Kunst

Museum für Islamische Kunst wurde zerstört

Das Islamische Kunstmuseum in Kairo gehört mit 100 000 Exponaten aus aller Welt zu den wichtigsten Museen der islamischen Welt. Bei einem Bombenanschlag in der Stadt wurde die Aussenfassade des Museums und zahlreiche Objekte zerstört. Viele davon sind unersetzlich.

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01
2014
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Das Museum für Islamische Kunst in Kairo gehört zu den weltweit größten und bekanntesten Museen der islamischen Welt. Mit mehr als 100.000 Exponaten in 23 Räumen ist es eines der wichtigsten Ausstellungsorte der islamischen Kunst. Bei einem Bombenanschlag am 24. Januar auf das Polizeihauptquartier in Kairo wurden auch Teile des Gebäudes des Islamischen Museums zerstört. Das Museum liegt in unmittelbarer Nähe der Polizeizentrale. Außer dem Museum wurde auch die nahe gelegenen historische Bibliothek „Dar al Kutub“ sowie eine Moschee aus der Osmanenzeit beschädigt.

Wichtiger Ausstellungsort der Islamischen Kunst

Durch die Wucht der Explosion gingen fast alle Glas- und Porzellanobjekte des Museums zu Bruch. Auch die Fenster wurden zerstört und die große Münzsammlung verstreute sich. Zerstört wurde unter anderem auch eine Minbar (Kanzel) aus der Fatimiden-Zeit (909-1171). Dabei wurde das Museum erst 2010 restauriert und nach acht Jahren Renovierungsarbeit und 10 Millionen Dollar Ausgaben wieder geöffnet.

Von mehr als 100.000 Exponaten waren zuletzt knapp 2.000 in modernen Vitrinen ausgestellt. Die Einrichtung beherbergt seltene Holzarbeiten, Plastiken, Keramiken, Textilien sowie Glas- und Kristallgegenstände. Des Weiteren sind Waffen und Kleidung ausgestellt, die im Kampf getragen wurden. Zu den Ausstellungstücken gehören auch Münzen, Medaillen, Bücher und persische Kalligrafie. Die Paradestücke des Museums sind ein vergoldeter Schlüssel für die Kaba, sowie eine Dinar-Münze aus dem Jahr 697, der Frühzeit des Islams.

Das Gebäude für das Museum entstand 1880 und wurde damals als Staatsbibliothek genutzt. Die Sammlung islamischer Kunstwerke wurde zunächst in der el-Hakim-Moschee untergebracht. Ab 1903 wurde das Gebäude der Staatsbibliothek für das „Museum der Arabischen Kunst“ genutzt und trägt seit 1952 den Namen „Museum für Islamische Kunst“. Die ältesten Objekte stammen aus dem 7. Jahrhundert. Nicht nur die islamische Kunst in Ägypten, sondern aus aller Welt wird ausgestellt.

Die Museumsleitung geht von einer Zerstörung aus, die 30 % der Exponate betrifft. Das Gebäude und die zerstörten Vitrinen sollen wieder renoviert werden. Viele Objekte sind aber nicht zu rekonstruieren. Sie sind unersetzlich verloren.