Angesichts knapper Blutkonserven ruft die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş zu mehr Blutspenden auf. Moscheen gelten dabei als wichtige mehrsprachige Anlaufstellen, um bislang wenig erreichte Spendergruppen anzusprechen.

Angesichts knapper werdender Blutkonserven ruft die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) zu mehr Blutspenden auf und sieht Moscheen als wichtige Partner bei der Ansprache neuer Spenderinnen und Spender. Hintergrund sind wiederholte Appelle deutscher Kliniken und des Deutschen Roten Kreuzes, da immer weniger Menschen Blut spenden.
„Die Blutkonserven werden immer knapper, weil immer weniger Menschen spenden. Moscheen helfen und informieren – mehrsprachig, verbindend, wirksam“, erklärte der Generalsekretär der IGMG, Ali Mete. Nach seinen Angaben spenden derzeit nur rund drei Prozent der Bevölkerung Blut. „Das ist keine abstrakte Statistik: Das sind verschobene Operationen, engere Spielräume in der Notfallmedizin und zusätzliche Risiken für Patientinnen und Patienten“, sagte Mete.
Besonders problematisch sei, dass viele langjährige Spender altersbedingt ausfielen, während zu wenige junge Menschen nachrückten. Die IGMG rufe daher alle gesunden Menschen zur Blutspende auf – „unabhängig von Herkunft, Glauben oder sozialem Status“, so Mete. Aus islamischer Sicht sei der Schutz des Lebens ein zentraler Auftrag. „Eine einzige Spende kann bis zu drei Menschen helfen“, betonte er.
Zugleich forderte Mete eine breitere und inklusivere Ansprache. In den vergangenen Jahren seien Hunderttausende Menschen nach Europa gekommen, darunter viele potenzielle Blutspender, die jedoch noch nicht ausreichend Deutsch sprächen. „Mehrsprachige Informationen sind ein Türöffner. Sie schaffen Vertrauen und Motivation, sich einzubringen“, sagte er.
Moscheen leisteten hier seit Jahren wichtige Brückenarbeit, indem sie mehrsprachig informierten und mobilisierten. In Frankreich etwa konkurrierten Gemeinden der IGMG regelmäßig darum, die meisten Blutspender zu gewinnen. Diese Rolle werde bislang zu wenig wahrgenommen, betonte Mete. Dabei sei ihr Beitrag groß – „für den Zusammenhalt der Gesellschaft insgesamt“.