Freitagspredigten, 02.01.2026

Zuflucht bei Allah, Absichten, Hölle

Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Freitagspredigt © Shutterstock, bearbeitet by iQ.
Freitagspredigt © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG)geht es diese Woche die Zuflucht bei Allah als zentrale Haltung zum Beginn des neuen Jahres. Ein neues Jahr bedeute für Gläubige, sich innerlich neu auszurichten und bewusst den Schutz Allahs zu suchen, um Herz und Handeln vor Einflüsterungen des Satans zu bewahren.

Im Mittelpunkt stehe die Istiâza, also die Zuflucht zu Allah. Anhand der Beispiele der Propheten Nûh (a), Yûsuf (a) und Mûsâ (a) werde verdeutlicht, dass die Zuflucht bei Allah in Situationen der Ungewissheit, der Versuchung, des Zorns und der Sünde notwendig sei. Der Koran fordere dazu auf, Allahs Schutz in allen Lebenslagen zu suchen, insbesondere beim Koranvortrag, aber auch im Alltag.

Ergänzend werde die Basmala als Ausdruck dieser Zuflucht hervorgehoben. Sie bedeute, jede Handlung Allah anzuvertrauen und Seinen Segen zu erbitten. Ein Jahr, das mit der Zuflucht bei Allah beginne, stehe unter Seiner Barmherzigkeit und Führung.

Neue Absichten fassen

Die Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) thematisiert in ihrer Freitagspredigt die Erneuerung der Absichten zum Jahreswechsel. Mit dem Ende des Jahres 2025 und dem Beginn des Jahres 2026 werde dazu aufgerufen, Allah um Segen, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Frieden zu bitten, insbesondere für leidende Regionen.

Die Predigt mache deutlich, dass der Wert menschlicher Taten von der Absicht abhänge. Absicht werde als innere Ausrichtung des Herzens beschrieben, durch die selbst kleine Taten großen Lohn erhalten könnten, während große Taten durch falsche Motive ihren Wert verlören. Unter Bezug auf Hadithe werde betont, dass Allah gute Absichten belohne und vom Bösen Abstandnehmende schütze.

Zugleich werde daran erinnert, dass Stillstand Verlust bedeute und der Mensch seine Zeit bewusst nutzen müsse. Der Jahresbeginn solle daher Anlass sein, das eigene Leben zu prüfen, Verantwortung zu übernehmen und die Absicht zu erneuern, aufrichtig, gerecht, geduldig und verantwortungsvoll zu handeln.

Schutz vor Hölle

In der Freitagspredigt des Verbands Islamischer Kulturzentren (VIKZ) geht es um den Schutz vor der Bestrafung in der Hölle. Die Predigt mache deutlich, dass der Mensch zwar große Anstrengungen unternehme, um sich vor weltlichen Gefahren zu schützen, jedoch die eigentliche Gefahr – die ewige Strafe im Jenseits – oft ausblende. Vergängliche Freuden würden das Bewusstsein trüben und vom Jenseits ablenken.

Unter Bezug auf koranische Verse werde betont, dass das Leben nach dem Tod endgültig sei und der Mensch dort entweder das Paradies oder die Hölle erwarte. Daher sei es Pflicht der Gläubigen, sich selbst und ihre Familien vor dem Höllenfeuer zu bewahren. Dies erfordere, den eigenen Glauben zu festigen, das Gute zu lernen und weiterzugeben sowie Familie zu religiöser Verantwortung anzuleiten. Besonders gewarnt werde vor Schirk, da dieser zur ewigen Verdammnis führe. Auch die Verharmlosung von Sünden gelte als gefährliche Täuschung, die den Imān bedrohe.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.