Neujahrsbaby

Hass gegen muslimisches Neujahrsbaby sorgt für Entsetzen

Kaum geboren, schon Ziel rassistischer Hetze: Das Kärntner Neujahrsbaby wurde wegen seines Namens in sozialen Medien attackiert. Der Fall sorgt für Entsetzen und löst breite Solidarität aus.

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01
2026
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Baby, Muhammad
Baby mit Schnuller © shutterstock, bearbeitet by iQ

Kaum auf der Welt, schon Zielscheibe von Hass: Das Kärntner Neujahrsbaby wurde nur wenige Stunden nach seiner Geburt in sozialen Netzwerken wüst beschimpft. Der Grund dafür ist allein sein Vorname. Der Vorfall sorgt landesweit für Entsetzen und wirft erneut ein Schlaglicht auf rassistische Hetze im digitalen Raum.

Während in Oberösterreich und Salzburg die ersten Neujahrsbabys bereits kurz nach Mitternacht zur Welt kamen, ließ Kärnten bis 3.35 Uhr auf sich warten. Dann wurde der kleine Ibrahim geboren. „Er ist ganz ruhig und schläft viel“, erzählte sein Vater stolz gegenüber der Kleinen Zeitung. Eine harmlose Bemerkung – und doch offenbar ausreichend, um einen Shitstorm auszulösen.

In sozialen Medien attackierten selbsternannte „Rassewächter“ das Neugeborene wegen seines Namens. Der Kärnten-Ressortleiter der Kleinen Zeitung, Thomas Cik, reagierte mit scharfen Worten: Es sei kaum vorstellbar, wie erbärmlich es sei, einem Säugling, dem noch nicht einmal die erste Windel gewechselt worden sei, mit Hass und Häme zu begegnen.

Hasspostings dieser Art müssten konsequent rechtlich verfolgt werden

Auch Caritas-Direktor Klaus Schwertner verurteilte die Angriffe deutlich. Hier sei eine rote Linie überschritten worden, betonte er. Hasspostings dieser Art müssten konsequent rechtlich verfolgt werden. Zugleich richtete er eine klare Botschaft an die Familie: Viele Menschen würden sich mit den Eltern über die Geburt freuen und stünden solidarisch an ihrer Seite.

Solidarität kam auch vom Gewerkschafter Mustafa Durmuş. Er erklärte, man müsse sich schützend vor jene stellen, die sich selbst nicht wehren können. Neugeborene allein aufgrund ihres Namens zu beschimpfen, sei in Österreich leider zu einer traurigen Begleiterscheinung rund um den Jahreswechsel geworden. Als frischgebackener Vater wisse er, wie kostbar diese erste Zeit sei, und wünsche allen Neujahrsbabys und ihren Familien Liebe, Schutz und eine unbeschwerte gemeinsame Zeit.

 

Der Fall zeigt einmal mehr, wie früh rassistische Denkmuster zuschlagen können – und wie notwendig klare gesellschaftliche und rechtliche Grenzen gegen Hass im Netz sind.