als jeglicher religiöser Fanatismus.
26.08.17
12:39
Frederic Voss sagt:
Ein Mann und eine Ansicht. Hamed Abdel-Samad meint: "Der Islam muß als faschistoide Ideologie entmachtet werden, sonst sind Demokratie und eine Annäherung an westlich-humane Werte unmöglich." Gerne würde ich hier auch einmal ein Interview mit Herrn Abdel-Samad lesen. Sie können ihn dann vielleicht davon überzeugen, daß er sich irrt, zumal er echten Argumenten gegenüber bestimmt aufgeschlossen ist.
26.08.17
15:25
Johannes Disch sagt:
@Frederic Voss Mit seiner These vom "Islamischen Faschismus" liegt Abdel-Samad völlig daneben. Aber das haben wir hier früher ausführlich diskutiert, weshalb ich diese Diskussion nicht mehr aufwärmen will. Was man bekämpfen muss, das ist der Politische Islam ("Islamismus") und einen orthodox-schriftgläubigen Islam, wie ihn die deutschen Islamverbände praktizieren. Interviews mit HAS findet man im Netz in Hülle und Fülle. Ich bin mit vielen seiner Thesen (bsp. "Islamischer Fachismus") nicht einverstanden, und auch sein Buch über den Propheten ("Mohamed") ist nix weiter als pseudopsychologische Kaffeesatzleserei. Aber HAS hat recht damit, dass wir es jahrelang zugelassen haben, dass ein reaktionär interpretierter Islam hier seine Infrastruktur aufbauen konnte.
27.08.17
20:53