Ein neuer Jahresbericht zeigt: Jede vierte befragte Person erlebt islamfeindliche Übergriffe in Luxemburg – besonders Frauen. Dennoch blicken Muslime optimistisch in die Zukunft.

In Luxemburg hat im Jahr 2024 mehr als ein Viertel der befragten Musliminnen und Muslime islamfeindliche Handlungen am eigenen Leib erlebt. Das geht aus dem fünften Jahresbericht der Beobachtungsstelle für Islamfeindlichkeit (OIL) hervor. Konkret gaben 26,3 Prozent der Teilnehmenden an, selbst Opfer islamfeindlicher Vorfälle geworden zu sein. Weitere 41 Prozent berichteten, Zeuginnen oder Zeugen solcher Situationen gewesen zu sein, ohne selbst betroffen gewesen zu sein.
Der Bericht verdeutliche erneut, so die OIL, „mit welchen Schwierigkeiten Menschen muslimischen Glaubens beim Zugang zu und bei der Ausübung ihrer bürgerlichen und sozialen Rechte sowie ihrer Grundfreiheiten konfrontiert sind“. Im September dieses Jahres wurde etwa eine Moschee mit Steinen beworfen. Dabei wurden mehrere Fenster eingeschlagen.
Frauen seien deutlich häufiger betroffen als Männer, insbesondere wenn sie sichtbare religiöse Merkmale wie ein Kopftuch tragen. Die meisten registrierten Übergriffe betreffen verbale Anfeindungen, Stigmatisierungen oder Formen sozialer Ausgrenzung. Zwei Prozent der Betroffenen berichteten von körperlichen Angriffen.
Auffällig ist zudem, dass islamfeindliche Vorfälle weiterhin selten gemeldet werden: Nur neun Prozent der Betroffenen erstatteten im vergangenen Jahr Anzeige. Besonders häufig kam es zu Diskriminierungen im Arbeitsumfeld, im Bildungs- und Ausbildungsbereich, in sozialen Netzwerken sowie im öffentlichen Raum und im Verkehr. Insgesamt blieb die Zahl der islamfeindlichen Handlungen gegenüber 2023 weitgehend stabil.
Trotz belastender Erfahrungen blickt eine deutliche Mehrheit der Befragten optimistisch auf ihre Lebenssituation: 72,7 Prozent empfinden Muslime in Luxemburg als gut integriert, 77,6 Prozent halten das Land für einen sicheren Ort für Menschen muslimischen Glaubens. Zudem sind 67,8 Prozent überzeugt, in Luxemburg weniger Diskriminierung zu erfahren als in Frankreich, Belgien, Deutschland oder den Niederlanden. Rund 80 Prozent sehen die Zukunft der muslimischen Gemeinschaft positiv. Die Zahl der Muslime im Großherzogtum hat sich seit 2014 vervierfacht und liegt heute bei etwa 50.000.