Schweiz

Vera Çelik ist erste Gemeinderätin mit Kopftuch

Die 20-jährige Schweizerin ist mit mit 4.772 Stimmen in den Gemeinderat in Zürich gewählt worden. Sie engagiert sich vor allem gegen Diskriminierung und Islamfeindlichkeit.

11
03
2026
0

Bei den Wahlen zum Gemeinderat der Stadt Zürich ist die 20-jährige Politikerin Vera Çelik erstmals in das Stadtparlament gewählt worden. Die Sozialdemokratin aus dem Kreis 10 erhielt nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 4772 Stimmen. Die gelernte Dentalassistentin wird damit die erste Gemeinderätin der Stadt, die ein Kopftuch trägt.

Çelik ist Tochter türkischer Eltern und engagiert sich seit ihrer Jugend für soziale Gerechtigkeit und gegen Diskriminierung. Politisch aktiv ist sie bei der Sozialdemokratische Partei der Schweiz. Innerhalb der Partei setzte sie sich unter anderem für die Belange von Lernenden sowie gegen Diskriminierung im Bildungsbereich ein.

Landesweit bekannt wurde Çelik im April 2024 durch einen umstrittenen Satirebeitrag in der SRF Sendung „Late Night Switzerland“. Darin machte sich der Comedian Stefan Büsser über sie lustig und stellte sie in einer Bildmontage neben ein Foto des damaligen JSVP Präsidenten Nils Fiechter. Die Ombudsstelle der SRG bewertete den Beitrag später als diskriminierend und menschenwürdeverletzend. Çelik erhielt nach eigener Darstellung anschließend zahlreiche Morddrohungen.

„Ich wollte eigentlich durch meine Arbeit sichtbar werden, nicht wegen eines Shitstorms“, sagte sie später dem Onlineportal Tsri.ch. Die Aufmerksamkeit habe sie dennoch motiviert, sich stärker politisch zu engagieren.

Bei der Gemeinderatswahl wurde die Sozialdemokratische Partei der Schweiz mit 32,2 Prozent erneut stärkste Kraft und stellt künftig 41 Sitze. Gemeinsam mit Grünen und der Alternative Liste behalten die linken Parteien ihre knappe Mehrheit im Zürcher Stadtparlament.