Islamische Fachbibliothek

Mehr als 25.000 Bücher über den Islam

Die vermutlich größte Fachbibliothek Europas zum Thema Islam entsteht derzeit in Mannheim. Nach über fünf Jahren Arbeit ist der Präsenzbestand auf 25.000 Bände angewachsen. Demnächst soll die Bibliothek auch dem Fachpublikum zugänglich sein.

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In Mannheim geht der Aufbau der vermutlich größten islamischen Fachbibliothek Europas weiter. Das vom Kulturhaus der europäischen Muslime (KUDEM) unter der wissenschaftlichen Begleitung des Instituts für Islamische Studien und Interkulturelle Zusammenarbeit (IFIS&IZ) geführte Projekt hat einen ersten Meilenstein erreicht. In der Fachbibliothek sind mittlerweile rund 25.000 Bücher zur islamischen Theologie und Orientalistik vorhanden. Langfristig soll der Bestand auf insgesamt 100.000 Bände anwachsen. Auch eine Öffnung für das Fachpublikum ist geplant.

Die bisherigen Werke in der Bibliothek wurden aus verschiedenen Ländern und Kontinenten angeschafft. Unter anderem sind Werke aus Beirut, Istanbul und Kairo vorhanden. Die Bände liegen in sechs Sprachen vor (arabisch, türkisch, persisch, deutsch, englisch und französisch). Zudem werden die islamisch-theologischen Themenbereiche wie Koranexegese, Hadithwissenschaft, Islamisches Recht, Systematische Theologie, Prophetenbiographie, Geschichte des Islams, Islamische Mystik, Islamische Philosophie und Islamische Ethik/Morallehre abgedeckt. Darüber hinaus bestehen auch kleinere Bestände zu Themen wie Religionspädagogik, Medizin- und Bioethik, arabische sowie türkische Sprach- und Literaturwissenschaft etc., die einen indirekten Bezug zur islamischen Theologie haben.

Akribische Arbeit

Nach Umbaumaßnahmen am Gebäude des KUDEM vor fünf Jahren wurde eine aus Akademikern und Experten bestehende Kommission zur Auswahl der zu erwerbenden Bücher gegründet. Unter der Begleitung von Prof. Dr. Hüseyin İlker Çınar wurden Bücherlisten angefertigt, um in einem nächsten Schritt mit der Anschaffung der ausgewählten Literatur zu beginnen.

Der Erwerb vieler Bücher war laut KUDEM mit einem hohen Aufwand verbunden. Die eigentliche Herausforderung und Arbeit stellte jedoch die elektronische Erfassung und Katalogisierung der einzelnen Medieneinheiten dar, die infolge mehrerer mehrwöchiger Zusammenkünfte erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Maßgeblich für diesen Erfolg war laut KUDEM eine aus 20 ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammengesetzte Akademikergruppe, die zuvor durch besondere Seminare und Fortbildungen in die bibliothekarische Arbeit eingeführt wurden.

IFIS&IZ und KUDEM sind zivile Organisationen, die mit der Absicht gegründet wurden, einen Beitrag für das friedliche und gemeinschaftliche Zusammenleben zu leisten. Im Vordergrund der Arbeit beider Organisationen steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen nach Entfaltung, gesellschaftlicher Partizipation, Wissen, Kunst und Kultur. Mehr Informationen unter: www.kudem.com und www.ifis-iz.com.

Präsenzbibliothek steht bald zur Verfügung

Die Präsenzbibliothek soll in absehbarer Zukunft Studierenden, Wissenschaftlern und wissenschaftlich Interessierten zur Verfügung stehen und ihre Forschungen begleiten und fördern. Eine sukzessive Erweiterung des Buchbestands auf 100.000 Werke wird von KUDEM angestrebt.

KUDEM verwirklichte dieses Projekt, nach eigenen Angaben, durch die Eigeninitiative und das Engagement seiner Mitglieder, ohne jegliche finanzielle Unterstützung oder Hilfe Dritter. Es bedankte sich daher bei allen bisherigen sowie zukünftig Mitwirkenden für ihre tatkräftige Unterstützung und Beteiligung.

Auch das IFIS&IZ zeigte sich stolz, einen wissenschaftlichen Beitrag für ein solch wichtiges Projekt geleistet zu haben. Es kündigte wissenschaftliche Veranstaltungen und Bildungsaktivitäten sowie einer Reihe von international angelegten Tagungen an, die bald stattfinden sollen.