Rezension

Imageproblem – Das Bild vom bösen Islam und meine bunte muslimische Welt

Anja Hilscher behauptet: Der Islam hat ein Imageproblem. Ganz anders als die fernöstlichen Religionen und Weltanschauungen: „Die meisten Leute finden den Islam genauso unsympathisch wie sie den Buddhismus oder Taoismus sympathisch finden.“ Denn Yin und Yang ist in, der Islam ist out und die Zeit, in der der Islam in Europa cool war ist schon längst vorbei.

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2013

In vielen Köpfen wird der Islam mit den negativsten Schlagzeilen in Verbindung gebracht. Machos, die ihre Frauen zum Kopftuch zwingen, unangenehme Menschen, die grausame Ansichten haben. Hilscher ist sich sicher, Islam präsentiert sich „als eine einzige Katastrophe und das perfekte Hassobjekt.“ Anja Hilscher greift genau dieses Problem in ihrem BuchImageproblem – Das Bild vom bösen Islam und meine bunte muslimische Welt auf und möchte am liebsten alle Vorurteile beseitigen. Als deutsche Muslima, die seit ihrem halben Leben Konvertitin ist, spürt sie am eigenen Leibe, wie tiefgreifend ihre Entscheidung war. Denn seit 2001 sind die Muslime nicht nur die bösen Täter, sonder auch die Opfer einer Diffamierungskampagne, die vor allem in Deutschland in den letzten Jahren Wellen schlägt und schlimmer: Früchte trägt. Dabei kennt die Autorin sowohl die deutsche als auch muslimische Perspektive. Das macht das Buch interessanter, denn so serviert sie schon mal die gängigen Vorurteile, bevor man aufgeklärt wird. Man kann leicht schmunzeln und nickend zugeben: „Diesen Satz habe ich schon mal gehört„ oder „diesen Satz habe ich schon mal gesagt“. Den vorurteilbehafteten Menschen liest die Autoren förmlich die Gedanken. Dem muslimischen Leser jedenfalls sind viele Stereotypen, die im Buch angesprochen werden sehr wohl bekannt und man könnte meinen, dass man mindestens mit einem Dutzend dieser konfrontiert wurde.

Die Autorin möchte aber hauptsächlich Nicht-Muslimen eine “bunte Welt“ des Islam zeigen. In ihrem Buch richtet sie sich nicht an festgefahrene Islamfeinde, die ihren Hass bestätigen wollen (diesen rät sie sogar das Buch erst gar nicht zu lesen), sondern an Interessierte, die den Islam noch nicht kennen, als etwas Fremdes auffassen, aber sich gerne selbst ein Bild von dieser heißdiskutierten Religion machen wollen. Wer den Islam nur von den negativen Medienberichten kennt, wird überrascht sein. Wenn man also dieses Buch liest, sollte man die Bereitschaft mitbringen sich von seinen liebgewonnen Vorurteilen zu trennen.

Imageproblem – Das Bild vom bösen Islam und meine bunte muslimische Welt

In 18 Kapiteln setzt sich Anja Hilscher mit einer deutlich frechen und humorvollen Sprachen mit den viel diskutierten Themen wie Gleichberechtigung, Barmherzigkeit, Extremität, Kopftücher und Sexualität auseinander und untermauert ihre Argumente mit Quellen aus dem Koran und den Überlieferungen des Propheten. Hilscher schreibt einfach und verständlich. Obwohl das Thema brenzlig ist, bekommt sie es hin, ihre Aufklärung mit viel Ironie und Sarkasmus zu würzen. Sie schafft es, die verwickelte Diskussion über den Islam und die Muslime auf die humorvolle Art zu verarbeiten ohne dabei den Ernst der Thematik zu vergessen. Angesichts einiger trauriger Vorurteile und der schwierigen Situation diese erklären zu müssen, möchte man fast meinen, dass das die beste Art ist, sich auszudrücken.

Auch wenn der Titel „Imageproblem: Das Bild vom bösen Islam und meine bunte muslimische Welt“ lautet, geht es in dem Buch nicht hauptsächlich um die Welt von Hilscher, sondern um die Lebensart aller Muslime und vor allem um den Islam an sich. Dass der Alltag oder die Lebensart einer Muslima etwas zu kurz kommt ist sicherlich eine Schwäche des Buches. Eine Stärke dagegen ist es, dass die Autorin auch die Muslime kritisiert. Selbstkritisch erinnert sie die Muslime daran, dass Sauberkeit die „Hälfe des Glaubens“ ist und schreibt: „Man darf sich als Muslim also durchaus rein halten, und tatsächlich ist es auch nicht verboten, dasselbe mit der Umwelt zu tun. Mehr noch: Man muss es sogar (tut es aber nicht).“ Selbst zum Thema Tierschutz gibt es Überlieferungen. Die Praxis jedoch, gibt Hilscher zu, sieht ganz anders aus.

Imageproblem – Das Bild vom bösen Islam und meine bunte muslimische Welt – Anja Hilscher
Verlag : Gütersloher Verlagshaus
ISBN: 9783579065762
Fester Einband: 192 Seiten

Das Buch ist eine gute Einstiegslektüre für Interessierte, die sich bei Bedarf auch andere Quellen zur Informationsbeschaffung heranziehen sollten. Viele Punkte werden nicht ausführlich angesprochen, das würde aber auch den Rahmen des Buches sprengen. Nachdem ein Nicht-Muslim das Buch gelesen hat, wird er/sie sicherlich kein(e) Islamexperte/-in, aber das ist auch nicht die Absicht der Autorin. Es genügt, wenn man die Muslime etwas besser verstehen kann und bei der Konfrontation mit negativen Schlagzeilen hinterfragend urteilen kann.

Anja Hilschers Erstwerk ist ein Aufruf an alle Nicht-Muslime den Islam von einer anderen Seite zu entdecken und an alle Muslime, den Islam in seinem ursprünglichem Sinn zu verstehen und danach zu handeln. In ihrem letzten Kapitel kommt die Autorin unter anderem zu der Erkenntnis, “das, was uns heute in Form von Gewaltbereitschaft, Intoleranz und Dogmatismus in Kombination mit moralischem Überlegenheitsgefühl von mehreren Seiten als ‘Islam’ verkauft wird, gar nicht der Islam ist. Der Geist des wahren Islam ist ein ganz anderer und hält irgendwo einen ziemlich ausgedehnten Winterschlaf.”

Leserkommentare

Kritika sagt:
L.S. Der Reporter schreibt; "Hilscher ist sich sicher, Islam präsentiert sich „als eine einzige Katastrophe" Kritika meint: Der Islam presentiert sich nicht nur als eine einzige Katastrofe, sie ist es auch. Die Welt wäre ohne Islam wesentlich friedlicher. Gruss, Kritika
13.05.17
2:05
Frederic Voss sagt:
Zana Ramadani, Tochter einer muslimischen Einwandererfamilie, sagt: "Die muslimischen Frauen herrschen in der Familie. Ihre Töchter erziehen sie zu willenlosen Lemmingen, ihre Söhne zu verwöhnten Machos." In ihrem Buch "Die verschleierte Gefahr" beschreibt sie die Macht der muslimischen Mütter und den Toleranzwahn der Deutschen. Sie sagt: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Muslime gehören zu Deutschland - aber nur, wenn sie sich dieser Gesellschaft anpassen."
05.09.17
12:43
Kritika sagt:
An Frau Zana Ramadani, Herrn Frederic Voss und allle weiteren Lesern. "Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Muslime gehören zu Deutschland - aber nur, wenn sie sich dieser Gesellschaft anpassen." ---------- Den Nagel auf dem Kopf getroffen, Frau Ramadani; Kritika sieht es genauso. Gruss, Kritika.
09.09.17
16:02
Harousch sagt:
@Kritika, das ist ja eine sehr offene und ehrliche Meinung eines Menschen, der sich im Jahrhundert verirrt hat bzw. der Vergangenheit nacheifert, denn die Muslime haben schon längst die territorialen als auch ihnen aufgezwungenen geistigen Barrieren der islamfeindlichen Welt überwunden. Wir Muslime sind hier und überall auf der Welt vertreten und brauchen weder eine Existenzgenehmigung von wesensgleichen Subjekten dieser Art noch werden wir uns in immerwährende Rechtfertigungskarussellen ins Bedrängnis führen lassen. Die Frage nach Gesellschaftstauglichkeit der Muslime in Deutschland stellt sich erstmal garnicht, weil die Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime bereits ein Teil der Gesellschaft darstellen und insofern ebenfalls an der Gestaltung dieser Gesellschaft spätestens seit den 60- ern mitgewirken. Leider gibt es weiterhin Nachholbedarf auf etlichen Ebenen, weil es immernoch einige Menschen gibt, die sich eher für eine Separation entschieden haben als für eine Partizipation an und Mitgestaltung von einer pluralen Gesellschaft, weil sie anscheinend nur dasurch sich erst eine Identität bilden können. Vielleicht sollte man solchen Menschen die Möglichkeit einer freiwilligen Ausreise aus Deutschland geben, wozu ich Kritika und seinen Artverwandten unbedingt raten möchte, ohne ihm zu nahe treten zu wollen, bevor er von den bösen Muslimen womöglich zum Konvertieren zum Islam noch gezwungen wird. Das wäre ehe eine interessante Frage: Diejenigen, die Angst vor der schleichenden Islamisierung haben, nennt doch mal bitte eine einzige Situation aus eurem Alltag, in der Muslime den Versuch einer Missionierung unternommen haben. Eigentlich interessiert es die Msulime garnicht, was die Nichtmuslime denken, weil diese rein theologisch gesehen sowieso den Status der unverbesserlichen Irrgeleiteten haben, die sowieso nicht zu retten sind. Also Entwarnung an diejenigen, die die Kontrolle über bestimmte Muskelregionen verloren haben. Frau Ramadani stellt ihr eigenes Einzelschicksal dar, was sehr bedauernswert und traurig klingt, welches in jeder deutschen oder sonstigen Familie hätte ähnlichen Verlauf nehmen können. Beispiele ähnlicher Art gibt es überall auf der Welt.
05.02.18
18:08
Havva sagt:
@Kritika, kurz gesagt, Sie sind menschenverachtend und voller Hass. Deutschland wäre ohne SIE und ihresgleichen viel friedlicher..! Und Harousch hat Ihnen eins reingewürgt😁
24.02.18
0:46
Kritika sagt:
L.S. Viele Menschen würden noch leben, viele Angehörige würden nicht sehr sehr lange tief traurich sein um ihre brutal ermordete Geliebten, wenn nur der Islam niemals nach Deutschland gekommen wäre. Es sind die Muslims, welche die unmenschliche, HassBotschaften, aus dem Koran, die zu Mord an NIchtMuslims aufrufen, für bare Münze nehmen und die MordAufträge gerne ausführen. Das jüngste unfassbahr grausame Beisspiel solcher Mordlust gegen die 19 jährige Freiburger Studentin Maria Ladenburger endete gerade eben mit lebenslanger Haft für den Muslimischen Mörder. Ders shockierende Bericht ging vor wenigen Tagen detailliert durch alle Medien. Maria ist leider nicht das einzige Opfer. In einer Stadt nahe Freiburg wird zZ gegen einen weiter muslim wegen Mordverdacht verhandelt. Der hat sich an eine Joggerin vergangen und sie nach Vergewaltigung ermordet, um Beweise zu tilgen. Kritika meint: Ohne Islam wäre Deutschland wesentlich sicherer und friedlicher. Obige Kommentare in unangemessenen Ton von freche Muslims, bestätigen diese Meinung Traurich, Kritika
25.03.18
16:43
Blind sagt:
Hier stossen, wie allerortens Welten aufeinander. Harousch grenzt sich mit ihren Worten von der westlichen Welt ab. Ignoriert komplett den Fanatismus mit seinen schrecklichen Folgen und versucht konspirativ ihre Meinung zu verschönigen. Nachholebedarf nach 1000 Jahren, wer soll denn das glauben. Sie verstellt sich und ist falsch. Kritika grenzt sich durch ihre Befürchtungen ab. Die Argumente sind Angst und Gewaltausübung durch Fremde mit dem Ziel der Machtübernahme. Genauso schlimm und leider auch Hass. Ich glaube, das wer jetzt und in der Zukunft miteinander auskommen will, der sollte sich von seinen Konventionen trennen, den Rat der Alten über Bord werfen (alle Richtungen) und daran arbeiten etwas neues zu schaffen. Das gibt zwar auch Zank und Streit, ist aber nicht gesteuert von irgendwelchen hohen Herren mit irrwitzigen Machzielen. Ich bringe das immer durcheinander zwischen Religion und Weltanschauung, aber jeder sollte zuerst vor seiner Haustür kehren und dann auf den anderen schauen. Meiner Meinung ist eines aber Gewiss, Gewalt erzeugt Gegengewalt und die stetigen Angriffe lassen, wenn sie weitergehen, ein großes Leid auf die jenigen niedergehen, die sich mindestens optisch mit den Tätern engagieren.
17.04.18
23:12
Harousch sagt:
@ blindes Wesen Vielleicht sollten Sie die Einstellungen an Ihrem PC unter Blindenschrift nochmal überprüfen, denn anscheinend haben Sie meine Message nicht verstanden.
04.05.18
8:18
Saadet sagt:
@Kritika @Blind Ihre totalitären Ansichten unterscheiden sich kaum von den Menschen die Hassbotschaften verbreiten. Glauben Sie im ernst durch Ihre arrogante, verallgemeinernde, stigmatisierende und populistische Art und Weise zum Frieden beizutragen? Ich nenne das, was Sie tun, bloße rechte Aufmerksamkeitsökonomie (gelungene Wortschöpfung von Jan Böhmermann) . Sie sitzen in Ihren gemütlichen warmen Wohnzimmern und meinen gehässig über Millionen von Menschen und ihre Religion urteilen zu dürfen. Angesichts Ihrer deutschen Vergangenheit, müssten Sie eigentlich am besten wissen, wie es ist in eine Schublade geschoben zu werden. „Are you a nazi?“ ist noch einige gängige Frage an amerikanischen Airports. In englischen Vororten wurden meine damaligen Kommilitonen mit Baseballschlägern verfolgt, und mit „Go away you f...nazis!“ beschimpft. Es ist einfach nur bemitleidenswert wie sie mit Menschen umgehen. Sie haben keine AHNUNG vom Islam, den es in dieser pauschalisierten Form überhaupt nicht gibt! Kompensieren Sie Ihre persönliche Unzufriedenheit woanders. Unsere liebenswerte Bäckerin um die Ecke meinte letztens zu mir: Die Menschen in Deutschland haben den Krieg leider vergessen. Ihr Luxus lässt sie abfällig und undankbar werden!“ Wo sie recht hat, hat sie recht!
04.05.18
8:57