Australien

Islamfeindlicher Angriff auf Imam und Ehefrau in Melbourne

Unbekannte griffen in Melbourne gezielt einen Imam und seine Ehefrau aus islamfeindlichen Motiven an. Die Polizei ermittelt.

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2026
Australien Polizei © shutterstock, bearbeitet by iQ
Symbolbild Polizei in Australien © shutterstock, bearbeitet by iQ

Unbekannte Täter haben am Samstagabend (10.01.26) einen Imam und seine Ehefrau islamfeindlich angegriffen. Gegen etwa 19:30 Uhr befand sich Imam Ismet Purdic von der BHIS Noble Park Moschee mit seine Ehefrau auf dem South Gippsland Highway in der Nähe von Dandenong, als sie von einer Gruppe verbal und non-verbal angegriffen wurden.

De Täter kesselten ihr Fahrzeug ein, beschimpften das Ehepaar und warfen mit Gegenständen auf sie. Zudem haben sie den Imam körperlich angegriffen. Die Täter riefen antimuslimische Beleidigungen und äußerten Drohungen, darunter eine Drohung, die Ehefrau des Imams zu erstechen. Vorbeifahrende Autofahrer griffen ein und beendeten den Angriff. Die Polizei von Victoria behandelt den Vorfall als mutmaßliches Hassverbrechen.

Die Islamic Community Milli Görüş (ICMG) Australien verurteilt den islamfeindlichen Angriff aufs Schärfste. Imam Purdic dient der Gemeinschaft seit über 12 Jahren als religiöser Führer und interreligiöser Fürsprecher. Die ICMG steht in voller Solidarität mit den Opfern und der Gemeinde der BHIS Noble Park Moschee und fordert, dass die Verantwortlichen vollständig zur Rechenschaft gezogen werden. Die ICMG bekräftigt ihr Engagement für Frieden, Würde und gesellschaftlichen Zusammenhalt und lehnt alle Formen von Islamfeindlichkeit und Hass entschieden ab.

Schweineköpfe auf muslimische Gräber 

Nach dem Terroranschlag am Bondi Beach mit mindestens 15 Todesopfern haben Unbekannte auf einem muslimischen Narellan-Friedhof im Westen Sydneys Schweineköpfe auf Gräbern platziert. Der muslimische Bestatter Ahmad Hraichie verurteilte die Tat scharf und sprach von einem „verstörenden Akt der Vergeltung“ sowie einem „Mangel an Menschlichkeit“. Gräber seien Orte der Würde und des Respekts, unabhängig von Religion.

 

Leserkommentare

grege sagt:
ein islamisches Portal darf selbstverständlich muslimische Interessen vertreten und über anti-muslimische Vorfälle berichten. Das ist legitim und wichtig. Tatsächlich sehen sich IslamiQ.de und Teile der muslimischen Gemeinschaft häufig selbst als Opfer einseitiger Berichterstattung, was nachvollziehbar ist. Problematisch wird es jedoch, wenn gleichzeitig anderen Medien einseitige Berichterstattung vorgeworfen wird, während man selbst nach klar erkennbaren Auswahlkriterien berichtet. Wer Interessenjournalismus betreibt, sollte diesen offen benennen – nicht moralisch überhöhen. Ein deutliches Beispiel für selektive Berichterstattung ist der Messerangriff am 4. Oktober 2020 in Dresden, bei dem ein 20‑jähriger Syrer ein schwules Paar attackierte, einen der Männer tötete und den anderen schwer verletzte. Die Tat wurde von den Behörden als islamistisch und homophob motiviert eingestuft. Trotz mehrerer Hinweise auf diesen Vorfall hat IslamiQ.de ihn nicht berichtet, während gleichzeitig anti-muslimische Taten prominent behandelt werden, bei denen es kein Verlust von Menschenleben gab und 40 Flugstunden entfernt stattfanden, wie dieser Vorfall. Opfer von Gewalt sollten gleich behandelt werden, unabhängig von Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung. Eine faire Berichterstattung stärkt nicht nur die Glaubwürdigkeit, sondern auch den gemeinsamen Konsens, Gewalt grundsätzlich abzulehnen.
11.01.26
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