DITIB Rheinland-Pfalz

„Keine Bedenken bei weiterer Kooperation“

Der Vorsitzende des DITIB Landesverbands Rheinland-Pfalz wies alle Bedenken und Vorwürfe zurück. Zuvor kündigte die Landesregierung Rheinland-Pfalz eine Überprüfung der Kooperation zwischen Land und DITIB an.

02
08
2016
Ministerpräsidentin Malu Dreyer SPD © Facebook: Malu Dreyer

Der DITIB Landesverband Rheinland-Pfalz will weiter mit der Landesregierung zusammenarbeiten und hat angesichts der Krise in der Türkei Bedenken zurückgewiesen. „Wir stehen zur Demokratie, zur Freiheit“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Cihan Şen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind eine Religionsgemeinschaft und keine politische Instanz“. DITIB wolle weiter mit der Landesregierung über einen Staatsvertrag und über einen Islamunterricht sprechen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) kündigte am Montag eine kritische Überprüfung, der Verhandlungen mit der DITIB, über eine Zusammenarbeit beim Islamischen Religionsunterricht an. Grund dafür sind die  bundesweiten Diskussionen um den Einfluss der türkischen Regierung auf die DITIB. „Wir werden nicht zulassen, dass innenpolitische Konflikte aus der Türkei in Rheinland-Pfalz ausgetragen werden“, teilte die Regierungschefin mit.

Laut Dreyer verhandelt das Land mit der türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) und vier weiteren Verbänden. Dabei gehe es um einen Vertrag, der die Freiheit, den Glauben zu bekennen, unter Schutz stellen soll. Dreyer betonte, ein Unterricht durch Imame sei in Rheinland-Pfalz ausgeschlossen: „An unseren Schulen wird Islamischer Religionsunterricht ausschließlich von beamteten Lehrkräften oder von Lehrern erteilt, die beim Land beschäftigt sind“.

DITIB wies Vorwürfe zurück

Mehrere Politiker hatten in den vergangenen Tagen den Einfluss des türkischen Staats auf DITIB kritisiert. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir bezeichnete den Verband als deutschen Ableger der türkischen Religionsbehörde Diyanet. Wer mit DITIB Verträge über islamischen Religionsunterricht schließe, hole sich die Ideologie des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in deutsche Schulen. Der Verband wies die Vorwürfe zurück: Die Gemeinden der DITIB seien Vereine nach deutschem Recht und stünden nicht in Verbindung zu türkischen Ämtern oder Behörden. (dpa, KNA, iQ)

Leserkommentare

Frank sagt:
Schon der Name "Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V." macht doch deutlich, dass es sich zwar um vereine nach deutschem Recht handelt, aber ein Bezug zur Diyanet sehr wohl vorhanden ist. Das eine schließt das andere nicht aus. Zudem kommt der Vorsitzende der DITIB immer aus der Türkei. Ebenso sämtliche Imame. Wie man da behaupten kann, man stünde nicht in Verbindung zu türkischen Ämtern oder Behörden, ist mir ein Rätsel. Worin liegt überhaupt die Notwendigkeit, dass der Vorsitzende der DITIB ein türkischer Beamter ist? Dabei kann es letztlich doch wohl nur um Einflussnahme gehen. Man kann also sehr wohl guten Gewissens behaupten, dass die türkische Regierung über die Diyanet Einfluss auf die DITIB und damit auf die türkischen Muslime in Deutschland nimmt. Es kann wohl kaum angehen, dass eine Organisation, die ein Ableger einer ausländischen Behörde ist, über den Lehrplan an deutschen Schulen bestimmt.
02.08.16
16:17
Manuel sagt:
DITIB IST der verlängerte Arm Erdogans und seiner AKP-Islamisten, Punkt!
03.08.16
20:07
Andreas sagt:
@Manuel: Die DITIB ist kein Ableger der AKP, sondern ein Verein nach deutschem Recht. Und die AKP mag zwar eine Partei sein, die nicht jedem gefällt, das macht sie aber noch nicht zu einer islamistischen Partei. Der Begriff "islamistisch" ist sowieso nicht weiter als ein Hetzbegriff. Was genau macht den die AKP "islamistisch"?
04.08.16
11:27
Manuel sagt:
@Andreas: Und rechtsextrem ist dann auch ein Hetzbegriff für die AfD oder was? Die AKP ist ein islamistische Partei, die die Türkei in einen islamischen Staat umwandeln will, hat Erdogan selbst so gesagt, da hilft auch nicht Ihr ständiges Nachbeten der Erdoganschen Propaganda. AfD und AKP sind zweit Seiten der selben Medaile und beide sind brandgefährlich für die Demokratie, sehen Sie ja gerade in der Türkei wie Ihr Freund Erdogan den Rechsstaat aushebelt und jeden Kritiker ins Gefängnis wirft, aber offenbar ist das Ihr Verständnis von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, gut zu wissen. DITIB hat die so genannten Pro-Erdogan-Demos gut geheißen und auch nicht die rechtsreligiösen Parolen verurteilt, jetzt denken Sie einmal scharf nach wieso?
05.08.16
13:02
Zehra sagt:
Erdogan-Phobie scheint ja gewaltiger zu sein als Islam-Phobie, meine Kinder und Enkelkinder werden hier noch zur Schule gehen, so in 40 Jahren wird es keinen Erdogan geben! Was soll die unkooperative Art die Dinge zu diskutieren? Sorry - wer wird diese Klassenräume füllen, wenn es den 90 % Sunniten sind aus der Türkei - werde ich ja wohl mitschauen, was da unterrichtet wird. Und ganz ehrlich ein Jude lässt auch nicht das Kultusministerium in Deutschland bestimmen, wie sein Kind in Religion unterrichtet wird. Außerdem hat sich wohl DITIB angeboten zu unterstützen, meinetwegen nehmen Sie noch die Gülen Bewegung doch dazu :-) Die haben sogar Pläne was das Christentum betrifft in Europa und sind eng verbunden mit dem Pabst. Das sind richtige Strategen und die Deutschen haben hohes Gefallen an der Gruppe. MfG Zehra B.
05.08.16
23:48