Bayern

Schulfrei für muslimische Schüler an islamischen Feiertagen

Muslimische Schüler in Bayern sind ab sofort ohne Antrag auf Beurlaubung an islamischen Feiertagen vom Unterricht befreit. Das gab das bayerische Staatsministerium für Bildung und Wissenschaft bekannt.

01
09
2015
calender. copyright superscheell auf flickr, bearbeitet by IslamiQ

Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst gab am 7. Juli 2015 in einem öffentlichen Schreiben die Auswirkungen des Gesetzes über den Schutz der Sonn- und Feiertage sowie anderer religiöser und nationaler Feiertage auf den Unterricht an den Schulen bekannt.

Neben den gesetzlichen und staatlich anerkannten christlichen Feiertagen, an denen die Schulen geschlossen bleiben, werden muslimische, jüdische und christlich-orthodoxe Schüler nun an den Feiertagen ihrer Religionsgemeinschaften ohne besonderen Antrag von der Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht und sonstigen schulischen Veranstaltungen befreit. Die Erziehungsberechtigten bzw. die volljährigen Schüler sind lediglich dazu verpflichtet, die Schule rechtzeitig über den Grund und die Dauer der Abwesenheit zu unterrichten. Muslimische Schüler sind die ersten beiden Tage des Ramadanfestes und die ersten beiden Tage des Opferfestes vom Unterricht befreit.

Schüler, die sonstigen Religionsgemeinschaften angehören und an ihren Feiertagen beurlaubt werden möchten, stellen einen schriftlichen Antrag auf Freistellung vom Unterricht, der in aller Regel bewilligt werden muss, sofern es sich tatsächlich um einen religiösen Feiertag handelt. Diese Änderung trat ab dem 1. August 2015 im Bundesland Bayern in Kraft.

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Ich halte das für den völlig falschen Ansatz, das läuft wieder auf Extrawürste für ausgewählte Religionsgemeinschaften hinaus. Besser wäre es, wenn jedem Schüler bzw. deren Erziehungsberechtigen eine bestimmte Anzahl von Tagen pro Schuljahr zuerkannt würde (ich denke da an zwei, vier halte ich für übertrieben), die freigenommen werden können. Manche Eltern wollen mit ihren Kindern vielleicht lieber das Ende des Zweiten Weltkriegs am 08.05. feiern oder der so genannte Reichskristallnacht von 09.11. auf den 10.11 gedenken, Verdient das weniger Respekt als Ramadan oder das Opferfest? Keinesfalls! Warum immer gerade Sonderregelungen für bestimmte Religionen und deren Rituale?.
19.09.16
18:08