Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. IslamiQ liefert jede Woche einen Überblick.

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um das Teilen (Infâk). In einer Zeit, in der Egoismus weit verbreitet sei und Fürsorge oft als Naivität gelte, führe dies zu Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit. Die Predigt betone, dass Infâk – das Teilen und Unterstützen Bedürftiger – ein Weg sei, diesen Egoismus zu überwinden.
Der Koran verweise darauf, dass Gläubige von dem abgeben sollten, womit Allah sie versorgt habe. Besitz gehöre nicht dem Menschen, sondern allein Allah; er prüfe durch seine Gaben und zeige Barmherzigkeit. Am Beispiel Kârûns werde verdeutlicht, wohin Hochmut und Besitzstolz führten.
Wer teile, zeige Dankbarkeit und werde vom eigenen Besitz frei. Wer alles zurückhalte, werde zum Gefangenen seines Vermögens. Die Predigt erinnere daran, dass das Geben Segen bringe und die Herzen reinige. Zugleich rufe die Gemeinschaft im Rahmen ihrer Infâk-Kampagne dazu auf, zahlreiche Projekte wie Moscheen, Schulen und Bildungszentren zu unterstützen.
Die Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) thematisiert in ihrer Freitagspredigt das bewusste Wahrnehmen der Zeichen Allahs in der Natur. Der Mensch solle nicht achtlos an Bäumen, fallenden Blättern, Sonne, Mond, Wolken oder den wechselnden Jahreszeiten vorübergehen. All dies sei Teil einer von Weisheit erfüllten Ordnung, die zur Besinnung einlade und Lehren für das eigene Leben bereithalte.
Der Mensch gleiche den vier Jahreszeiten: Die Kindheit dem Frühling, die Jugend dem Sommer, das Alter dem Herbst und der Tod dem Winter. Wie die Erde im Frühling neu belebt werde, so erinnere dies an die Auferstehung und mahne zur Vorbereitung auf das Jenseits.
Die Predigt rufe dazu auf, den kommenden Winter als spirituelle Gelegenheit zu nutzen: Die kurzen Tage eigneten sich zum Fasten, die langen Nächte zum Gebet. Gleichzeitig solle das Zuhause zu einem Ort der Barmherzigkeit werden – einem Raum des Gesprächs, der Nähe, des Lesens und des gemeinsamen Gebets.
In der Freitagspredigt des Verbands Islamischer Kulturzentren (VIKZ) geht es um rechtschaffene Taten. Diese Taten sind die Taten, die mit den Grundlagen des Islams übereinstimmen und mit Aufrichtigkeit getan werden. Gute Werke oder Taten ohne Glauben haben keine Bedeutung bei Allah. Auch wenn diese im Diesseits belohnt werden. Mit guten Werken (amal salih) erfülle jeder Muslim seine Pflichten als Diener gegenüber den Herrn. Zu den guten Taten gehören unter anderem das tägliche Gebet und die freiwilligen Gebete, die Verkündung der Religion, die Güte gegenüber den Eltern und die Rezitation des Korans.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.