Islam- und Muslimfeindlichkeit

930 Angriffe auf Muslime und Moscheen in den ersten neun Monaten

Die neuen BKA-Zahlen zeigen: Islamfeindliche Gewalt bleibt in Deutschland erschreckend hoch – und Muslime weiterhin unzureichend geschützt.

17
11
2025
0
Antimuslimische Straftaten
Symbolbild: Islamfeindlichkeit © Twitter, bearbeitet by iQ.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 wurden insgesamt 930 politisch motivierte Straftaten mit islamfeindlichem Hintergrund in Deutschland registriert. Dies geht aus einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die die Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) auswertet.

Demnach wurden im ersten Quartal 2025 469 Fälle mit dem Tatmotiv „islamfeindlich“ erfasst, darunter 24 Angriffe gezielt gegen Moscheen. Im zweiten Quartal wurden 316 islamfeindliche Straftaten gemeldet, darunter sechs Angriffe auf Moscheen. Das dritte Quartal weist 145 gemeldete Fälle aus, darunter ein Angriff auf eine Moschee. Zu den Delikten zählten neben Körperverletzung auch Beleidigung, Volksverhetzung, Sachbeschädigung sowie die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Die meisten Angriffe wurden dem rechten Spektrum zugeordnet (794), während linksextreme Täter nur drei Fälle ausmachten. Weitere 80 Fälle fallen in sonstige Zuordnungen, 21 in ausländische Ideologien und 32 in religiöse Ideologien.

Keine Haftbefehle

Die Opferzahlen sind ebenfalls besorgniserregend: Im ersten Quartal wurden 19 Personen leicht verletzt, im zweiten zwölf, und im dritten Quartal sechs leicht sowie eine schwer. Angaben zu materiellen Schäden liegen der Bundesregierung bislang nicht vor. Bei den Ermittlungen konnten bislang 540 Tatverdächtige ermittelt werden, darunter nur fünf Festnahmen, jedoch ohne Erlass von Haftbefehlen.

„Zahlen sind alarmierend“

Die Zahlen verdeutlichen eine anhaltend hohe Bedrohungslage für Muslime und muslimische Einrichtungen in Deutschland. Muslimische Vertreter warnen, dass Aufarbeitung und Prävention weiterhin unzureichend seien.
Murat Gümüs, Generalsekretär des Islamrats, betonte gegenüber IslamiQ, die Zahlen des BKA seien „alarmierend“ und zeigten, dass Islamfeindlichkeit in Deutschland ein ernstzunehmendes Problem bleibe. Nach seinen Worten verdeutlichten 930 Angriffe allein in den ersten neun Monaten, dass Hass und Gewalt gegen Muslime weiterhin alltäglich seien. Er forderte konsequente Schutzmaßnahmen für Moscheen und muslimische Einrichtungen sowie eine stärkere strafrechtliche Verfolgung der Täter. Gleichzeitig unterstrich Gümüs, dass Muslime in Deutschland „frei und sicher ihren Glauben leben können“ sollten – ohne Angst vor Angriffen oder Diskriminierung.