Der Film „The Voice of Hind Rajab“ erzählt vom Tod eines palästinensischen Kindes im Gaza-Genozid. Zugleich ist er eindringlicher Plädoyer für Erinnerung und Verantwortung. Nun wurde er für den Oscar nominiert.

Der Dokumentarspielfilm „The Voice of Hind Rajab“ der französisch-tunesischen Regisseurin Kaouther Ben Hania ist für den Oscar als Bester Internationaler Film nominiert worden. Das Werk rekonstruiert den Tod der fünfjährigen Palästinenserin Hind Rajab während des Genozids in Gaza 2024 und verbindet Original-Tonaufnahmen mit szenischen Nachstellungen.
Im Zentrum steht ein Notruf des Kindes an den Palästinensischen Roten Halbmond. Hind war in einem von Einschüssen beschädigten Auto eingeschlossen. Neben ihr lagen mehrere getötete Familienmitglieder. Auch die später entsandten Rettungskräfte kamen ums Leben. Die Tonaufnahmen verbreiteten sich weltweit. Sie lösten neue Debatten über den Schutz von Zivilisten aus.
Die Regisseurin erklärte, sie habe der Stimme des Kindes Gehör verschaffen wollen. Kino dürfe nicht nur unterhalten. Es müsse auch unbequeme Wirklichkeiten sichtbar machen. Ben Hania war bereits zweimal für den Oscar nominiert.
Die israelische Regierung hatte zunächst erklärt, es seien keine eigenen Truppen vor Ort gewesen. Später hieß es, es habe ein Feuergefecht gegeben. Untersuchungen der Organisation Forensic Architecture widersprachen dieser Darstellung. Sie verwiesen auf die Anwesenheit israelischer Panzer. Hinweise auf einen Schusswechsel fanden sie nicht.
Ein beteiligter Offizier ist inzwischen Gegenstand einer Anzeige vor dem Internationalen Strafgerichtshof. Der Film wurde bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet. Dort erhielt er langen Applaus.
Die Oscar-Nominierung unterstreicht die wachsende Bedeutung politischer Filme. Sie zeigt auch, wie stark der Gaza-Krieg das internationale Kino prägt.