Frankreich

Schweinefleisch in der Schulkantine

In den Kantinen der französischen Schulen werden Alternativgerichte ohne Schweinefleisch angeboten. Nun will der Bürgermeister von Chalon-sur-Saône keine Rücksicht mehr auf Kinder nehmen, die kein Schweinefleisch essen.

14
08
2015
Geplanter Anschlag in Frankreich © by anthony40 auf Flickr (CC BY-SA 2.0), bearbeitet islamiQ
Geplanter Anschlag in Frankreich © by anthony40 auf Flickr (CC BY-SA 2.0), bearbeitet islamiQ

Für eine hitzige Debatte sorgt in Frankreich die Ankündigung von Bürgermeister Gilles Platret (Die Republikaner), der die seit 1984 übliche Praxis mit Alternativmenüs ohne Schweinefleisch in Schulkantinen aufheben möchte. Bereits 2013 war in Arveyres in der Nähe von Bordeaux aus Ersparnisgründen ein einziges Menü eingeführt worden.

Die Trennung von Staat und Religion ist seit 1905 als Grundwert in der Verfassung verankert. Religion gilt allgemein hin als Privatsache. Alternativmenüs anzubieten, um auf Religion Rücksicht zu nehmen, laufe der rechtlich verankerten Trennung von Staat und Religion zuwider, argumentiert Gilles Platret.

Die Anwälte der „Liga zur gerichtlichen Verteidigung der Muslime“ sind da anderer Meinung. Ein Bürgermeister sei nicht befugt, eine Entscheidung zu treffen, die den Glauben beeinträchtige. Derweil hat sich Nicolas Sarkozy, Ex-Präsident und Vorsitzender der Republikaner, hinter den Burgunder Bürgermeister gestellt. „Wenn sie wollen, dass ihre Kinder konfessionelle Ernährungsweisen haben, dann sollen sie in konfessionelle Privatschulen gehen“, ließ Sarkozy wissen.

Leserkommentare

k'onah sagt:
Sp lächerlich, besonders der Kommentar von Sarkozy. Ich verstehe es einfach nicht.
14.08.15
15:45
Kritika sagt:
L.S. Sarkozy trifft den Nagel auf dem Kopf: Keine Salamitaktik bei Muslimische Launen! Sonst wachen die Franzosen eines Tages auf in die " Islamische Republik Frankreich" . Gruss, Kritika
14.09.18
22:34