Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. IslamiQ liefert jede Woche einen Überblick.

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um die Tawba. Der Menschen mache Fehler und verfalle auf dem Lebensweg manchmal dem Schlechten. In solchen Fällen sollten sich Muslime zu Allah wenden. Und das mit echter Reue und innerer Einsicht. Sie soll nicht nur mit Worten erfolgen, sondern sich im Verhalten widerspiegeln.
Wer Tawba mache, erkenne seine Fehler, empfinde Reue im Herzen, unterlasse die Sünde und fasse den festen Entschluss, sie nicht zu wiederholen. Wenn dabei die Rechte anderer verletzt wurden, gehöre auch die Wiedergutmachung dazu.
Die Tawba reinige das Herz, schenke Hoffnung und gebe dem Leben eine neue Richtung. Keine Sünde sei größer als die Barmherzigkeit Allahs. Selbst der Prophet (s) suchte regelmäßig um Vergebung. Damit werde deutlich, dass Tawba ein fortlaufender Prozess der inneren Erneuerung sei, der den Gläubigen zu einem verantwortungsvollen und gottesbewussten Leben führe.
Die Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) thematisiert in ihrer Freitagspredigt die Begriffe Gotteslohn und Sünde. Gotteslohn und Sünde widerspiegeln das Gleichgewicht zwischen Diesseits und Jenseits und stellen das Ergebnis menschlicher Taten dars. Gute Werke werden nach islamischem Verständnis von Allah vielfach belohnt, während Sünden nur in ihrem Maß vergolten werden. Die Sünde werde als Überschreitung göttlicher Grenzen beschrieben, die das Herz belaste. Durch Reue, Vergebung und Abkehr vom Fehlverhalten könne dieses jedoch wieder gereinigt werden.
Weiter werde betont, dass Allah dem Menschen durch seine Fitra die Fähigkeit gegeben habe, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Das Gewissen diene dabei als innere Orientierung. Gläubige seien aufgerufen, Sünden nicht zu verharmlosen, auf ihnen nicht zu beharren und Fehltritte durch gute Taten auszugleichen. Zudem werde empfohlen, gute Werke bescheiden zu betrachten und allein Allahs Lohn zu erwarten. Abschließend werde dazu ermahnt, eigene Fehler ehrlich zu prüfen, um Vergebung zu bitten und verletzte Rechte rechtzeitig auszugleichen.
In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) wird diese Woche das Freitagsgebet thematisiert. Das Freitagsgebet sei ein wichtiges Kennzeichen muslimischer Identität mit einem besonderen Stellenwert vor allen anderen Gebeten. Der Freitag gehöre zu den wesentlichsten Zeichen des Islams und sei der Festtag der Muslime. Dieser Tag und vor allem die Zeit des Freitagsgebetes verdiene viel Aufmerksamkeit. Deswegen sei es überaus wichtig, dass man sich als Muslim zu dieser Stunde aufgewecke und konzentriert Allah zuwende.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.