Geduld und Dankbarkeit

Tugenden, die zur Glückseligkeit führen

In dieser Woche befasst sich unsere Reihe „Ein Hadith – Ein Gedanke“ mit Tugenden, die zur Glückseligkeit führen. Geduld und Dankbarkeit sind gerade für Muslime wichtig. Sie können nur mit diesen Tugenden ihre Prüfungen im Diesseits bestehen.

23
02
2014
0

„Geduld ist die Hälfte des Glaubens, und Dankbarkeit ist die andere Hälfte.“ (Bayhakî)

Geduld (Sabr) und Dankbarkeit (Schukr) gehören zu zwei der höchsten Tugenden des Islams. Sie verleihen dem Menschen Standhaftigkeit und Stärke, sie helfen ihm durch alle Phasen des Lebens. Ziele erreicht man nur durch Geduld, und nur jene, die dankbar sind, wissen diese Eigenschaft zu schätzen.

Ungeduldige Menschen dagegen verzichten meist zu schnell, und die Hoffnung, ihre Ziele jemals zu erreichen, schwindet schnell dahin.

Ali (r), einer der Gefährten des Propheten, sagte: „Geduld bedeutet, Allahs Hilfe zu suchen.“ Warum Allahs Hilfe? Er ist es, der dem Menschen die Ruhe gibt, schwierige Prüfungen zu bewältigen. Hält sich der Mensch dann an das Angebot Allahs, geduldig und dankbar zu sein, wird er belohnt – im Diesseits sowie im Jenseits.

Das beste Beispiel für ein hohes Maß an Geduld und Dankbarkeit war der Prophet Hiob (a). Er wurde mit dem Verlust seiner Familie und seiner Gesundheit geprüft und konnte diese lange Phase seines Lebens nur mithilfe seiner Geduld und Dankbarkeit bestehen.

Hiob (a) hatte die einfache aber grundlegende Erkenntnis verinnerlicht, dass Allah seine Geschöpfe mit Gutem und Schlechtem prüft und jeder Mensch, ob er die Prüfung besteht bzw. annimmt oder nicht, zu Allah zurückkehren wird.

Im Leben geschieht es immerzu, dass man mit mühsamen und problematischen Situationen konfrontiert wird. Und oft ist Geduld das beste Mittel diese Phasen zu überstehen. Wenn jemandem etwas Gutes widerfährt, hat dieser genau dann die Prüfung vor Allah bestanden, wenn er ihm gegenüber Dankbarkeit zeigt. Vergessen werden darf hierbei nicht, dass man sogar, wenn man mit Schlechtem geprüft wird, dankbar sein kann. Denn man sollte wissen, dass es Menschen gibt, die schwierigeren Situationen ausgesetzt sind und diese zu meistern haben.

Dankbarkeit gegenüber Allah zeigt man unter anderem, indem man seine Gaben – sei es materiell oder geistig – dafür nutzt, ein Leben gemäß seines Willens, also gemäß den Lehren des Korans und dem Vorbild des Propheten Muhammad (s) zu führen.

Ein Hadith – Ein Gedanke

In unserer Reihe „Ein Hadith – Ein Gedanke“ wollen wir uns jeden Sonntag einem Hadith zuwenden. Der arabische Begriff „Hadith“ bedeutet übersetzt „Erzählung“, „Bericht“, „Geschichte“. Er bezeichnet jene Berichte und Erzählungen, die von den Gefährten des Propheten überliefert wurden. Es gibt keinen Abschnitt aus dem Leben Muhammads (s), zu dem die Muslime keine Hadithe überliefert hätten. Die Gesamtheit der Hadithe bilden die „Sunna“, also die Praxis, Gewohnheiten oder Tradition des Gesandten Gottes.