Islamfeindlichkeit

„Keine konkrete Gefährdung von Moscheen bekannt“

In Deutschland wird fast jede Woche eine Moschee angegriffen. Die Bundesregierung sieht jedoch keine konkrete Gefahr, um Moscheen besser zu schützen.

02
06
2020
Moscheen, Moschee
Angriff auf DITIB-Selimiye Moschee in Nordenham

Muslime sowie muslimische Einrichtungen sind nach Ansicht der Abgeordneten Filiz Polat, Dr. Konstantin von Notz, Luise Amtsberg und weiterer Abgeordneter der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Deutschland und Europa vermehrt mit Ausgrenzungen und Diskriminierung, Hass und Gewalt konfrontiert.

Auf die Frage, inwiefern es eine aktuelle Gefährdungsbewertung des Bundeskriminalamtes (BKA) im Hinblick auf muslimische Einrichtungen gebe, antwortete die Bundesregierung, dass die Sicherung muslimischer Einrichtungen in Deutschland im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland in der Zuständigkeit der Länder liege. Sie treffen demnach die Gefährdungsbewertungen für die einzelnen Objekte und Maßnahmen zum unmittelbaren Schutz.

„Sehen keine Gefahr für Moscheen“

Gleichwohl stehen die Sicherheitsbehörden des Bundes im engen Austausch sowohl untereinander und als auch mit den Behörden der Länder. „Das Bundeskriminalamt verfügt aus den Phänomenbereichen der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) derzeit über keine Erkenntnisse, die auf eine konkrete Gefährdung von Moscheen hindeuten.“, so die Bundesregierung in der Antwort.

Zudem seien die rassistische Anschläge wie die Tat in Hanau am 19. Februar 2020 nicht seriös prognostizierbar. Gleiches gelte für Nachahmungstaten. Das BKA habe im Nachgang zur Tat in Halle am 9. Oktober 2019 die Sicherheitsbehörden von Bund und Länder für die Möglichkeit weiterer Taten sensibilisiert.

Moscheen als Zielscheibe für Rechtsextremisten

Unter anderem der Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch am 15. März 2019, bei dem der rechtsextremistische Attentäter über 50 Menschen tötete, zeigte nach Ansicht der Fragesteller auf grausame Weise die Dimensionen von antimuslimischem Rassismus als Teil einer globalen, rechtsextremen Ideologie. In Deutschland kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Morden, die bewusst an Musliminnen und Muslimen verübt wurden. Auch Moscheen und muslimische Einrichtungen werden nach Ansicht der Fragesteller bewusst als Ziele ausgesucht, um Angst und Schrecken zu verbreiten.

Allein im vergangenen Jahr fand durchschnittlich jeden zweiten Tag ein islam – und muslimfeindlich motivierter Übergriff statt. Die Bundesregierung geht für das Jahr 2019 von 184 Fällen von islam- und muslimfeindlich motivierten Angriffen auf Moscheen, Religionsstätten sowie religiöse Repräsentanten aus (Bundestagsdrucksache 19/17069).

„Sensibilisierung der Öffentlichkeit“

Die Frage, welche Schlussfolgerungen die Bundesregierung aus den Entwicklungen islam- und muslimfeindlicher Einstellungen in der Bevölkerung ziehe antwortete die Bundesregierung, dass alle Formen von Ideologien der Ungleichwertigkeit und darauf bezogene Diskriminierungen bzw. Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit nicht hinnehmbar sei. Auch strebe die Bundesregierung in Reaktion auf rassistische, muslimfeindliche bzw. gegen Menschen mit Migrationshintergrund gerichtete Vorfälle und die terroristischen Attacken, Anschläge bzw. Anschlagsplanungen der letzten Zeit für die Einrichtung eines Arbeitskreises an.

 

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Da kann ich nur den Kopf schütteln. Ich frage mich, welche konkretere (sic!) Gefährdung es noch geben muss als dass durchschnittlich jeden zweiten Tag eine Moschee angegriffen wird und darüber hinaus wehrlose Frauen auf offener Straße angegriffen werden, nur weil sie ein Kopftuch tragen. Das zeigt doch nur die mangelnde Empathie von machtbewussten Politikern, denen es nur darum geht, möglichst viele Stimmen zu bekommen. Gott sei Dank sind nicht alle so, wie es schon aus dem Artikel zu entnehmen ist. Ich wünsche mir von Gott, dass Er unsere Moscheen vor Gefahren schützen und unseren Politikern Anstand und Vernunft geben möge.
02.06.20
17:08
Kritika sagt:
L.S. Es gibt viel Schlimmeres als ein paar zerdepperte Moscheen. Nämlich Angriffe auf Gesundheit und Leben von Normalbürger Nicht die Gastgeber-Öffentlichkeit sollte sensibilisiert werden sondern die eingedrungene, provozierende Mohammedaner. Viele von ihnen treten die Gefühle der normalen Einwohner mit Füssen Beispiel Göttingen, wo hunderte Muslims mitten in der CoronaChrisis ihr stupides Zuckerfest feierten, und alle Trennungs Vorschriften sträflich ignorierten. So haben bösartige und, rücksichtslose Muslims grossen Äger und gesundheitliche Gefahren für normale Göttinger Bürger verursacht. Wenn einige Wutbürger oder IslamFeinde daraufhin die Göttinger Moscheen für den Rest des Jahres unbrauchbar zerteppern würden, So hätten bestimmt viele normale Göttinger volles Verständnis dafür. Gruss, Kritika
05.06.20
1:29