Freitagspredigten, 26.09.2025

Süchte und Vergessen

Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. IslamiQ liefert jede Woche einen Überblick.

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Freitagspredigt
Symbolbild: Minbar, Freitagspredigt, Hutba

Die Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) behandelt das Thema Süchte als Krankheiten des Herzens. Der Mensch sei von Allah mit Verstand, Willen und Entscheidungsfreiheit ausgestattet, um zwischen Nutzen und Schaden unterscheiden zu können. Süchte jedoch nähmen ihm diesen Willen, verhärteten das Herz und schädigten Körper wie Seele. Alkohol, Drogen, Glücksspiel oder Zigaretten seien ein Verrat an dem anvertrauten Körper.

Sucht zeige sich aber auch im digitalen Bereich: Stundenlange Bildschirmzeit entfremde Familien, schwäche Beziehungen und normalisiere Anstößiges. Ebenso könne das fanatische Fußballinteresse dazu führen, dass Gebete vernachlässigt würden. Wer seinen Neigungen blind folge, mache seinen Nafs zum Gott.

Wahre Freiheit bedeute, Diener Allahs zu sein. Selbst im Gottesdienst sei Übertreibung untersagt, umso mehr bei weltlichen Dingen. Muslime seien aufgerufen, ihre Kinder und Familien zu schützen, Betroffene nicht allein zu lassen und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Koranvers erinnere daran, sich von nutzlosen Dingen abzuwenden.

Vergessen

Die Freitagspredigt der Türkisch Islamischen Union e.V. (DITIB) behandelt das Thema „Vergessen“ (arab. Nisyan). Der Mensch sei von Natur aus zum Vergessen geneigt. Deshalb erinnere Allah Seine Diener immer wieder an ihre Pflichten: an Seine Gaben, an den Bund, Ihm zu dienen, und an die Vergänglichkeit des Lebens. Wer sich erinnere, bleibe im Gedenken Allahs – wer aber vergesse, gehöre zu den Vergessenen.

Unschuldig sei das Vergessen durch Krankheit, doch gefährlich werde es, wenn ein gesunder Mensch Barmherzigkeit, Gewissen und Verantwortung verdränge. So vergesse man den Schöpfer, das Jenseits, den Dank und die Rechenschaft. Auch Menschen, die uns erzogen und gelehrt haben, würden in Vergessenheit geraten, ebenso wie Verwandte, Bedürftige und Unterdrückte. Besonders schwer wiege das Vergessen der Leidenden in Gaza und Palästina, deren Schmerz allzu oft von alltäglichen Sorgen überdeckt werde.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.