Nach dem gewaltsamen Tod der 26-jährigen Rahma A. in Arnum beginnt am 5. Januar 2026 vor dem Landgericht Hannover der Strafprozess gegen einen 31-jährigen Nachbarn. Die Tat hatte im Sommer 2025 weit über die Stadt Hemmingen hinaus Entsetzen ausgelöst. Die junge Frau war am 4. Juli in dem Mehrfamilienhaus, in dem sie lebte, durch mehrere Messerstiche tödlich verletzt worden.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord aus Heimtücke und aus niedrigen Beweggründen vor. Neben dem Auftakt am 5. Januar sind weitere Verhandlungstage für den 6., 9. und 12. Januar angesetzt. Der Mann, ein deutscher Staatsangehöriger, hat die Tat gestanden. Zu seinem Motiv äußerte er sich bislang nicht.
Nach bisherigen Ermittlungen soll der Beschuldigte aus der Wohnung über der von Rahma A. mit einem Messer die Treppe hinuntergelaufen sein. Er habe lautstark gegen ihre Wohnungstür geschlagen. Als die 26-Jährige öffnete, soll er unmittelbar zugestochen haben. Rahma A. verblutete noch am Vormittag im Treppenhaus des Hauses am Pattenser Feldweg.
Diskussionen über mögliche Tatmotive
Die Getötete war aus Algerien nach Deutschland gekommen und absolvierte zum Tatzeitpunkt ein freiwilliges soziales Jahr in einem Krankenhaus. Anschließend wollte sie eine Ausbildung beginnen. Ihr Tod löste bundesweit Diskussionen über mögliche Tatmotive aus.
Die Familie von Rahma A. geht von einem rassistischen Femizid aus. Angehörige berichten, die junge Frau sei zuvor wiederholt von dem späteren Angeklagten belästigt und beleidigt worden – mutmaßlich wegen ihrer arabischen Herkunft und weil sie ein Kopftuch trug. Die Staatsanwaltschaft erklärte jedoch, entsprechende Hinweise hätten sich im Rahmen der Ermittlungen nicht bestätigt. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden soll der Täter aus Ärger über Rauch- und Lärmbelästigung gehandelt haben.
Nach der Tat kam es in Arnum und Hannover zu zahlreichen Solidaritätsbekundungen. Vor dem Wohnhaus der Getöteten entstand eine Gedenkstätte mit Kerzen, zudem wurde zu Spenden aufgerufen. Mehr als 100 Menschen nahmen an einer Kundgebung auf dem Goseriedeplatz in Hannover teil. In einem offenen Brief äußerten sich die Stadt Hemmingen und die Beratungsstelle Donna Clara wenige Tage nach dem Tötungsdelikt.
„Gewalt gegen Frauen ist kein Randproblem“
In dem Schreiben wurde der Mord auch in einen größeren gesellschaftlichen Kontext gestellt. Erwähnt wurden weitere Gewalttaten gegen Frauen in Arnum, darunter der Überfall auf eine 18-jährige Joggerin im April sowie die sexuelle Belästigung einer 14-Jährigen in einem Supermarkt im Mai. „Gewalt gegen Frauen ist kein Randproblem“, heißt es in dem Brief. Jede dritte Frau in Deutschland erlebe im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexualisierte Gewalt – häufig beginne diese mit Erniedrigung, Kontrolle und Einschüchterung und geschehe meist im Verborgenen.
Mit dem nun beginnenden Prozess soll vor Gericht geklärt werden, unter welchen Umständen Rahma A. getötet wurde – und welches Motiv der Tat zugrunde lag.
Sollte sie tatsächlich aufgrund ihrer Kopfbedeckung - sprich Religion - umgebracht worden sein, ist sie jetzt bis zum Tag der Auferstehung ein von allen Seiten verwöhnter Vogel im Paradies.
Möge الله dem Mörder Rechtleitung gewähren, auf dass er seinen gravierenden Fehler einsieht und den Rest seines Lebens den Allvergebenden, Allsehenden und Allhörenden um Vergebung bittet.
Amin.
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