Flüchtlinge

Bald islamische Partei in Deutschland?

Eine muslimische Partei hätte in Zukunft gute Chancen in Deutschland, meint Parteienforscher Jürgen W. Falter. Als Grund nennt er die steigende Zahl muslimischer Bürger aufgrund des Flüchtlingsstroms.

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10
2015
Studie Wahlzettel Bundestagswahl
Wahlzettel, Bundestagswahl © by Awaya Legends auf Flickr (CC BY-2.0), bearbeitet islamiQ

Der Parteienforscher Jürgen W. Falter räumt einer Muslim-Partei in Deutschland gute Chancen ein. Eine Zahl von künftig sieben bis acht Millionen Muslimen sei angesichts von derzeitigem Flüchtlingsstrom und Familiennachzug „keine völlig aus der Luft gegriffene Zahl“, sagte der Politikwissenschaftler im Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Das wäre bei weitem genug für eine Minderheitenpartei.“

Nach Falters Einschätzung werden die gegenwärtigen Zuwanderer der Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzenden Angela Merkel das Obdach in Deutschland an der Wahlurne nicht danken. Die Union führe das Christliche im Titel und betone es in ihrem Grundsatzprogramm. So sei sie „für gläubige Muslime naturgemäß nicht die Partei der ersten Wahl“, so Falter. Auch der Bildungsgrad der meisten Flüchtlinge lasse vermuten, dass sie später bevorzugt linke Parteien oder eben eine künftige islamische Partei wählten. – Falter leitet das Institut für Politikwissenschaft an der Universität Mainz. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Gabriela P sagt:
Wir brauchen keine Islamische Partei in Deutschland, wir sind Christentums und werden wir so bleiben! Was ist los? Hat alle Politiker die verschtand verloren ?was ist mit Deutschland? Was ist mit uns Christen? Was passiert mit uns unter die Islamische Regierung und Glauben?
21.05.16
9:04
Manfred Schmidt sagt:
An Subah, Klar, muslimische Laender sind immer die Opfer und der boese Westen immer der Ausbeuter/Imperialist/Unterdruecker und was es noch alles fuer Begriffe zu vergeben gilt. Wenn islamische Maechte/Herrscher in der Geschichte glaubten, ihre Macht verbreiten zu koennen, haben sie das zu jeder Zeit getan, wie sonst hat sich der Islam denn verbreitet..... Beispiele? Ausbreitung nach Nordafrika, Iberische Halbinsel, Besetzung von Teilen Suedosteuropas durch das Osmanische Reich. Wie wurde Konstaninopel zu Istanbul? usw usf. Und wie wurden diese Machterweiterungen realisiert? mit Pferd und Schwert, wie damals eben Kriege gefuehrt wurden. Europa hat sich inzwischen gluecklicherweise saekularisiert und das ist gut so. Es braucht nicht den Import einer Religion, deren Vertreter an einer archaischen Auslegung des Geschriebenen festhaelt und deren Mitglieder grossen Teils das fuer richtig halten. Wie geht der Islam eigentlich in seinem "Stammland" mit Andersglaeubigen um? Bitte erst mal selbst soviel Toleranz und Unterstuetzung gewaehren, bevor man sie selbst von Anderen einfordert.
23.05.16
8:14
Manfred Schmidt sagt:
An Subah, die Formulierung Gier nach Oel ist ja nun auch wieder ein antiwestliches Klischee. Die arabischen Laender, die ueber Oel verfuegen finanzieren sich luxurioes damit, denn es wird ihnen in fairem Handel abgekauft. Es haelt vorlaeufig noch zum grossen Teil die Weltwirtschaft am Laufen, doch ist zu hoffen, dass sich dieses bald aendert..... Und wer will denn aus der Tatsache, Oel verkaufen zu koennen geostrategischen Einfluss nehmen? .... und eben auch religioesen? "Wir werden 200 neue Moscheen in Deutschland bauen.." Von wem stammt diese Aussage? Der ueberwiegende Teil der westlichen Welt verzichtet gerne auf diese Zwangsbeglueckung.
23.05.16
8:41
Margarete Hablas sagt:
Es wird angenommen, dass die Flüchtlinge vor dem politischen Islam fliehen. Interessant ist es aber, dass noch niemand darauf gekommen,ist, dass die Flüchtlinge dem politischen Islam angehören und darum aus ihren Ländern, fliehen? Es gibt islamische Staaten, die Angehörige des politischen Islam verfolgen.
07.11.16
10:25
Axel Arnold Bangert sagt:
Ich bin überzeugt, dass Falter das richtig sieht. Bis ca 2009 hatte die SPD die grössten Stimmrechtsanteile bei Menschen mit Migrationshintergrund. Ich denke, dass sich das nun zunächst s 09.2017 zu Gunsten der CDU verschoben hat - habe leider noch keine aktuelle Analyse gefunden. Allerdings rechne ich mit einem anderen entscheidenen Parameter für die Herausbildung europaweiter islamischer Parteien und der betrifft die Prekariats-Verweildauer der Migranten. Ich ziele hier überhaupt nicht auf eine Migrationskostenrechnung ab, sondern auf den Versuch einer sozialen und ökonomischen Integration von allen Prekariatsgruppen - ganz egal, ob Migrant oder Stamm-Europäer. Ich bin fest davon überzeugt, dass z.B. alle SPD'ler und alle Gewerkschaftler die Vertretung des Lumpen-Prekariates innerlich aus Überzeugung ablehnen, ebenso wie Marx dies tat (NS Zeit lasse ich außen vor, weil das zu Missverständnissen führt). Und diese Haltung ist genauso zutiefst in der Bevölkerung verankert. Das ist nicht nur eine Nichtvertretungsrechtfertigung, sondern dem Grunde nach eine der härtesten und tiefst verankertsten Anti...ismen, die es überhaupt gibt. Das liegt an der zentralen Bedeutung dieses Anti...ismus für die eigene individuelle Leistungsbewertung und damit letztlich für die Selbststabilisierung des Gesamtsystems (Leistungskapitalismus-Meritokratismus-Abwärtsvergleich). Die gezielte Ausweitung eines solchen Lumpen-Prekariates - wodurch und mit welchen Zielen auch immer (z.B. Absenkung des Reservationslohnes) - würde im Falle des Stamm-Europa-Prekariates zur europaweiten, massiven Stärkung der Rechts-Populisten führen und im Falle des Stamm-Islam-Prekariates zur europaweiten Gründung islamischer Parteien mit - dann in dieser Motivation und Begründung - unabsehbaren Folgen. Diese beiden Flügelextreme des Prekariates sind bereits massivst gegeneinander in Stellung gebracht. Eine wirkliche Integration ist wegen fehlender genetischer Durchmischung unmöglich, da die nur soziale Durchmischung, die zudem sehr teuer ist, alleine absolut nicht ausreicht. Dieser Mechanismus eines Antiprekariatismus ist zur Zeit noch verdeckt, es ist noch nur ein Schwelbrand, der ist allerdings extrem gefährlich und hat ein erhebliches Potential im Falle einer schweren Wirtschaftskrise (Geldpolitikänderung). Wenn der Antiprekariatismus offen zu Tage tritt und die Polarisierung zwischen den bestehenden Prekariatsgruppen weiterhin geduldet, nicht thematisiert und nicht in eine wriklich effiziente politisch verantwortliche Bearbeitung überführt wird, dann werden die ohnehin bereits seit langem - zum Beispiel von türkischstämmiger Seite strategisch - geplanten Islam-Parteigründungen massive Probleme bei den Zuwächsen zu Rechtspopulistischen Parteien in Europa mit sich bringen.
07.02.18
17:40
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