In einer Moschee im französischen Le Puy-en-Velay haben Unbekannte mehrere Korane beschädigt und auf den Boden geworfen. Muslime warnen vor weiteren Übergriffen in einem zunehmend angespannten Klima.
In einer Moschee im französischen Le Puy-en-Velay (Département Haute-Loire) haben Unbekannte mehrere Exemplare des Korans beschädigt und auf den Boden geworfen. Nach Angaben der Gemeinde drangen die Täter am helllichten Tag in das Gebäude ein und rissen die heiligen Bücher teils auseinander.
Verletzte gab es nicht. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und möglicher religiös motivierter Tat.
Der französische Islamrat CFCM zeigte sich tief besorgt über den Vorfall und sprach von einem „schockierenden und verletzenden“ Angriff für Muslime im ganzen Land. Die Organisation erklärte ihre „volle Unterstützung und totale Solidarität“ mit der Gemeinde der betroffenen Moschee. Die Tat sei ein besonders schwerwiegendes islamfeindliches Delikt, weil sie den Koran als zentrales religiöses Symbol direkt in einem Gebetsraum treffe.
In seiner Stellungnahme warnte der CFCM vor einem zunehmend angespannten gesellschaftlichen Klima. Verzerrte Umfragen, stigmatisierende Berichte und politische Vorschläge der vergangenen Tage hätten ein Umfeld geschaffen, das die Gefahr weiterer Übergriffe erhöhe. Der Dachverband rief alle muslimischen Gemeinden in Frankreich dazu auf, wachsam zu sein und Sicherheitsmaßnahmen in ihren Einrichtungen zu überprüfen und zu verstärken, um ähnliche Vorfälle zu verhindern.