Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. IslamiQ liefert jede Woche einen Überblick.

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um die Gebete in der Gemeinschaft. Das Gebet sei die Säule der Religion. Es sei die stärkste Verbindung zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer. Es könne zwar einzeln verrichtet werden, doch wenn es in Gemeinschaft verrichtet werde, werden Menschen durch diese Ibâda verbunden. Die Moscheen seien die Häuser Allahs und die Gläubigen halten diese Häuser lebendig.
Moscheen seien nicht nur Orte des Gebets. Sie seien Zentren des Glaubens, des Wissens, der Kultur und der Geschwisterlichkeit. Als der Prophet (s) nach Medina auswanderte, war das Erste, was er tat, eine Moschee zu errichten. Das gemeinschaftliche Gebet in der Moscheen berge viele Weisheiten. Es verbinde die Herzen und stärke das Gefühl der Geschwisterlichkeit. Alle Menschen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, stehen im Gebet Seite an Seite.
Das Gebet in der Gemeinschaft bedeute Einheit und Zusammenhalt. Das gemeinschaftliche Gebet lehrt Ordnung und Disziplin. Die Beachtung der Gebetszeiten gebe dem Leben Struktur und Beständigkeit. Keine Sitzung, kein Termin, keine Arbeit sei wichtiger als das Gebet.
Die Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) thematisiert in ihrer Freitagspredigt die zentrale Bedeutung des Segens und Friedensgrußes auf den Propheten Muhammad (s). Im Leben eines Gläubigen prägen drei segensreiche Worte den Alltag: Besmele („Bismillah“), Hamdele („Alhamdulillah“) und Salwele („Essalatu vesselamu ʿala Rasulillah“). Während Besmele Allah in die Handlungen einbeziehe und Hamdele dazu verpflichte, nur gottgefällige Werke zu tun, sei Salwele das Bekenntnis der Treue und Verbundenheit zum Propheten.
Allah befiehlt den Gläubigen, Segenswünsche über den Propheten zu sprechen, und verheißen werde denen, die dies häufig tun, besondere Nähe zu ihm am Jüngsten Tag. Salât und Salâm seien mehr als Worte: Sie seien Lebenshaltung, Ausdruck innerer Verbundenheit, Nachahmung seines edlen Charakters und Befolgung seiner Sunna. Salawât verbinden Herz, Geist und Handeln mit dem Propheten und zeigen Hingabe, Treue und Gehorsam gegenüber seinen Lehren. Wer Segen über den Propheten spreche, erhalte göttliche Barmherzigkeit und vertieft seine Beziehung zu Allah.
Der Friedensgruß ist somit ein Akt der Liebe, Treue und gelebten Nachfolge, der den Gläubigen leitet, seine ethischen Werte zu leben und das Vermächtnis des Propheten in die Gegenwart zu tragen.
In der Freitagspredigt des Verbands Islamischer Kulturzentren (<ahref=“http://vikz.de/index.php/Freitagspredigten.html“>VIKZ) geht es um die Geduld als eine der Tugenden, die das menschliche Leben ordnet und den Menschen höhere Werte verleihe. Ein geduldiger Mensch bringe die Arbeit, die er begonnen hat, zu Ende, verliere bei negativen Zuständen die Kontrolle über sein Willen nicht und treffe richtige Entscheidungen. Geduld ermögliche die Kontrolle der Wut. Ein Mensch, der seine Wut unter Kontrolle habe, lasse sich nicht zu Handlungen hinreißen, die er später bereuen wird.
Es gebe drei Arten der Geduld: Erstens, die Geduld gegenüber den Ibadat und anderen religiösen Verpflichtungen. Zweitens, die Geduld gegenüber dem Schwelgen in Sünden. Drittens, die Geduld gegenüber Unglück und Leid.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.