Köln

„Die Farben des Morgens“ – Ausstellung zeigt traditionelle Marmorierkunst

Wasser, Farbe und Geduld stehen im Mittelpunkt der Ebru-Ausstellung „Die Farben des Morgens“ in Köln. Bis zum 4. Januar 2026 zeigt der Sabah Ülkesi Kunst- und Kulturverein Werke aus einer zweijährigen Ausbildung.

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Vom 20. Dezember bis zum 4. Januar 2026 lädt der Sabah Ülkesi Kunst- und Kulturverein zur Ebru-Ausstellung „Die Farben des Morgens“ ein. In den Räumlichkeiten der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) in Köln erhalten Besucherinnen und Besucher einen Einblick in die traditionelle Kunst der Marmorierung – eine Kunstform, die handwerkliche Präzision, Geduld und ästhetische Tiefe miteinander verbindet.

Die Ausstellung rückt die Ebru-Kunst als lebendige Tradition in den Mittelpunkt. Farben, Wasser und Bewegung treten dabei in einen stillen Dialog und machen sichtbar, was diese Kunst seit Jahrhunderten prägt: Konzentration, Erfahrung und eine enge Verbindung von Technik und Spiritualität.

Zentral für die Ausstellung ist die Meister-Schüler-Tradition, die bis heute das Fundament der Ebru-Kunst bildet. Der Vorsitzende des Sabah Ülkesi Kunst- und Kulturvereins, Ünal Ünalan, betont, dass der Ausstellung ein mehrjähriger Ausbildungsprozess vorausging, der bewusst an diese klassische Form der Wissensweitergabe angelehnt war. Zu sehen sind acht Werke der Ebru-Lehrerin Hilal Alphan sowie jeweils vier Arbeiten ihrer Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen des Programms ausgebildet wurden.

Nach Angaben von Ünalan handelt es sich um ein europaweit bislang einmaliges Projekt: Erstmals werden in Europa ausgebildete Ebru-Schülerinnen und -Schüler mit ihren Abschlussarbeiten in einer öffentlichen Ausstellung präsentiert.

Auch der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş, Kemal Ergün, würdigte die Ausstellung während der feierlichen Eröffnung als besonderes Ereignis. Anlässlich der begleitenden Kunstwoche, die in dieser Form eine Premiere in Europa darstelle, gratulierte er den Absolventinnen und Absolventen, Lehrkräften und allen Mitwirkenden. „Sie verleihen unserer Kunst einen besonderen Wert“, sagte Ergün und betonte zugleich den gemeinschaftlichen Charakter der Veranstaltung. Man freue sich darauf, „alle Schwestern und Brüder, die der Kunst verbunden sind“, bei diesem Zusammentreffen begrüßen zu dürfen.

Ausstellung ist Ergebnis einer zweijährigen Ausbildung

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung wurden zudem Ebru-Zertifikate an Kursteilnehmende überreicht, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Insgesamt acht Teilnehmende erwarben ihre Qualifikation im Rahmen eines gemeinsamen Programms des Sabah Ülkesi Kunst- und Kulturvereins und der Uludağ-Universität.

Der Ausstellung ging eine zweijährige, umfassende Ausbildung in der Ebru-Kunst voraus. Sie wurde in Kooperation mit der Uludağ-Universität durchgeführt und stand unter der fachlichen Begleitung von Hilal Alphan und Prof. Dr. Hicabi Gülgen. Vermittelt wurden sowohl theoretische als auch praktische Inhalte – von klassischen Ebru-Techniken über Materialkunde bis hin zur Farb- und Kompositionslehre.

Workshops und mehr

Begleitend zur Ausstellung finden über zwei Wochen hinweg Ebru-Workshops statt. Interessierte haben dabei die Möglichkeit, die technischen und ästhetischen Grundlagen dieser Kunstform praktisch kennenzulernen. Ergänzt wird das Programm durch ein Expertengespräch mit Doç. Dr. Muhammed Fatih Kılıç, Spezialist für türkisch-islamische Philosophie und islamische Ästhetik, sowie der Ebru-Ausbilderin Hilal Alphan. Im Fokus stehen die geistigen und ästhetischen Grundlagen traditioneller Künste.