Scharia

ÖVP will Anwendung der Scharia in Österreich verbieten

In Wien hat ein Zivilgericht im Sommer 2025 die Scharia als Grundlage für ein Schiedsgerichtsurteil zugelassen. Rund ein halbes Jahr später reagiert nun die Politik auf den Fall – aber nicht ohne Kritik.

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2026
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Bundesdienstflagge der Republik Österreich auf dem Parlamentsgebäude © by J Alexander Johmann auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ

In Österreich soll die Anwendung der Scharia bei Rechtsstreitigkeiten verboten werden. Über eine entsprechende Grundlage will die Regierung ab Dienstag bei ihrer zweitägigen Klausur beraten. Beobachter kritisieren den Schritt und werfen den Regierenden Symbolpolitik vor.

Allen voran sieht die Österreichische Volkspartei (ÖVP) von Bundeskanzler Christian Stocker Handlungsbedarf gegen die Anwendung des islamischen Rechts. Auslöser war ein Aufsehen erregender Fall im Sommer 2025. Damals hatte das Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen entschieden, die Scharia als Entscheidungsgrundlage für einen Vermögensstreit zuzulassen. Kritiker sprachen von einem „skandalösen“ Präzedenzfall, der mit Österreichs Grundwerten unvereinbar sei.

Neben dem Kampf gegen die Inflation und einer Industriestrategie stehen bei der Regierungsklausur in Mauerbach bei Wien auch die Themen Migration und Asyl auf der Agenda. Die Dreierkoalition verfolgt einen strikten Kurs, unter anderem mit einem jüngst beschlossenen Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren.

Experten werfen der ÖVP in dem Zusammenhang eine Symbolpolitik vor, die darauf abziele, den Stimmenzuwachs der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei (FPÖ) aufzuhalten. Ein angestrebtes Scharia-Verbot sei „billige Politik“ und bediene Vorurteile gegenüber dem Islam, sagte die Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle der Zeitung „Der Standard“.

Leserkommentare

Marco Polo sagt:
Angesichts barbarischer Scharia-Justiz in islamischen Republiken und Gemeinschaften ist ein nunmehr angestrebtes Scharia-Verbot keine "billige Politik". Symbol-Politik hin oder her. Ein strikter Kurs ist in dieser Hinsicht sehr zu begrüßen und gibt vorbildlich die richtige Richtung vor - auch für andere Länder. Das Zulassen eines langsamen Einsickerns islamischer Rechtspflege wäre kontraproduktiv und würde keinesfalls wirklich dem Gemeinwohl dienen. Eine Anwendung der Scharia in liberalen Gesellschaften kann niemals das Gebot der Stunde sein; sie wäre ein falsches Signal und ein falscher Schritt hin in eine verhängnisvoll schleichende Entwicklung mit wahnhaften Zügen muslimischer Prägung und unter Federführung und Dominanz von irrational agierenden Islam-Autoritäten zur angeblichen Beglückung und Befreiung des Glaubensvolkes. Einen Freibrief für Scharia-Justiz kann ich niemals unterstützen. Ich würde ihn für sehr problematisch und höchst gefährlich halten. Ein folgsames Glaubensvolk, zur Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autoritäten erzogen, sieht das natürlich anders.
12.01.26
18:45