Moscheemangel

Neue Gebetsräume für Rostocker Muslime

Den Muslimen in Rostock fehlen schon seit Jahren Gebetsräume. Mit den Flüchtlingen kamen weitere Muslime in die Stadt, die Situation verschlimmerte sich. Der Verein Societät Rostock maritim bietet nun eine Alternative.

07
06
2016
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Diskussion um Gebetsräume © Jenny Gould auf flickr.

Die unter extremem Platzmangel leidenden Muslime in Rostock haben möglicherweise neue Gebetsräume gefunden. Der Verein Societät Rostock maritim habe dem Islamischen Bund Rostock Räume im ehemaligen Schifffahrtsmuseum angeboten, sagte der Vorsitzende der Societät, Jochen Pfeiffer, am Montag in Rostock. Schon vom kommenden Freitag an könnten die Muslime in das denkmalgeschützte Haus zum Freitagsgebet kommen. Das weitläufige Haus mit einer Dauerausstellung und mehreren wechselnden Schauen biete Platz für rund 100 Muslime. „Wir wollten helfen, als wir hörten, dass Hunderte Menschen ihr traditionelles Freitagsgebet bei jedem Wetter unter freiem Himmel abhalten, weil die Räumlichkeiten so begrenzt sind“, sagte Pfeiffer.

Der Sprecher des Islamischen Bunds Rostock, Maher Fakhouri, zeigte sich positiv überrascht. Es wäre schön, wenn das Museum für zwei oder drei Jahre eine Bleibe für die Gemeinde sein könnte. „Da können wir nicht nein sagen.“ Die bisherige Moschee platze aus allen Nähten, zudem könnte sie im Rahmen von Baumaßnahmen der Stadt abgerissen werden. In Rostock lebten rund 700 Muslime.

Die Zukunft des Schifffahrtsmuseums steht seit Jahrzehnten immer wieder in der Diskussion, letztlich scheiterten alle Pläne an Geldmangel. Derzeit gebe es Überlegungen, das Archäologische Museum des Landes dort unterzubringen, sagte Pfeiffer. Im Rennen darum sei unter anderem aber auch Neustrelitz. Gescheitert waren auch schon Pläne, dem Stadtmuseum in dem riesigen Innenstadtgebäude eine Heimat zu bieten. (dpa/iQ)