Österreich

Neues Gesetz soll islamische Kindergärten verhindern

Mit einem neuen Kinderbetreuungsgesetz wollen FPÖ und ÖVP künftig Kindergärten für Muslime in Oberösterreich verhindern. Christliche Feste sollen verpflichtend gefeiert werden.

22
04
2016
Kindergarten. © woodleywonderworks auf flickr, bearbeitet by IslamiQ

Am Donnerstag brachten die ÖVP und FPÖ in einem Unterausschuss im Landtag eine Gesetzesnovelle ein. Sie sieht vor, dass künftig christliche Werte in den Kindergärten vermittelt werden sollen. Damit könnten auch islamische Kindergärten verhindert oder geschlossen werden.

In diesem Rahmen sollen auch alle christlichen Feste in den Kindergärten verpflichtend gefeiert werden. Die Grünen, die SPÖ, sowie Kinderpädagogen kritisieren das geplante Gesetz. Die Novelle muss noch im Landtag verabschiedet werden. Wie der „Österreichische Rundfunk“ berichtet, sehen ÖVP-Landeshauptmannstellvertreter Thomas Stelzer und FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr darin Erfolgsfaktoren für eine gelungene Integration.

Der österreichische Integrationsminister Sebastian Kurz bewertete im letzten Jahr die Situation der rund 150 islamischen Kindergärten als „besorgnisserregend“ und fordert zum Teil eine sofortige Schließung der Einrichtungen. Anlass dazu ware eine Voruntersuchung, die der Professor am Institut für Islamische Studien, Ednan Aslan vorlegte.

Leserkommentare

Manuel sagt:
Wir leben nunmal im christlich-jüdischen Abendland und nicht im islamischen Morgenland.
23.04.16
21:28
Andreas sagt:
Das ist mal wieder so eine Regelung, die lediglich dazu dient, Muslime zu gängeln. Von der Religionsfreiheit soll sich damit Schritt für Schritt verabschiedet werden.
26.04.16
11:07
Ute Fabel sagt:
Ich bin eine Gegnerin von konfessionellen Kindergärten und Schulen - seien es christliche, islamische oder jüdische- , in welchen die religionsunmündigen Kinder nach dem Religionsbekenntnis ihrer Eltern ausgesiebt werden und unter sich bleiben. Überkonfessionelle Bildungseinrichtungen halte ich für integrativer und gesellschaftlich viel wertvoller als religiöses Sektierertum im Schulsystem.
26.04.16
12:54
Markus sagt:
Warum sollen denn muslimische Kinder nicht in muslimische Kindergärten gehen dürfen? Christliche Kinder dürfen doch auch in christliche Kindergärten gehen. Wo ist denn da die Gleichbehandlung? Und warum sollen muslimische Kinder in Kindergärten christliche Feste feiern? Sollten muslimische Kinder nicht muslimische Feste feiern? Was sind überhaupt die christlichen Werte (im Gegensatz zu den muslimischen Werten)?
26.04.16
14:43
Ute Fabel sagt:
Es gibt keine muslimischen und christlichen Kinder, genausowenig wie es sozialdemokratische oder konservative Kinder gibt. Man muss von Kindern christlicher bzw. muslimischer oder sozialdemokratischer bzw. Eltern sprechen. Diese Einverleibung von Unmündigen durch Religionsgemeinschaften finde ich unerträglich. Ich bin selbstverständlich nicht dafür konfessionelle Bildungseinrichtungen zu verbieten (wo eine Nachfrage besteht, soll es auch ein Angebot geben), allerdings bin ich gegen Förderungsprivillegien gegenüber nichtreligiösen Einrichtungen. Wenn mich jemand um einen persönlichen Ratschlag fragt, wohin er seine Kinder schicken soll, würde ich mit großer Leidenschaft überkonfessionelle öffentliche Schulen und Kindergärten empfehlen, wo man Vielfalt meiner Überzeugung nach weit besser erleben kann. Kinder sollten nicht nur im religiösen Saft ihrer Eltern und Famile schmoren sondern Verschiedenes hören, Dinge hinterfragen sowie kritisch und selbstständig denken lernen. Scheuklappen kann man im öffentlichen Bildungssystem weit besser ablegen.
27.04.16
8:02
Thomas sagt:
Lieber Ute Fabel, gibt es deutsche Kinder? Oder österreichische Kinder? Oder gelten da andere Normen als für Religionen? Kinder werden nun einmal nicht in den leeren Raum hinein geboren, sondern hinein in eine Gemeinschaft. Daher können wir guten Gewissens sehr wohl von deutschen oder österreichischen Kindern ebenso sprechen, wie von christlichen oder muslimischen Kindern.
27.04.16
10:37
Manuel sagt:
@Thomas: Kinder sollten zu kritischen Menschen erzogen werden und nicht mit politischen und religiösen Dogmen, wie beispielsweise die islamische Kopftuchpflicht, vollgestopft werden.
27.04.16
21:16
Ute Fabel sagt:
@Thomas: Wir Menschen sollten uns auch vom einem engstirnigen Nationalismus lösen und uns als Weltbürger betrachten. Mich würde interessieren, ob es für sie auch marxistische, Neokonservativen oder AfD- Kinder gibt, wenn sie kein Problem damit haben, Unmündige als Christen oder Moslems zu klassifizieren.
28.04.16
19:06
Enail sagt:
Es ist richtig, zunächst bestimmen die Eltern, welcher Religion ihre Kinder angehören. Der Unterschied ist dahingehend, dass christliche Kinder später, ohne Repressalien befürchten zu müssen, ihre Religion ablegen oder wechseln können. Gilt das gleiche auch für Muslime? Meiner Erfahrung nach nicht. Sinnvoll wäre es schon, wenn Kinder später ihre, wenn denn der Wunsch nach Religionszugehörigkeit überhaupt besteht, selbst bestimmen könnten. Warum dürfen das Muslime nicht, welche Befürchtungen haben sie? Ich selbst habe lange in einem kath. Kindergarten gearbeitet. Wir hatten unsere Konzeption, die alle Eltern bekamen. Daraufhin konnten sie sich entscheiden ob sie, auf Grund unserer Vorgaben, einen Platz beanspruchen oder nicht. Und wir haben, so meine ich schon behaupten zu dürfen, unsere Kinder zu selbstständigen und kritischen, sozial-und empathiefähigen Menschen erzogen. Und bei uns war alles vertreten. Christen, Atheisten, Muslime und einmal hatten wir sogar Buddisten. Kinder, so habe ich erfahren, sind die tolerantesten Menschen. Und was ich von Kollegen erfahren habe, dass in Kindergärten, die überwiegend von Muslimen besucht wurden, es beachtliche Schwierigkeiten, nicht mit den Kindern, aber mit den muslimischen Eltern gegeben hat, weil sie Frauen als Ratgeber für ihre Kinder einfach nicht akzeptieren wollten. Ich habe diese Erfahrung nicht gemacht. Doch ich denke, dass es einen Unterschied macht, ob Muslime in einer Einrichtung in der Minderheit sind oder die Mehrheit darstellen. Und ich weiß eben von Kollegen, dass in muslimischen Einrichtungen eine andere Erziehung stattfindet. Schon in diesem Alter wird den Kindern aufgezeigt, dass Mädchen und Jungen unterschiedliche Rechte und Pflichten haben. Dies gibt es in christlichen Einrichtungen, und ich kenne einige davon, nicht. Es spricht nichts dagegen, dass Muslime ihre Feste feiern genauso wie die Christen auch. Wenn es nur darum ginge, wäre es um vieles einfacher. Es würde hier den Rahmen sprengen, die Erfahrungen aufzuzeigen, die Kolleginnen von Einrichtungen mit überwiegend muslimischen Anteil berichteten. Ich hatte nie den Wunsch, mit ihnen zu tauschen.
17.05.16
1:13