Mehr als tausend Menschen versammelten sich in Ludwigshafen. Sie nahmen an dem Totengebet für Serkan C. teil. Der 36-jährige Zugbegleiter war während seiner Arbeit tödlich attackiert worden.

Am Mittwochnachmittag versammelten sich mehr als tausend Menschen vor der Alemi-Islam-Moschee in Ludwigshafen zum Totengebet für den Zugbegleiter Serkan C. ein. Zur Trauerveranstaltung kamen Verwandte und Bekannte des 36-Jährigen und zweifachen Vaters. Außerdem nahmen der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD), der Ludwigshafener Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU), muslimische Vertreter und Vertreter der Bahn teil.
Serkan C. war am Montag während seiner Arbeit im Regionalexpress von einem Fahrgast ohne Ticket tödlich attackiert worden. Später starb er an einer Hirnblutung. „Er war einer von uns. Er war ein Freund, ein Nachbar, ein Kollege, ein Ludwigshafener“, sagte Ministerpräsident Schweitzer in einer Rede zu Beginn der Gedenkveranstaltung. „Er war jemand, der stolz war auf seine Arbeit – und er hatte Grund dafür, stolz zu sein.“
Serkan C. wurde nach der Gedenkveranstaltung in die Partnerstadt Gaziantep in der Türkei überführt, wo er beerdigt wird.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb in einem Brief an die Familie: „Ich kann nur erahnen, welchen Schmerz dieser furchtbare Verlust in Ihrem Leben ausgelöst hat. Ich fühle mit Ihnen. Es vermag Ihre Trauer nicht zu mindern, und dennoch ist es mir wichtig, Ihnen zu versichern, dass Sie in dieser Situation nicht allein sind, sondern zahllose Menschen in Ludwigshafen und ganz Deutschland mit Ihnen trauern.“
Schweitzer rief in seiner Rede zu mehr Zivilcourage auf: „Es ist nicht diese Tat, mit der es angefangen hat. Es fängt an mit der Beleidigung.“ IGMG-Generalsekretär Ali Mete ergänzte: „Dieser Vorfall zeigt, wie tief die Schwelle für Respektlosigkeit und Gewalt gegenüber Menschen, der Menschenwürde und dem Leben gesunken ist. Das sollte uns alle tief nachdenklich stimmen und uns alle zutiefst betrüben.“
Nach dem gewaltsamen Tod des Zugbegleiters Serkan C. ruft die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu Spenden für seine Familie auf. Wie die EVG am Mittwoch, 4. Februar 2026, auf Facebook mitteilte, war Serkan C. alleinerziehender Vater von zwei Kindern. Seine Familie sei nun dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen. „Wir rufen deshalb alle auf – Eisenbahner, Beschäftigte und Gewerkschafter aller Berufe –, jeder Euro, den ihr für Serkans Familie entbehren könnt, hilft“, heißt es in dem Beitrag der Gewerkschaft.
Empfänger: DB Regio Aktiengesellschaft
IBAN: DE 15 5008 0000 0091 6377 01
Verwendungszweck: Serkan C.