Österreich

Frau mit Kopftuch erhält keinen Tisch im Restaurant

Ein Salzburger Restaurant steht in der Kritik, weil einer kopftuchtragenden Frau die Reservierung verweigert worden sein soll. Grund: der Dresscode. Der Fall landete bei der Gleichbehandlung.

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02
2026
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Kopftuch, Dresscode, Restaurant
Reservierung im Restaurant © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Ein Restaurant in Salzburg steht nach einem verweigerten Tisch für eine kopftuchtragende Frau in der Kritik. Wie die „Salzburger Nachrichten“ berichteten, wollte die Muslimin ihren Geburtstag mit Freunden im Sky-Restaurant des Hotels Cool Mama feiern. Bei der telefonischen Reservierung habe ihr Ehemann erwähnt, dass sie einen Kopftuch trage. Daraufhin sei die Anfrage abgelehnt worden.

Das Restaurant verweist auf einen strengen Dresscode, der laut Website dem gewünschten Ambiente und der „kollektiven Stimmung“ dienen solle. Demnach sind unter anderem „jegliche Art von Kopfbedeckungen“ untersagt.

Zudem verweist das Lokal auf das seit 1. Oktober 2017 geltende österreichische Verbot der Gesichtsverhüllung im öffentlichen Raum. Dieses untersagt das Verbergen der Gesichtszüge an öffentlichen Orten oder in öffentlichen Gebäuden.

Restaurant droht nach Google-Bewertung mit Klage

Das Unternehmen erklärte gegenüber den „Salzburger Nachrichten“, die hausinternen Regeln gälten „ausnahmslos für alle Gäste“, unabhängig von Herkunft oder religiöser Zugehörigkeit. Man erwarte im Interesse aller Besucher deren Einhaltung. In einzelnen Fällen seien Gäste auf die Bestimmungen hingewiesen worden und hätten diese anschließend akzeptiert.

Nachdem keine Reservierung zustande gekommen war, veröffentlichte die Frau eine kritische Google-Bewertung. Das Restaurant drohte daraufhin laut Bericht mit rechtlichen Schritten, sollte die Rezension nicht gelöscht werden. Die Betroffene wandte sich anschließend an die Gleichbehandlungsanwaltschaft.

Kein Einzelfall

Politische Kritik kam vom Salzburger SPÖ-Gemeinderat Tarik Mete. Religiöse Kleidung sei kein bloßes Stilelement, sondern Ausdruck einer bewussten Entscheidung, erklärte er. Durch entsprechende Regelungen würden Betroffene ausgeschlossen. Solche Vorfälle passten nicht zu einer weltoffenen Stadt wie Salzburg, so Mete mit Verweis auf ähnliche Beschwerden über das Lokal in den vergangenen Monaten.