Mawlid

Muhammad (s) – der Gesandte Allahs

Vor 1446 Jahren nach islamischer Zeitrechnung wurde Muhammad (s) geboren. Er ist der letzte Prophet und ein Vorbild in allen Bereichen des Lebens. Wer er war und warum er eine besondere Rolle im Leben eines jeden Muslims spielt, erfahren Sie hier.

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2017
Medina, Prophetenmoschee, Muhammad
Medina, Prophetenmoschee, Muhammad

Muhammad (s) ist der letzte Prophet Allahs. Er hat im 7. Jahrhundert auf der arabischen Halbinsel gelebt und gewirkt. Als Prophet hatte er die Aufgabe, wie alle anderen Propheten vor ihm, die göttliche Botschaft, zuerst selbst zu verinnerlichen und schließlich den Menschen zu überbringen.

Häufig trifft man in den Medien auf verschiedene Darstellungen des Propheten, die seine Person meist verzerrt darstellen. Auch wenn er für viele Menschen leider immer noch eine unbekannte Größe ist, ist Muhammad (s) für Muslime ein unverzichtbares Vorbild in allen Bereichen des Lebens.

Arabien zur Zeit des Propheten

Der Prophet Muhammad (s) ist im Jahr 571 in Mekka geboren und im Jahr 632 in Medina verstorben. Er wuchs als Waise bei seinem Großvater und später bei seinem Onkel auf. Schon bevor er mit 40 Jahren zum Propheten berufen wurde, galt er als ein äußerst vertrauenswürdiger und aufrichtiger Mensch. Muhammad (s) lebte in einer Zeit, die von Vielgötterei, Stammesfeindschaften, soziale Ungerechtigkeit und Ausbeutung der Schwachen gekennzeichnet war. Vor allem Sklaven, Frauen und Waisenkinder mussten Leid und Elend ertragen. Dahingegen waren meist die Reichen alleinige Machthaber und Nutznießer jener Zeit.

Als er die erste Offenbarung erhielt, war dies ein Wendepunkt in seinem Leben. Von nun an setzte Muhammad (s) sich unnachgiebig für die Botschaft Gottes ein. Er forderte die Menschen dazu auf, ihre Gewohnheiten und ihren Glauben kritisch zu hinterfragen und stets ihren Verstand einzusetzen. Einige zentrale Themen des Propheten Muhammad (s), aber auch aller anderen Propheten, sind die Schöpfung, das Jenseits, der Monotheismus, das moralische Handeln und der erlaubte Verdienst.

Die Botschaft Muhammads (s)

Dem Propheten wurden bis zu seinem Tode immer wieder Verse herabgesandt, die auswendig gelernt, schriftlich festgehalten und nach seinem Tod zu einem Buch, dem Koran, zusammengetragen wurden. Der Umstand, dass die Stadt Mekka sowohl als Wallfahrtsort diente und ein wichtiger Handelspunkt auf der arabischen Halbinsel markierte, war ein Grund dafür, dass Muhammad (s) sich z. B. vehement gegen die ausbeuterische Zinspraxis eingesetzt hat.

Der Mensch ist vergänglich, so wie auch alles andere. Allah macht im Koran immer wieder deutlich, dass nach dem diesseitigen Leben ein weiteres, ewiges Leben im Jenseits existiert. Deshalb sollte der Mensch nicht vergessen, dass sein Handeln im Diesseits nicht ohne Folgen für das Jenseits bleiben wird. Das moralische Handeln des Menschen ist wohl eines der Hauptaspekte des Islams. Der Mensch soll sein Leben und sein Verhalten zu seinen Mitmenschen kritisch hinterfragen und entsprechend der Offenbarung verändern. Der Prophet dient hierbei als Vorbild.

Propheten als Vorbilder

Allah hat seit der Erschaffung der Menschheit immer wieder Menschen als Propheten auserwählt. Diese Menschen zeichneten sich durch einen vorbildlichen Charakter aus und waren deshalb für diesen göttlichen Auftrag besonders geeignet. Die Absicht der Propheten ist es, den Menschen zu helfen, ihr Leben grundlegend zu hinterfragen und schließlich zum Positiven zu ändern, indem sie ihre Botschaften verinnerlichen und umsetzen.

Nach einer Überlieferung des Propheten Muhammad (s) gab es über 120.000 Propheten vor ihm. Im Koran werden mehr als zwanzig Propheten genannt. Zu den bekanntesten gehören Adam (a), Noah (a), Abraham (a), Jakob (a), Moses (a), Jonas (a), Lot (a), David (a) und Jesus (a). Adam (a) ist das erste und Muhammad (s) das letzte Glied dieser Prophetenkette.

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Die Annahme, dass Mohammed der letzte Prophet Allahs gewesen sei, führt dazu, dass im Islam ein starker absoluter Wahrheitsanspruch mitschwingt, der mich völlig abstößt. Erlaubt ist im Islam vielleicht zu diskutieren, was Mohammed wirklich gemeint habe. Zu behaupten, Mohammed hätte irgendetwas Falsches gesagt, oder auch einfach über Mohammed hinaus weiterdenken ist im Islam tabu. Vor einer Religion mit einem derartigen Personenkult, die sich selbst im 7. Jahrhundert festzementiert, kann und will ich einfach keinen Respekt haben.
29.11.17
12:18
Frederic Voss sagt:
Friedrich II. - König von Preußen - meinte einmal folgendes: "Mohammed war nicht fromm, sondern nur ein Betrüger, der sich der Religion bediente um sein Reich und seine Herrschaft zu begründen." Dieser Satz ist historisch verbürgt. Leider muß ich annehmen, daß sich diese Behauptung leichter belegen läßt als das Gegenteil davon. Woher wußte Mohammed so genau, daß es vor ihm 120.000 andere Propheten gab? Leider erinnert mich der obige Text an schöne Illusionen und religiös gefärbte Märchen & Legenden. Und die sollen reale Politik und Justiz bestimmen und dominieren?
30.11.17
0:59
bb0110 sagt:
@Ute Fabel Schon allein, dass sie auf die Seite von islamiq gehen, diesen Artikel über unseren Propheten lesen und dazu (!) noch einen eigenen Kommentar verfassen, zeigt überaus deutlich, dass sie dem Islam entgegen ihrer obigen Aussage einen (Grund-)Respekt zollen. Respekt heißt, die dem Menschen knapp und begrenzt zur Verfügung stehende Ressource Zeit für eine andere Person oder ein anderes Gedankengut als das Seinige willentlich - sei es auch noch so kurz - aufzuopfern. Anders ausgedrückt, respektieren sie alles, dem sie ihre Beachtung und Aufmerksamkeit schenken. Analog gilt auch für mich: Weil ich mir die Mühe mache, ihnen zu antworten, zeige ich ihnen, dass ich sie und ihre Meinung respektiere. Daher deute ich aus ihrem Kommentar, dass sie zwar Respekt vor dem Islam haben, wohl aber keine Ehrfurcht. Falls sie sich aber nicht dem muslimischen Glauben zugehörig fühlen, wird die Ehrfurcht vor dem Islam niemand Externes von Ihnen einfordern können, solange diese nicht aus dem intrinsischen Selbst mit freiem Willen kommt.
30.11.17
8:33
Johannes Disch sagt:
Es ist absurd, zu behaupten, ein Mensch, der vor 1500 Jahren gelebt hat, heute als Vorbild in allen Bereichen des Lebens zu bezeichnen. Muhammad lebte erstens in einer völlig anderen Epoche und in einer völlig anderen Gesellschaft, die mit der Welt heute nicht mehr vergleichbar ist. Solche anachronistischen Behauptungen, wie in diesem Text, sind mit ein Grund dafür, dass die islamische Welt längst den Anschluss an die Moderne verloren hat. Und sie will diesen Anschluss offenbar auch gar nicht wieder herstellen, noch nicht einmal die Muslime im Westen/in Europa, wie dieser Text und ähnliche bei "IslamiQ" belegen. Meine Güte, holt euren Propheten endlich mal vom Sockel. Menschen wie Mahatma Gandhi und Martin Luther King taugen ebenso viel-- wenn nicht gar mehr-- als Vorbild für die heutige Zeit wie der Prophet des Islam.
30.11.17
10:04
Johannes Disch sagt:
@"Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt" (2007) Der renommierte Historiker und Nahostexperte Dan Diner hat vor Jahren ein erhellendes Buch geschrieben. Den Titel habe ich eingangs zu diesem Post unter @ genannt. Diner verweist auf den "Arab Human Development Index", der zeigt, dass die islamische Welt in allen signifikanten Bereichen deutlich hinterher hinkt. Als Grund dafür macht er die "Allgegenwart des Sakralen" aus, die die islamische Welt daran hindert, sich endlich der Moderne zuzuwenden. Wie richtig Diner liegt und wie aktuell seine Diagnose noch immer ist, das zeigt auch dieser Artikel hier bei "Islamiq", wo doch tatsächlich allen ernstes behauptet wird, der Prophet;-- ein Mensch, der vor 1500 Jahren auf der Arabischen Halbinsel gelebt hat--, wäre HEUTE in der globalen digitalisierten Welt des Jahres 2017 Vorbild für ALLE Lebensbereiche. Das Buch von Dan Diner kann ich nur empfehlen.
30.11.17
10:35
charley sagt:
"Der letzte Prophet Allahs"... soll heißen, dass die anderen (120.000 rofl) auch schon auf Mohammeds "Allah" hingewiesen haben sollen. Wenn man diesen "Allah" sich in der Detailbeschreibung anschaut, wird diese Frage sehr zweifelhaft. Der Allmacht folgt die völllige Unterwerfung unter diese Allmacht, sie impliziert Ohn-macht gegenüber der All-macht. Damit ist jede Identität ausgeschlossen. Der von Mohammed gern vereinnahmte "Prophet" Jesus hat aber genau diese Schnittstelle zwischen Gott und Mensch als Ausgangspunkt seiner Lehrer genommen. Darauf antwortet ein richtiger Moslem: Tja, die anderen (Vorgänger Mohammeds) haben eben nur Verzerrtheiten der reinen Lehre widergeben können.... Ausreden gibt es immer. Schauen wir uns also die reine Lehre mal an: Der Islam kennt keine Evolution, also ein Weiterentwickeln des Gegebenen aus sich selbst heraus und in Interaktion mit der Umwelt. Auf menschlicher Ebene: Der Islam kennt keine Geschichte. Nun ist aber gerade die Selbstentwicklung des Menschen (und damit der Kultur) offensichtlich, gerade als Bewusstseinsentwicklung! Und es stellt sich die Frage, ob denn der Lebensstil und die Lebensmaximen des 7.Jhrd. heute noch masgeblich sein können (!). Die Wirklichkeit zeigt, dass es an allen Ecken und Enden knirscht. Warum also anders gewordenen Menschen "die wahre Lehre" (wenn es sie denn gibt) nicht später von weiteren "Propheten" (sollte erst mal definiert werden!) neu (!) vermittelt werden sollte (müsste!) wäre also zu begründen! Mohammeds "überragende" spirituelle Fähigkeiten: Wenn man sich anschaut, was Mohammed über das Nachtodliche berichtet, so kann man all diese Beschreibungen zusammenfassen als Erfahrungen in der sog. ätherischen Welt, die sich dem geistig Erwachenden unmittelbar an die physische Welt anschließend, eröffnet. All diese Zeitdehnungserfahrungen und Raumerweiterungen sind ganz typisch für diese Erfahrungen. (Wagner lässt darum Parzival beim Eintritt in die Gralswelt (die übersinnlich ist) sagen: "Zum Raum wird hier die Zeit.") Ja, und weil es tatsächlich Erfahrungen überragenden Glücks sind, die Menschen (durch geistiges Erwachen oder) nach dem Tode erleben, ist verständlich, dass Mohammed das das Paradies nannte. Nur ist es das leider nicht. Dass Mohammed tatsächlich nicht weiter schauen konnte zeigt sich auch daran, dass er Mann und Frau als solche beließ. Das Ablegen der geschlechtlichen Identität erfolgt nämlich später in der Phase, die z.B. die Inder das Kama loca nennen (andere Religionen benutzen andere Namen). Hätte Mohammed in diese Verhältnisse Einblick gehabt, so hätte er ein allgemeines, geschlechtsloses Menschsein erkennen können. Es sind also erhebliche Fragen zu stellen an die spirituellen Fähigkeiten Mohammeds, auf die er seine sprituelle Autorität gründen will. Man möge nur einmal den (sehr bescheiden lebenden) zypriotischen Eingeweihten Daskalos (Dr. Stylianos Atteshlis, 1912-1995, hochgebildet und doch völlig bescheiden) anschauen, der den geistigen Entwicklungsweg des Menschen viel vollständiger, sinnhafter darstellen konnte und sehr wohl von der "Absolute Unendliche Seinsheit" berichtete. Und wenn man den Berichten von Augenzeugen seiner (stets in völliger Demut vollzogenen) Heilungen traut, wenn man seinen Beschreibungen von "out-of-body-Experiences" folgt, so merkt man schnell, dass Mohammed alles andere als "überragend" oder gar einzigartig war.... Es wären noch einige andere spirituelle Meister zu nennen, die an Geistesgröße und Souveränität Mohammeds Selbstanspruch sehr in Frage stellen können. Ich will hier nicht irgendjemand gegen irgendjemand aufrechnen, aber der Hybris der Moslems, dass Mohammed "the-one-and-only" gewesen wäre, mal einen sachlich fundierten Dämpfer entgegen setzen. Solch eine Ansicht a) funktioniert nur mit sektiererischen Scheuklappen b) ist völlig wertlos, denn es lenkt völlig ab davon, dass alle Lehre nichts wert ist, wenn man sie nicht individualisiert und in sich selbst neu gebiert.... und sich damit souverän zu eigen macht. Allein solches entthront schon Mohammed. Was ist eine Lehre eines Lehrers wert, die den Schüler nicht befähigt, irgendwann seinem Lehrer ebenbürtig zu werden? Aus Anlass der Jahreszeit: "Wird Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, so bleibt du ewiglich verloren." Angelus Silesius
01.12.17
12:15
Frederic Voss sagt:
Wichtiger Buch-Tipp: 'Mohamed - Eine Abrechnung' von Hamed Abdel-Samad. Sehr gerne würde ich hier auch mal ein ausführlicheres Gespräch mit dem genannten Islamwissenschaftler und Publizisten lesen. Islamiq.de könnte zudem interessante Podiumsdiskussionen öffentlich stattfinden lassen und die möglicherweise falsche Buch-Analyse fundiert und überzeugend widerlegen. Videoaufzeichnungen davon - auch auf YouTube u.ä. Kanälen veröffentlicht - könnten dann viele Menschen erreichen und ggfs. für den richtigen islamiq.de-Islam begeistern oder aber für den Aufklärer Hamed Abdel-Samad. Chance und Risiko sind gegeben.
02.12.17
17:12