PRÄVENTIONSPROGRAMM "WEGWEISER"

DITIB äußert sich zum Kooperationsende

Das NRW Innenministerium beendete die Kooperation mit der DITIB im Projekt „Wegweiser“. Nun meldet sich der DITIB-Landesverband zu Wort.

06
09
2016
© DITIB

Nordrhein-Westfalen hat eine Projektkooperation mit der islamischen Religionsgemeinschaft DITIB beendet. Die Organisation war Träger des Kölner Standortes des Präventionsprogramm „Wegweiser“, mit dem die Landesregierung Jugendliche vor dem Abdriften in die Salafisten-Szene schützen will.

Vorausgegangen war die Auseinandersetzung um einen Comic der türkischen Religionsbehörde Diyanet, in dem der Märtyrertod verherrlicht wird. Das Innenministerium habe DITIB NRW zu einer Stellungnahme hierzu aufgefordert, so Jäger. „In dieser Stellungnahme konnte keine für einen Träger des Präventionsprogramms Wegweiser notwendige klare Neutralität bzw. ausreichende Distanz davon festgestellt werden“.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) teilte laut einem Bericht der «Rheinischen Post» (Montag) in einer noch unveröffentlichten Antwort auf eine CDU-Anfrage mit, dass der Vertrag von beiden Parteien einvernehmlich aufgelöst worden sei.

Auch die DITIB sprach am Montag in Köln von einem einvernehmlichen Ende des Vertrags, zugleich aber auch von einem „gravierenden Vertrauensbruch“. Die DITIB finde es schade, dass nicht etwa die praktischen Arbeiten oder neu Erkenntnisse, sondern allein ein „Comic“ aus der Türkei dem NRW-Innenministerium Vorwand genug war, die Zusammenarbeit zu beenden.

Laut DITIB habe der Landesverband, in einer schriftlichen Stellungnahme vom 08.04.2016, deutlich gemacht, dass er den Comic nicht zu Bildungszwecken einsetze. Er sei aber der Versuch, Kindern das Schicksal von im Krieg oder bei Terroranschlägen getöteten Opfern zu erläutern und ihnen Trost zu spenden. Zugleich habe die DITIB gegenüber der Landesregierung aber darauf bestanden, die „Deutungshoheit über islamische Begriff“ so zu nutzen, dass ihr Missbrauch für Extremisten unmöglich werde. Darüber habe das Ministerium aber keine öffentliche Diskussion führen wollen, weshalb der Landesverband keinen Sinn mehr in der Zusammenarbeit gesehen habe.

Desweiteren weist die DITIB darauf hin, dass die Diskussion einen immensen Schaden zu Lasten der Präventionsarbeit hinterlasse. Deshalb werde der DITIB-Landesverband nun ausschließlich mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln die Präventionsarbeit fortsetzen. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Diese völlig uneinsichtige Stellungnahme von Ditip bestätigt, dass die Entscheidung der rot-grünen Landesregierung richtig war, diesen ferngesteuerten Verein vor die Tür zu setzen. Gratulation! Der politischen Linken in Deutschland öffnen sich jetzt allmählich doch die Augen! Das macht Hoffnung! Die Behauptung, der Comic sei ein Versuch, Kindern das Schicksal von im Krieg oder bei Terroranschlägen getöteten Opfern zu erläutern und ihnen Trost zu spenden ist eine wirklich lächerlicher Schutzbehauptung. Zur Erinnerung: Der Comic zeigt einen Vater mit einem minderjährigen Sohn auf einem Sofa sitzend im Dialog: Sohn: "Vater, wolltest du jemals ein Märtyrer sein?" Vater: " Natürlich möchte ich das, mein Liebling, wer möchte nicht in Paradies gelangen.Märtyrer zu sein ist sehr schön"
06.09.16
14:17
Moritz sagt:
Es ist doch völlig egal, zu welchen Zwecken ein Comic eingesetzt wird, der den Märtyrertod verherrlicht. Entscheidend ist doch, dass es diesen merkwürdigen Comic überhaupt gibt. Das zeigt doch deutlich, dass DITIB, Diyanet und AKP Islamisten sind und praktisch Selbstmordattentate verherrlichen. dazu gibt es nicht mehr zu sagen. Das ist eine Sache für den Verfassungsschutz. Jedenfalls kann eine Organisation, die Terrorismus gutheißt, sicherlich nicht Partner für irgendwas in einem demokratischen Land sein. Dass Muslime in Deutschland Partei für die DITIB ergreifen zeigt zudem, wo die Muslime in Deutschland stehen. Alle Distanzierungen vom islamischen Terrorismus erweisen sich damit als bloße Lippenbekenntnisse, die die deutsche Öffentlichkeit täuschen sollen.
06.09.16
15:34
Johannes Disch sagt:
@Ute Fabel Da bin ich ganz ihrer Meinung. Die Interpretation des Comic durch die DITIB klingt doch sehr fadenscheinig. Was denkt man sich eigentlich in der Türkei, wenn man so nen Comic raushaut??? lg Johannes Disch
06.09.16
18:32
Manuel sagt:
"Märtyrer zu sein ist sehr schön." Also diese islamistische Propaganda ist wirklich nicht mehr auszuhalten, Salafisten haben genau den selben Grundsatz. Also man merkt Islamist bleibt Islamist, auch wenn er, wie Falle Erdogans, gewählt wurde.
06.09.16
18:42
Hakan sagt:
nrw sucht schon lange nach einem Grund um die zusammen arbeıt zu beenden. Die Populismus ist eben anmarsch. Nach Sieg der Afd werden wohl alle etwas islamfeindlicher.
06.09.16
18:57
Holger Berger sagt:
Ein eingetragener Verein - DITIP e.V. - beansprucht Deutungshoheit gegenüber der NRW-Landesregierung. Da soll eine Landesregierung einen Verein dominieren lassen? Also in meinem Leben habe ich selber die höchste Deutungshoheit über mich selbst und meine persönliche Art der Lebensgestaltung - und kein Verein, kein Prediger, keine Kirchenautorität, kein Guru oder Wahrheitsverkünder
06.09.16
19:18
otto sagt:
Märtyrer zu werden ist also was schönes - das glaubt doch keiner von der DITIP so etwas erzählen sie nur den unschuldigen Kindern.
08.09.16
20:00
Manuel sagt:
@Hakan: Wir brauchen hier nicht so eine islamistische Propaganda, klar? Und wenn Sie über die AfD schreiben, sollten Sie die AKP nicht vergessen, denn zwischen denen besteht kein Unterschied.
20.09.16
14:18