Die Universität Koblenz hat zum 1. Januar 2026 ein Institut für Islamische Theologie gegründet. Damit macht Rheinland-Pfalz einen weiteren Schritt bei der staatlichen Ausbildung künftiger Lehrkräfte für den islamischen Religionsunterricht.

Die Universität Koblenz hat zum 1. Januar 2026 ein Institut für Islamische Theologie gegründet. Damit treibt Rheinland-Pfalz den Ausbau der staatlichen Ausbildung für den islamischen Religionsunterricht weiter voran. Ziel ist es, angehende Lehrkräfte künftig wissenschaftlich fundiert an einer staatlichen Hochschule auszubilden.
Grundlage für den Aufbau sind Verträge, die das Land Ende 2024 mit islamischen Religionsgemeinschaften geschlossen hatte. Zugleich stellte das Land der Universität die nötigen Ressourcen zur Verfügung. Im Jahr 2025 befassten sich die Hochschulgremien mit dem formalen Einführungsprozess. Nach Zustimmung des Fachbereichsrats und des Senats sprach sich Ende 2025 auch der Hochschulrat für die Gründung aus.
Das neue Institut ist im Fachbereich Philologie und Kulturwissenschaften angesiedelt, zu dem bereits die beiden christlichen Theologien und die Ethik gehören. In enger Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen sollen Studienangebote für die Lehrkräftebildung entwickelt und die interdisziplinäre Forschung gestärkt werden.
Vorgesehen sind drei Professuren mit zugeordneten Mitarbeitenden. Sie sollen auf Grundlage bundesweit abgestimmter curricularer Standards das Studienprogramm weiterentwickeln. Die Stellen wurden zum Jahreswechsel ausgeschrieben.
Begleitet wird der Aufbau von zwei islamischen Religionsgemeinschaften, die einen gemeinsamen theologischen Beirat bilden. Dieser wird in Akkreditierungs- und Berufungsverfahren einbezogen.
Der Vorsitzende der Schura Rheinland-Pfalz, Akif Ünal, begrüßte die Entscheidung. „Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Schritt an der Universität Koblenz. Als islamische Religionsgemeinschaft bringen wir unsere Expertise mit großer Freude in die Errichtung und Weiterentwicklung dieses Angebots ein, um dem hohen Bedarf an den Schulen gerecht zu werden“, sagte Ünal. Man blicke zuversichtlich auf die Zusammenarbeit und sei stolz, die Ausbildung künftiger Lehrkräfte mitzugestalten.
Wissenschaftsminister Clemens Hoch sprach von einer verlässlichen Grundlage für hochwertigen Unterricht und interreligiösen Dialog. Vizepräsidentin Constanze Juchem-Grundmann betonte die Bedeutung für die Lehrkräfteausbildung in Rheinland-Pfalz.