Hannover

Petition erhebt schwere Vorwürfe im Fall Rahma

Eine Petition stellt die bisherigen Ermittlungen im Fall Rahma Ayat infrage und verlangt die Prüfung eines rassistischen Motivs. Die Initiative übt deutliche Kritik an den Behörden.

30
11
2025
0
Petition für Rahma
Petition für Rahma

Im Fall der getöteten Rahma Ayat aus Hemmingen-Arnum (Region Hannover) regt sich deutliche Kritik an den bisherigen Ermittlungen. Eine auf „Change.org“ gestartete Petition fordert eine umfassende Prüfung, ob rassistische oder antimuslimische Beweggründe eine Rolle bei der Tat gespielt haben könnten – und erhebt schwere Vorwürfe gegen Polizei und Staatsanwaltschaft.

Die 26-Jährige war am 4. Juli 2025 in ihrer Wohnung erstochen worden. Als dringend tatverdächtig sitzt ihr 31-jähriger Nachbar in Untersuchungshaft und hat die Tat nach Angaben der Ermittler gestanden. Die Staatsanwaltschaft hat im Oktober Anklage wegen Mordes erhoben. Als Mordmerkmale nennt sie Heimtücke und niedrige Beweggründe. Hinweise auf ein rassistisches oder islamfeindliches Motiv gebe es jedoch nicht, betonte die Staatsanwaltschaft erneut. Man gehe bislang von einer eskalierten nachbarschaftlichen Auseinandersetzung aus.

Die Verfasser der Petition widersprechen dieser Bewertung entschieden. Dabei berufen sie sich auf Aussagen der Familie, die schwere Gewalt schildern und der Darstellung eines beidseitigen Streits widersprechen.

Antimuslimisches Motiv nicht ausschließen

Rahma, die ein Kopftuch trug und aus Algerien stammte, habe demnach bereits Monate vor der Tat „rassistisch empfundene Belästigungen“ durch den Nachbarn erlebt, sei Konfrontationen aber bewusst ausgewichen. Von einer wechselseitigen Auseinandersetzung könne keine Rede sein.

Die Initiative fordert, die Aussagen der Angehörigen erneut aufzunehmen und ihnen dasselbe Gewicht beizumessen wie Zeugenaussagen aus dem Umfeld des Beschuldigten. Solange nicht abschließend geklärt sei, warum ausschließlich Rahma Ziel der Gewalt geworden sei, dürfe ein mögliches rassistisches oder antimuslimisches Motiv nicht ausgeschlossen werden, heißt es weiter.

Fall Rahma findet kaum Resonanz

Kritik üben die Initiatoren auch am öffentlichen Umgang mit dem Fall. Politik und Medien hätten den Tod der jungen Frau bislang kaum aufgegriffen. Die Petition ruft zivilgesellschaftliche Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen zur Solidarität auf und mahnt eine sensiblere Berichterstattung an. Wann die unterschiedlichen Darstellungen der Tat im Gericht verhandelt werden, ist offen. Das Landgericht Hannover prüft derzeit im Zwischenverfahren, ob es die Anklage zulässt und ein Hauptverfahren eröffnet.