Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es diese Woche um das Recht der Mitmenschen. Dieses werde als grundlegendes Prinzip islamischer Ethik dargestellt und als Ausdruck von Barmherzigkeit gegenüber den Geschöpfen Allahs verstanden. Der Mensch sei von Allah in seiner Würde, seinem Leben und seinem Eigentum geehrt worden; jede Form von Unrecht verletze dieses Recht.
Dabei werde betont, dass das Recht der Mitmenschen nicht nur finanzielle Ungerechtigkeiten umfasse, sondern auch das Verletzen von Würde, üble Nachrede, Täuschung, das Verzögern von Schulden oder Herabwürdigungen im Alltag und in sozialen Medien. Der Prophet (s) habe darauf hingewiesen, dass ein Muslim jemand sei, vor dessen Hand und Zunge andere sicher seien.
Gesellschaftliches Misstrauen entstehe dort, wo Aufrichtigkeit verloren gehe und die Rechte der Mitmenschen missachtet werden. Religiöse Handlungen allein reichten nicht aus, wenn sie von Ungerechtigkeit gegenüber anderen begleitet seien. Deshalb sollten sich Muslime mit den Menschen versöhnen, deren Rechte sie verletzt habe. Dies sei heute eine der größten Formen der inneren Reinigung.
Die Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) thematisiert in ihrer Freitagspredigt die Geschenke der Miradsch-Nacht und stellt dabei die letzten beiden Verse der Sure al-Bakara in den Mittelpunkt. Der Prophet Muhammad (s) sei von dieser einzigartigen Reise mit drei großen Gaben für seine Umma zurückgekehrt: dem fünfmaligen Pflichtgebet als Verbindung zu Allah, der Verheißung göttlicher Vergebung für die im Tawhîd lebenden Gläubigen sowie den Versen „Amenerrasulu“.
Diese beiden Verse vermittelten ein umfassendes Glaubensbekenntnis, in dem der Glaube an Allah, Seine Engel, Bücher und Gesandten bekräftigt werde. Die Haltung der Gläubigen zeige sich im bewussten Gehorsam gegenüber Allah und im Vertrauen auf das Jenseits. Zugleich betonten die Verse die göttliche Gerechtigkeit: Allah verlange dem Menschen nichts ab, was er nicht tragen könne, und jede Tat wirke zu seinem eigenen Nutzen oder Schaden. In Demut wendeten sich die Gläubigen mit Bitten um Vergebung, Barmherzigkeit und Beistand an Allah, den einzigen Schutzherrn.
Die Freitagspredigt des Verbandes der islamischen Kulturzentren (VIKZ) behandelt den Monat Schabân. Es wird die Wichtigkeit des Monats angeführt, indem man ausgehend von einem Hadith, diesen Monat als den der Güte sieht. Zusammenfassend solle man also den Monat Schabân dafür nutzen die Gnadenfülle und Segensgaben durch Allah zu bekommen, indem man vermehrte Gebete und wertvolle Taten zu Ehren Allahs verrichtet.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.