Rüsselsheim

Kein Kopftuch in der Schule – Praktikantin wird abgewiesen

Eine junge Schülerin will ein freiwilliges Praktikum an einer Grundschule absolvieren. Schon am ersten Tag wird sie nach Hause geschickt – wegen ihres Kopftuchs.

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01
2022
Kopftuch, Muslimische Schülerin © Shutterstock, bearbeitet by iQ.
Symbolfoto: Muslimische Schülerin © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

Eine 15-jährige Muslimin aus Rüsselsheim durfte ihr freiwilliges Praktikum an einer Grundschule nicht antreten. Grund hierfür sei ihr Kopftuch. Nach einer erfolgreichen Bewerbungsphase trat Asmaa ihr Praktikum an. Am ersten Tag wurde sie von ihrer Betreuerin zur Schulleitung geschickt. Dort hieß es, dass sie während des Praktikums das Kopftuch ablegen müsse, da das Kopftuch in der Schule „unerwünscht“ sei es, erklärt die Praktikantin gegenüber „Main-Spitze“. Außerdem habe sich das Kollegium durch das Kopftuch gestört gefühlt. Nach dem sie der Aufforderung ihr Kopftuch abzulegen nicht folgte, wurde sie nach Hause geschickt.

Der Stadtschüler*innenrat Rüsselsheim zeigte sich in einer Mitteilung empört und verurteilt den Angriff aufs Schärfste. Es sei unverständlich, warum das Kopftuch „im Jahre 2022 noch ein derartiges Problem darstellt“, heißt es in einer Mitteilung. In einer pluralen Stadt wie Rüsselsheim sollte man mittlerweile eine derartige Toleranz erwarten können. Der Stadtschüler*innenrat fordert eine „offizielle Entschuldigung seitens der Schulleitung und eine Überarbeitung der Schulordnung“ im punto Kopftuchverbot.

Auch die Schulleitung äußerte sich im Nachhinein zum Vorfall und bedaurte diesen sehr. Es war „ein Fehler“. Grund dafür sei der hektische Tag nach den Weihnachtsferien und neue Corona-Fälle.  „Hätte ich ein Bild gesehen, hätte ich sie direkt angerufen und sie im Vorfeld über die interne Absprache hier aufgeklärt – und ich hätte selbst länger reflektiert, dass möglicherweise ein anderes Vorgehen auf den Weg gebracht werden muss“, sagt die Rektorin.

Im Nachhinein hatte die Schulleitung ihr den Praktikumsplatz nochmal angeboten. Doch die junge Muslimin lehnte diesen ab. Eine offizielle Entschuldigung blieb jedoch aus, erklärte die 15-Jährige gegenüber IslamiQ.

Für das hessische Kultusministerium ist das Tragen des Kopftuchs im Unterricht erlaubt. „Die Ausübung der Religionsfreiheit hat dann ihre Grenzen, wenn das Zusammenleben massiv gestört wird. Aber klar ist: Es können Kopftücher in Schulen getragen werden – das sollte 2022 möglich sein“, erklärt das Ministerium auf Nachfrage.

Leserkommentare

Enrique sagt:
Richtig so, wir sind hier in Deutschland und Gäste haben sich hier anzupassen und nicht wir an sie. Wir wollen keine Indoktrinierung von Islamisten.
30.01.22
11:24
Edeltraud Mende sagt:
ich finde es richtig, dass das Tragen des Kopftuchs in Schulen, allen öffentlichen Einrichtungen verboten ist. Jeder Mensch kann seinen Glsuben, egal welche Religion , in Deutschland ausüben. Aber bitte nicht in schulen und öffentlichen Einrichtungen. Das Tragen des Kopftuches will uns mitteilen ich bin eine gläubige Muslimin. Das interessiert uns nicht. warum muss das kundgetan werden. Den Glauben trägt man im Herzen und nicht auf dem kopf. Für mich befeutez es, eine Provokation.
30.01.22
20:32
Vera sagt:
Warum kann denn die 15-Jährige nicht aus Toleranzgründen von sich aus auf das demonstrative Islam-Kopftuch-Tragen an Schulen in Rüsselsheim verzichten? Damit könnte sie doch einen viel besseren Eindruck hinterlassen und würde sich Abweisungserfahrungen ersparen. Dieses zu lernen und zu begreifen...das kann doch wirklich nicht so schwer sein. Sie muß sich nicht so streng konservativ im Retro-Stil präsentieren. Vielleicht helfen ihr dabei ihre religiösen Glaubensbrüder und Glaubensschwestern, damit alles besser wird. Dann ist auch jede Basis für Empörung und Schulstörung weg. Und die Lehrkräfte können auch besser auf ihre Wünsche und ihr religiöses Weltbild eingehen. Vielleicht wird dann auch mal ihr Imam zu einer Diskussion mit Fragerunde in Schulklassen eingeladen.
31.01.22
3:46
Dedo sagt:
Antwort => Enrique Wer sagt Ihnen das sie ein Gast ist. ist das vielleicht der Name? Leider muss ich Sie entäuschen sie ist deutsch un sogar mehr wie Sie. Enrique ist auch keine deusch Name , dann verhalten sie sich auch wie Gast. Oder möchte gern deutsche?
01.02.22
18:36
Ethiker sagt:
Wer ein Problem mit einem Kopftuch hat , hat ein Problem in seinem Herzen. Die Illusion der sogenannten Neutralität ist mit dem Argument der Freiheit nicht vereinbar. Es gibt in Deutschland eine Kleidungsvorschrift. Das Kopftuch, einst von viele Frauen in Europa ein oft getragenes Accessoire wird aus der Kleidungsvorschrift gestrichen. Der Grund für die Ablehnung liegt nicht am Kleidungsstück, sondern an dessen Trägerinnen. Man lehnt die Trägerinnen des Kopftuchs ganz oder teilweise ab. Die Ablehnung bedarf eigentlich keine Argumente. So kann man diese Ablehnung auch ohne Umstände klar und offen kommunizieren und damit seine Ehrlichkeit und Konsistenz zumindest in der Wertehaltung bewahren.
02.02.22
11:58
N. Pockrandt sagt:
Toleranz und Islam ist so paradox wie Brennholzverleih. Das Wesen des Dschihad verbietet Reflektion und Relativität und pocht gerade auf diese mono-causale Orthodoxie. Die, die das (anders) praktizieren (Ibn-rushed-goethe-Moschee/Fr. Sayran Ates) erhalten als Ungläubige Morddrohungen. Das Kopftuch ist hier kein Kleidungsstück, sondern dogmatisches Bekenntnis.."Landnahme und Feindliche Übernahme" unseres Kulturkreises sind durch 50 Jahre Dekonstruktion von Frankfurter Schule und SPD-Bildungsreform (Jacobinische Selbstverblödung und Lyssenko´scher Hirnwichse) zum erweiterten "Jenninger-Syndrom" geronnen. Der Schülerrat entschuldigt sich bei der Schulbehörde und Diese für ihren "Hochverrat". MfG.
05.02.22
8:29
Anton sagt:
Ein Kopftuch gehört nicht zur deutschen Kultur. Glauben trägt man im Herzen und nicht auf dem Kopf.
06.02.22
0:55
Rosa sagt:
Erschreckend das es noch immer Menschen gibt die sich am Kopftuch stören. Es gibt soviele religiöse Symbole, einschließlich dem hier beliebten Kreuz, die kein Problem darstellen. Ich wünsche der jungen Frau das allerbeste und hoffe sie lässt sich durch so einen Quatsch nicht entmutigen. Es wird Zeit das unsere Schulen auch hinter dem Pult diverser werden, damit jedes Kind die Möglichkeit bekommt seine Träume zu verfolgen. Die Schulleitung samt Kollegium sollte sich schämen und öffentlich sowie persönlich um Entschuldigung bitten.
06.02.22
15:57